Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Darmkrebs: Früherkennung durch nicht-invasive Diagnostik mit modernen Computer-Tomographen

10.02.2008


Patienten mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs könnten von einer nicht-invasiven Diagnostik mit modernen Computer-Tomographen profitieren: Die Bildgebung ist beim Nachweis von Krebsvorstufen der konventionellen Darmspiegelung ebenbürtig. Dies berichten Experten auf dem Deutschen Röntgenkongress, der vom 23.-26. Mai in Wiesbaden stattfindet.


(Wiesbaden) In Deutschland erkranken jährlich über 50.000 Menschen an Darmkrebs und 30.000 sterben daran. Seit Jahren ist diese Tumorart die zweithäufigste Krebstodesursache. Nur durch eine bessere Früherkennung, darin sind sich alle Experten einig, sind Fortschritte zu erzielen.

Zirka 80 bis 90 Prozent aller Darmtumore entstehen aus so genannten Polypen, zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut. Da sowohl Tumoren als auch Polypen bluten können, dient der Nachweis von verborgenem Blut im Stuhl mit dem so genannten Hämoccult-Test als Screening-Methode im Rahmen der Früherkennung.


Allerdings hat dieser Test auch Schwächen: Mindestens ein Drittel der Tumore und häufiger noch Polypen bleiben unentdeckt, weil sie nicht bluten. Nur Darmspiegelungen mit dem Endoskop können bislang die "Trefferquote" verbessern. Daher müssen sich Risikopatienten, die beispielsweise eine erbliche Veranlagung für Darmkrebs tragen, regelmäßig diesen Untersuchungen unterziehen.

Die endoskopischen Inspektionen der Darmschleimhaut sind auch erforderlich, wenn im Rahmen der Früherkennung Blut im Stuhl nachgewiesen wurde, der Hämoccult-Test also "positiv" war. Doch in rund 85 Prozent der Fälle entpuppt sich dieses Resultat dann als falscher Alarm.

Seit einiger Zeit nun überprüfen Radiologen im Rahmen von Studien, ob moderne Mehrschicht-Computer-Tomographen zur Diagnostik von Polypen und Tumoren eingesetzt werden und so eine Darmspiegelung ersetzen können. Wie mehrere Vorträge auf dem Deutschen Röntgenkongress belegen, muss die Bildgebung den Vergleich mit konventionellen endoskopischen Untersuchungen nicht scheuen: Nicht nur Tumore, sondern auch mehr als 90 Prozent der Polypen, darunter auch sehr kleine, können Radiologen mit dem CT-Gerät entdecken.

Selbst wenn die Ärzte zur Reduktion der Strahlendosis dickere Schichtaufnahmen machen, können sie 90 Prozent der Polypen mit einem Durchmesser von einem Zentimeter diagnostizieren - und nur diese sind medizinisch relevant.

"Vor allem Risikopatienten, die sich regelmäßigen endoskopischen Untersuchungen des gesamten Dickdarms unterziehen müssen, könnten von der Bildgebung profitieren, wenn sich die bisherigen Ergebnisse in Untersuchungen mit größeren Patientenzahlen bestätigen", erklärt Professor Ulrich Mödder, Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft. Eine Darmspiegelung wäre nur dann erforderlich, wenn die CT-Aufnahme Polypen zeigt, die endoskopisch abgetragen werden müssen.

Auch bei Patienten, die älter sind als 65 Jahre und bei denen mit dem Hämoccult-Test Blutspuren im Stuhl entdeckt wurden, wäre per CT zunächst eine nicht-invasive Inspektion des gesamten Dickdarms möglich, um das Testergebnis zu überprüfen.

Pressekonferenz
Deutscher Röntgenkongress 2001
22. Mai 2001
11.00 Uhr, Saal 1a, Ebene I
Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden
Eingang über: "Atrium", Rheinstr. 20


Pressestelle: Barbara Ritzert; ProScientia GmbH, Andechser Weg 17, 82343 Pöcking
Tel.: 08157/93 97-0; Fax: 08157/93 97-97; E-Mail: ritzert@proscientia.de

Während der Tagung 23. - 26. Mai 2001:
Regine Schulte Strathaus, Rhein-Main-Hallen,
Büro Nr. 3, Ebene 1
Tel.: 0611/144-203; Fax: 144-403


Rückfragen an:
Prof. Dr. med. Ulrich Mödder
Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft
Direktor des Instituts für Diagnostische Radiologie
der Heinrich-Heine-Universität
Moorenstraße 5
40225 Düsseldorf
Tel.: 0211-8117752; Fax: 0211-8116145
E-Mail: moedder@med.uni-duesseldorf.de


Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw
Weitere Informationen:
http://drg.de/

Weitere Berichte zu: Darmkrebs Darmspiegelung Diagnostik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung
26.07.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

nachricht Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln
26.07.2017 | Technische Hochschule Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops