Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tagung in Bonn: effizienter Anbau von Pflanzen in den Tropen

01.10.2001


Existenzzerstörer für die einen, Existenzgrundlage für die anderen: Auf 162.000 Hektar wurden Ende 2000 in Kolumbien Koka oder Mohn angebaut, aus deren Inhaltsstoffen sich Drogen wie Kokain und Heroin gewinnen lassen - gegenüber 1999 ein Zuwachs von 60 Prozent. Grund: Die armen Kleinbauern sehen meist keine andere Möglichkeit, um sich und ihre Familien zu ernähren. Wissenschaftler des Bonner Instituts für Obst- und Gemüsebau untersuchen, inwieweit sich die Gebiete für den organischen Anbau tropischer Obstarten nutzen lassen, und versuchen so, eine mögliche Alternative zur Produktion drogenerzeugender Pflanzen aufzuzeigen. Ihre Ergebnisse präsentieren sie auf dem Deutschen Tropentag, der vom 9. bis zum 11. Oktober im Hauptgebäude der Universität Bonn stattfinden wird. Unter dem Tagungsmotto "Eine Welt: Forschung für eine bessere Lebensqualität" diskutieren rund 450 Experten spezifische Probleme der landwirtschaftlichen Produktion in tropischen und subtropischen Ländern.

Klimaänderung und Umweltzerstörung haben in den Tropen und Subtropen vielerorts dazu geführt, dass die althergebrachten Anbaumethoden nicht mehr die gewünschten Erträge liefern. So machen westafrikanische Bauern ihre Felder seit Jahrhunderten mit Hilfe der Brandrodung für den Anbau von Trockenreis nutzbar: Sie schlagen den Waldbestand ab, verbrennen das Holz und nutzen die Asche als Dünger, der dem Boden die nötigen Nährstoffe zuführt. Heute werden Waldbestände rar und die Brachezeiten immer kürzer. Folge: Der Boden regeneriert sich schlecht, Unkräuter breiten sich aus, der Reisertrag geht zurück.

An der Uni Bonn laufen daher Bemühungen, die Boden-Regeneration in den kurzen Brachezeiten zu verbessern. Bestimmte Pflanzen beispielsweise sind in der Lage, Nährstoffe aus tiefen Bodenschichten zu nutzen, Luftstickstoff zu binden und das Auskeimen bestimmter Unkrautsamen zu verhindern. Werden sie in den Brachezeiten angepflanzt und vor der Reis-Saison verbrannt oder untergepflügt, lässt sich der Nährstoffgehalt in den oberen Bodenschichten deutlich erhöhen. Gleichzeitig vermindert sich Arbeitsaufwand zum Jäten der Unkräuter um bis zu 30 Prozent. An der Elfenbeinküste konnten die Forscher den Ertrag von Versuchsflächen durch diese einfachen Maßnahmen mehr als verdoppeln.

Rund 450 Wissenschaftler werden auf dem deutschen Tropentag ihre Forschungsprojekte präsentieren. Die Liste der Partnerländer ist lang und reicht von Argentinien über China und den Iran bis nach Usbekistan und Zentralafrika. Auf der Tagung werden mit Eric Davidson und Eugene Terry auch zwei bekannte Protagonisten der Globalisierungs-Debatte sprechen - der Ökologe Davidson zum Thema "Reiches Land oder billiger Dreck - Bewertung von natürlichen Ressourcen" und Terry, Berater des Weltbank-Direktoriums in Sachen ländliche Entwicklung, über "Lebensqualität in den Tropen: Herausforderungen und Verantwortung der Industrieländer". In einer Abschlussdiskussion am Donnerstag um 11 Uhr werden Befürworter und Kritiker der Globalisierung zu Wort kommen.

Weitere Informationen: Susanne Hermes, Tagungsbüro des Deutschen Tropentages 2001, Tel.: 0228/73-2924, Fax: 0228/73-2489, E-Mail: dtt2001@uni-bonn.de.

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/dtt2001/

Weitere Berichte zu: Tropentag

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017
28.04.2017 | Deutsche Gesellschaft für Immunologie

nachricht Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru
28.04.2017 | InfectoGnostics - Forschungscampus Jena e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Fighting drug resistant tuberculosis – InfectoGnostics meets MYCO-NET² partners in Peru

28.04.2017 | Event News

Expert meeting “Health Business Connect” will connect international medical technology companies

20.04.2017 | Event News

Wenn der Computer das Gehirn austrickst

18.04.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie