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Internationale Auszeichnung für Bremer MEDIA@Komm-Projekt

04.10.2001


Der diesjährige TeleTrust-Innovationspreis "Anwendungen elektronischer Signaturen in Europa" ging auf Empfehlung einer internationalen Jury an das Bremer MEDIA@Komm-Projekt. Die Auszeichnung wurde anlässlich des ISSE(Information Security Solutions Europe)-Kongresses vergeben, der vom 26. bis 28. September 2001 in London stattfand. Am Start waren 22 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und Großbritannien.

Der Preis wird an Firmen und Organisationen verliehen, die vorbildliche Internet-Anwendungen auf Basis der elektronischen Signatur entwickeln. Haupt-kriterium für die Vergabe des Preises ist der Vorteil für den Anwender. Im Mittelpunkt stehen dabei die Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit der Anwendungen.

Die Bremer MEDIA@Komm-Aktivitäten laufen darauf hinaus, für unterschiedliche Lebenslagen (z.B. Umzug und Wohnen) Problemlösungen aus einer Hand im Internet anzubieten. Dazu werden öffentliche und private Dienstleistungen in digitaler Form zusammengeführt und über das Internet als One-Shop-System angeboten. Das ermöglicht es z.B. im Falle eines Umzugs, die neue Adresse nicht nur den Behörden, sondern auch allen relevanten privaten Dienstleistern wie Banken, Stadtwerken, GEZ, Versicherungen, Zeitungsversand usw. mit nur einem Mausklick rechtsverbindlich mitzuteilen.

Außerdem wurde mit der in Bremen entwickelten Technologieplattform OSCAR (Online Servi-ces Computer Interface Architecture) ein wichtiger Durchbruch zur breiten Anwendung von elektronischen Signaturen geschaffen. Denn OSCAR ist mit allen qualifizierten elektronischen Signaturen in Europa kompatibel, so dass alle gängigen Signaturchipkarten zum Einsatz kommen können. Dank des Einsatzes von Open-Source-Produkten sowie JAVA- und XML-Tech-nologien ist die Bremer MEDIA@Komm-Plattform weitgehend unabhängig von Betriebssystemen und Datenformaten. - Ein weiteres Plus in puncto Nutzerfreundlichkeit. Damit können die MEDIA@Komm-Anwendungen auch auf frei verfügbaren Betriebs-systemen wie Linux laufen.

Auch hinsichtlich der Datensicherheit und des Datenschutzes setzt das Bremer MEDIA@Komm-Projekt neue Maßstäbe. So ist es z.B. mit der dort entwickelten Sicherheitsinfrastruktur möglich, web-basierte Formulare in gesetzeskonformer Weise zu signieren, sicher zu verschlüsseln und ggf. mit Bezahlfunktionen zu verknüpfen. Die Verwendung eines im Rahmen des Bremer MEDIA@Komm-Projekts speziell für E-Government entwickelten Datenaustauschprotokolls OSCI (Online Services Computer Interface) gewährleistet eine zusätzliche Sicherheit bei der Übermittlung der Daten und trägt damit den hohen Erfordernissen der Datensicherheit und des Datenschutzes bei der Interaktion von Verwaltung und Bürgern Rechnung. Gegenwärtig wird unter Beteiligung des Deutschen Instituts für Normung (DIN) daran gearbeitet, OSCI zu einem Standard weiter zu entwickeln.

Bremen gehört neben den Regionen Nürnberg und Esslingen zu den vom BMWi geförderten MEDIA@Komm-Modellregionen, in denen erstmals die Vision vom digital vernetzten Gemein-wesen verwirklicht wird. Dieses vom BMWi mit rd. 50 Mio. DM unterstützte und mit einem Gesamtvolumen von etwa 125 Mio. DM ausgestattete Vorhaben ist das bislang größte Multime-dia-Projekt der Bundesregierung. Der kommunale Rahmen wurde gewählt, weil es hier die meisten Kontakte zwischen Unternehmen und Behörden sowie Bürgerinnen und Bürgern gibt und das Beziehungsgeflecht besonders eng ist.

Im Rahmen von MEDIA@Komm werden Best-Practice-Beispiele für die virtuelle Stadt als vernetztes Gemeinwesen von Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft und Verwaltung geschaffen, die zunehmend breitenwirksame Nachahmungseffekte und Investitionen auslösen. Im Mittel-punkt steht der ganzheitliche Aufbau von virtuellen Rathäusern und Marktplätzen. Dazu werden breitenwirksame Lösungen zur medienbruchfreien Online-Abwicklung rechtsverbindlicher Dienstleistungen und Transaktionen zwischen öffentlicher Verwaltung, Bürgern und Wirtschaft geschaffen und erprobt. Weit über 100 Geschäftsprozesse zwischen Verwaltung und "Kunden" werden in das digitale Netz verlagert, etwa 30 davon sind bereits realisiert.

Bundeswirtschaftsminister Dr. Werner Müller: "Die Bundesregierung ist entschlossen, den Weg zur Informationsgesellschaft erfolgreich zu gehen. Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit spielen dabei eine zentrale Rolle. Die internationale Auszeichnung des Bremer MEDIA@Komm-Projekts zeigt uns, dass wir mit dem Projekt auf dem richtigen Kurs sind. Die Preisverleihung ist ein ermutigendes Signal für alle MEDIA@Komm-Akteure - nicht nur in Bremen, sondern auch in Nürnberg, Esslingen und allen Regionen, in denen öffentliche Verwaltungen, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürger gemeinsam die Informationsgesellschaft

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