Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Sterne erhellen das ganze Universum

11.09.2001


Internationales Forschungssymposium über die Atmosphären der Sterne

Vom 17.-21. September 2001 veranstaltet das Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen unter der Leitung von Prof. Klaus Werner ein internationales Forschungssymposium zum Thema "Modellierung von Sternatmosphären". Tagungsort wird das Hörsaalzentrum Auf der Morgenstelle sein. Zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch treffen sich 90 Astrophysiker aus 19 Ländern; es werden 45 Vorträge gehalten. Zuletzt hatte sich dieser Kreis von Forschern 1990 bei einem Workshop in Triest getroffen.

Im Mittelpunkt des Symposions steht die Erforschung der Sternatmosphären. Als Sternatmosphäre bezeichnet man die äußersten Schichten eines Sterns, aus dem das Licht entstammt, das wir beobachten können. Dieses Licht ist praktisch die einzige Informationsquelle, die wir über die Sterne haben. Zerlegt man es in seine Spektralfarben, sind dunkle Absorptionslinien zu erkennen, die man als Fingerabdruck der chemischen Elemente bezeichnen kann. Diese Spektrallinien wurde zum ersten Mal 1814 von Joseph von Fraunhofer im Licht der Sonne entdeckt. Gustav Robert Kirchhoff und Robert Wilhelm Bunsen identifizierten 1860 sie als die charakteristischen Linien, die von den verschiedenen Elementen in einem glühenden Gas erzeugt werden. Die physikalische Erklärung der Spektrallinien durch Niels Bohr und Arnold Sommerfeld war ein erster großer Erfolg der Atom- und Quantenphysik zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Das genaue Aussehen dieser Absorptionslinien verrät sehr viel über den Stern, von dem das Licht stammt. Man kann die chemischen Elemente nicht nur identifizieren, sondern auch deren Häufigkeit bestimmen. Es gelingt weiterhin, etwa die Oberflächentemperatur der Sterne zu berechnen, außerdem deren Masse und Leuchtkraft. Die Kunst, diese Informationen aus den Sternspektren herauszulesen, bezeichnet man als "Spektralanalyse". Grundlage hierfür ist die Simulation der Sternatmosphären im Computer, also die theoretische Vorhersage, wie das Spektrum eines Sterns mit einer bestimmten Temperatur und chemischen Zusammensetzung aussieht. Das Hauptproblem besteht darin, herauszufinden, wie das Licht, das im Inneren der Sterne durch die Verschmelzung von Atomkernen entsteht, durch die heiße Sternhülle transportiert wird.

Das Verständnis der Vorgänge in den Sternatmosphären ist sowohl von grundlegender Bedeutung für unser Wissen über die Entwicklung der Sterne als auch für unser Bild vom Universum als Ganzes. Die leuchtkräftigsten Sterne sind so hell, dass man sie mit den größten Teleskopen auch noch in weit entfernten Galaxien sehen kann. Sie repräsentieren "Meilensteine" im Kosmos, mit denen wir das Universum vermessen. Explodierende Sterne (Supernovae) sind über einige Tage und Wochen hinweg so hell, dass man sie sogar noch sehen kann, wenn sie am Rande des uns bekannten Universums stehen. Die Beobachtung und Interpretation des Lichts dieser Sterne ist die wesentliche Grundlage für die jüngste Erkenntnis, dass wir in einem beschleunigten und ewig expandierenden Universum leben. Diese überraschende Erkenntnis wird auch Auswirkungen auf die Grundlagen der modernen Physik haben.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Klaus Werner, Institut für Astronomie und Astrophysik, Waldhäuser Straße 64, Tel.: 29-72486.

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://astro.uni-tuebingen.de/~rauch/ATMOS_2001_index.html

Weitere Berichte zu: Astrophysik Universum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge
17.01.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau