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Herzfehler bei Ungeborenen diagnostizieren

07.06.2001

Angeborene Herzfehler? Mehr Sicherheit durch Diagnostik bei Ungeborenen Symposium am 23. Juni 2001 am Uniklinikum Tübingen: Von der Pränatalen Diagnose zur Therapie

Die Schwangerschaft ist die Zeit der guten Hoffnung. Was aber, wenn der Arzt am Herzen des im Mutterleib heranwachsenden Kleinen eine Fehlbildung entdeckt? Dann wird diese Zeit zum bangen Warten. Hier liefert die pränatale Diagnostik wichtige Erkenntnisse, um die Situation des Föten besser beurteilen zu können. Daraufhin können entsprechende Maßnahmen und Therapien schon vor der Geburt eingeleitet werden.

Die sogenannte Transposition der großen Arterien (TGA), eine Fehlstellung von Hauptschlagader (Aorta) und Lungenarterie ist eine dieser Anomalien, die am kindlichen Herzen auftreten können. Normalerweise nimmt die rechte Herzhälfte sauerstoffarmes Blut aus dem Körper auf und pumpt es über die Lungenarterie in die Lunge, wo das Blut mit Sauerstoff angereichert wird. Danach fließt das sauerstoffreiche Blut in die linke Herzhälfte und wird über die Aorta in den Körperkreislauf gepumpt. Bei der TGA entspringt die Aorta aus der rechten Herzkammer, führt also sauerstoffarmes Blut in den Körperkreislauf zurück. Die Lungenarterie kommt aus der linken Herzkammer und bringt das sauerstoffreiche Blut wieder in die Lunge. Während der Schwangerschaft ist dies noch kein Problem für das Ungeborene, da eine physiologische Öffnung zwischen den beiden Vorhöfen (Foramen ovale) die beiden Herzhälften verbindet und das Blut sich mischt. Nach der Geburt verschließt sich diese Öffnung, Neugeborene mit einer TGA haben dann zu wenig Sauerstoff im Blut. Dies kann zu erheblichen Entwicklungsstörungen, aber auch zum Tod führen. Dank der pränatalen Diagnostik kann diese Anomalie schon vor der Geburt mittels Ultraschall und fetaler Echokardiografie festgestellt werden. Betroffene Eltern können sich dann an das Perinatalzentrum am Uniklinikum Tübingen wenden. Hier arbeiten Gynäkologen, Kinderkardiologen, Neonatologen, Kinderherzchirurgen und medizinische Genetiker eng zusammen. Zum Vorteil des Ungeborenen kann dort frühzeitig gemeinsam mit den Eltern und dem Team aus Spezialisten die bestmögliche Behandlungsplanung und Betreuung vor, während und nach der Geburt, abgestimmt werden. Das heißt intensive Überwachung der fetalen Entwicklung während der Schwangerschaft und Gespräche mit den Eltern über Ängste, die Chancen und Risiken. Nach der Geburt wird sofort die weitere Diagnostik wie Kernspinntomographie und Herzkatheteruntersuchung vorgenommen, das Neugeborene optimal versorgt und die mögliche Operation oder medikamentöse Therapie eingeleitet.

Am 23. 6. 2001 findet am Universitätsklinikum Tübingen (Kliniken Schnarrenberg, CRONA, Hoppe-Seyler-Str. 3, Tübingen, Hörsaal 210) das von Frauenklinik, Kinderkardiologie, Neonatologie, Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie und Medizinischer Genetik veranstaltete Symposium zur pränatalen Diagnostik angeborener Herzfehler und deren Therapie statt. Dazu werden insgesamt rund 200 Ärzte aus dem gesamten Bundesgebiet, Hebammen, Kinderkrankenschwestern und Vertreter von Selbsthilfegruppen erwartet. Die Veranstaltung bietet neben den genetischen Aspekten angeborener Herzfehler einen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen pränataler Diagnostik, das perinatale Management, die Grundzüge der Behandlung von Herz-fehlern und die Behandlungsergebnisse. Die Vorträge werden anhand von Dia- und Videodemonstrationen praxisnah gestaltet.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Frauenklinik, Abtl. Allg. Geburtshilfe
PD Dr. Gunther Mielke, Tel. 0 70 71 / 29-8 22 11
Kinderklinik, Abtl. Kinderkardiologie, Intensivmedizin und Pulmologie
Ärztlicher Direktor Prof. Michael Hofbeck, Tel. 0 70 71 / 29-8 47 51

Dr. Ellen Katz | idw

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