Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kongress Lebenswelten für Morgen in Braunschweig

08.10.2001


Neue Kreisläufe der Produkte des Lebens - Verantwortung und Herausforderung



Life Cycle Engineering and Industrial Ecology - ein Zukunftsthema wird von allen Seiten beleuchtet

... mehr zu:
»Ecology »Engineering


An Programmen und Absichtserklärungen mangelt es nicht. Die Menschen müssen echte Kreisläufe der Produkte ihres Lebens schaffen, um das Gleichgewicht der Natur nicht endgültig zu zerstören. Doch die Bilanz praktischen Handelns fällt dürftig aus: Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit oder Umweltverträglichkeit sind häufig benutzte Begriffe, deren Inhalt allzu oft leer bleibt. Ein Defizit, das Stadt und Technische Universität Braunschweig mit ihrem zweiten Kongress Lebenswelten für Morgen (8. und 9. Oktober 2001, Stadthalle Braunschweig) abbauen helfen wollen.

Noch nie ist das Kongressthema Life Cycle Engineering and Industrial Ecology so konsequent umgesetzt und hochkarätig besetzt worden wie jetzt in Braunschweig. Es geht, wie mit Prof. Dr. Lynn Margulis vom Department of Geosciences der University of Massachusetts eine der Hauptreferentinnen meint, um nichts Geringeres als neue dauerhafte Allianzen des Zusammenlebens in der Biosphäre.

Weist der damit angesprochene Evolutionsdruck, um des Überlebens willen zu neuen Kreislauflösungen zu kommen, weit in die Zukunft - so sind viele Workshopthemen des Braunschweiger Kongresses konkret an aktuellen Defiziten und Herausforderungen orientiert. In ebenfalls neuartiger Weise wird der betriebswirtschaftlich mögliche Effekt von Ökobilanzen einer breit angelegten Analyse unterzogen.

Zwar ist zumindest in den entwickelten Industrienationen die Abkehr von "End-of-the-Pipe"-Strategien zumindest als Zielvorgabe Standard. In Deutschland setzt das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz des Bundes, das von 2005 an die bisherige Form der Deponierung ächtet, einen klaren Rahmen. Es wird jedoch für die beteiligten Akteure, insbesondere Unternehmen und Kommunen, Fragen und Probleme auf.
Der in die Produktionskette integrierte Umweltschutz - der konsequente Weg von der industriellen Durchflussgesellschaft zur intelligenten Kreislaufwirtschaft - ist noch längst nicht selbstverständlich. Weil hierfür auch immer Kostenfaktoren angeführt werden, hat man für den Braunschweiger Kongress Wert auf Beispiele gelegt, wie Ökobilanzen auch in den Dienst ökonomischer Bilanzen gestellt werden können. Erfahrungsberichte aus den Unternehmen Audi und Volkswagen sind hier sehr wertvoll.

Es geht darum, den gesamten "Lebenslauf" von Produkten ins Visier zu nehmen - eine Transparenz, die den Rohstoff- und Ressourcenverbrauch ebenso beleuchtet wie den später häufig nicht mehr nachvollziehbaren und zu trennenden Verbund von Werkstoffen oder das Problem von Stör- und Schadstoffen.

So ist die Schaffung neuer industrieller Kreisläufe, denen konsequente Analysen der Stoffströme (z. B. in den Städten, aber auch in Entwicklungsländern) und praktische Anleitungen. für ein effektives Stoffstrommanagement der Unternehmen zugrunde liegen müssen, eine Herausforderung für Wissenschaft und Wirtschaft - aber auch eine Verantwortung, der sich die Politik stellen muss.

Zu untersuchen sind kooperative Strategien staatlicher Politik, die über das Handeln einzelner Wirtschaftsteilnehmer hinausgehen. Gerade am Beginn des 21. Jahrhunderts sind globale Gefahren sichtbar geworden, die ihre Ursache auch in überkommenen Produktionsweisen haben, die ökologisch und sozial Gräben aufreißen. Dies zu diskutieren und bereits vorhandene Lösungen zu präsentieren und abzuwägen, ist eines der Hauptanliegen des Braunschweiger Kongresses.

Damit fügen sich die Lebenswelten für Morgen in den Anspruch der Braunschweiger Initiative für Forschung, echte Fortschritte für eine nachhaltige Entwicklung zu generieren. Deshalb wird im Verlauf des Kongresses zum zweiten Mal der Braunschweig Preis vergeben. Den mit 100.000 Mark höchstdotierten Forschungspreis einer deutschen Kommune erhält in diesem Jahr das Team um den Physiker Professor Dr. Bertram Batlogg (USA/Schweiz), dessen bahnbrechende Arbeiten zu Halbleitern und Lasern aus organischem Material die Elektronik bald nachhaltig revolutionieren könnten. Auch dies - übrigens - ein wirkungsvoller Schritt zu neuen Kreisläufen der Produkte unseres Lebens.


Ulrike Rolf | idw

Weitere Berichte zu: Ecology Engineering

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil
14.12.2017 | Haus der Technik e.V.

nachricht Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF
13.12.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten