Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesministerin a.D. Dorothee Wilms errichtet Stiftung beim Stifterverband

07.08.2001


  • Schwerpunktmäßig sollen die Geisteswissenschaften gefördert werden

  • Stifterin spricht sich für attraktiveres Stiftungsrecht aus

Die ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung (1982 - 1987) bzw. innerdeutsche Beziehungen (1987 -1990), Dorothee Wilms, hat beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft die mit einer Million DM dotierte "Dorothee-Wilms-Stiftung" errichtet. Sie wird vorwiegend im Bereich der Geisteswissenschaften tätig werden. Speziell die Bereiche der Literatur-, Geschichts- sowie Kunst- und Kulturwissenschaften sollen in den Blick genommen werden. Diese Fächer, so glaubt Dorothee Wilms, bedürfen einer besonderen Förderung, gerade in Zeiten, in denen die Lebenswissenschaften die öffentliche Diskussion prägen. "Man wird, beispielsweise in der Gentechnologie, nie zu klaren Antworten kommen, wenn man die Fragen nicht auch philosophisch, kulturell, geisteswissenschaftlich unterfüttert," sagt sie. "Die Fragen der modernen Naturwissenschaften sind immer auch Fragen an die Geisteswissenschaften." Und weil die Geisteswissenschaften, was ihre finanzielle Förderung angeht, eher am Ende der Skala stehen, will die Stiftung Stipendien oder Druckkostenzuschüsse vergeben, Studienaufenthalte fördern oder entsprechende Projekte fördern. "Vielleicht kann ich mit den relativ bescheidenen Mitteln der Stiftung in dem einen oder anderen Fall dazu beitragen, einem begabten jungen Geisteswissenschaftler den Weg in den Beruf zu ebnen."

Die Stifterin will insbesondere Arbeiten und Projekte fördern, die sich mit der wechselvollen Geschichte des Verhältnisses zwischen Deutschland und den Staaten in Mittelosteuropa beschäftigen. "Als letzte ’Bundesministerin für innerdeutsche Beziehungen’ habe ich eine ganz neue Beziehung zu diesen Ländern bekommen," sagt sie. "Ich bin "Rheinländerin aus Leidenschaft" und da liegt es zunächst nicht so nahe, den Blick nach Osten zu wenden. Da uns aber so viel mit Mittel- und Osteuropa verbindet, müssen wir unseren Blick viel öfter - statt immer nach Westen oder Süden - dorthin wenden. Dazu möchte ich auch junge Wissenschaftler anregen."

Auch die Förderung junger Frauen hat bei Dorothee Wilms eine hohen Stellenwert. Sie wolle zwar keineswegs ausschließlich Frauenförderung betreiben, aber wenn es ihr von Fall zu Fall gelänge zu helfen, dann sei ihr das sehr recht. "Junge Frauen sind zwar in den geisteswissenschaftlichen Fächern mittlerweile oftmals in der Mehrzahl. Allerdings tun sie sich außerordentlich schwer, nach dem ersten akademischen Abschluss an die Fördertöpfe zu gelangen. Aus welchen Gründen auch immer."

Im Herbst 2001 wird das Kuratorium der Stiftung erstmals einberufen und dann über die Förderstrategie der Stiftung beraten. Die ersten Bewilligungen der Stiftung werden für 2002 erwartet.

"Eine Stiftung ist ein hervorragendes Instrument bürgerschaftlichen Engagements," sagte Frau Wilms anlässlich der Stiftungserrichtung in Essen. Gerade weil der Staat nicht alles regeln könne und solle - biete die Stiftung gute Möglichkeiten, sich für die Gesellschaft einzusetzen. Allerdings wünscht sich die Stifterin vom Gesetzgeber weitere Anstrengungen, die Gründung von Stiftungen in Deutschland noch attraktiver zu gestalten: "Die juristische Seite der Stiftungen ist noch viel zu kompliziert." Deshalb hat sich die Stifterin auch entschlossen ihre Stiftung unter dem Dach des Stifterverbandes zu errichten. "Ich kenne den Stifterverband seit vielen Jahrzehnten als Institution mit großer Erfahrung bei der Gründung und Verwaltung von Stiftungen und schenke ihm deshalb mein Vertrauen."

Michael Sonnabend M | ots

Weitere Berichte zu: Bundesministerin Geisteswissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Schwerstverletzungen verstehen und heilen
20.02.2017 | Universität Ulm

nachricht Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017
20.02.2017 | Hochschule Koblenz - University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie