Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helmholtz-Gemeinschaft unverzichtbar für die deutsche Forschung

26.01.2001


 Als Bestätigung des von ihr eingeschlagenen Weges zu einer programmorientierten Förderung hat die Mitgliederversammlung der Helmholtz-Gemeinschaft das Ergebnis der "Systemevaluation" durch den Wissenschaftsrat bewertet (Erste Stellungnahme im Anhang). Dieser hatte das Gutachten am 22. Januar 2001 der Presse vorgestellt.

HGF-Mitgliederversammlung antwortet auf Wissenschaftsrat

"Die Helmholtz-Gemeinschaft hat die Umstrukturierung selbst eingeleitet und die entscheidenden Ideen für die Neuordnung dem Wissenschaftsrat vorgelegt", sagte Professor Dr. Detlev Ganten, Vorsitzender der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. "Wir fühlen uns durch die Stellungnahme des Wissenschaftsrates jetzt zusätzlich bestärkt und werden die uns notwendig erscheinenden Schritte zur Einführung der programmorientierten Förderung zügig durchführen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf eine stärkere Vernetzung der Helmholtz-Zentren untereinander wie mit ihren in- und ausländischen Partnern in Hochschulen und Wirtschaft gelegt werden".

Intensiv befasste sich die Mitgliederversammlung auf ihrer jüngsten Sitzung in Berlin mit den kritischen Aspekten der Stellungnahme, die in der Pressemitteilung des Wissenschaftsrates vom 22. Januar 2001 in den Vordergrund gestellt wurden. Mit einem grundsätzlich positiven Tenor in der ausführlichen Stellungnahme bestätigt der Wissenschaftsrat die Qualität der Arbeit der Zentren, erkennt Forschung im öffentlichen Interesse als deren Mission an und erklärt die Helmholtz-Gemeinschaft zum unverzichtbaren Bestandteil des deutschen Wissenschaftssystems.

Die Mitgliederversammlung diskutierte Ansätze zur weiteren Verbesserung ihrer Arbeit. Sie hat dabei anerkannt, dass bei Beseitigung der auch von ihr selbst gesehenen Defizite die Effizienz der Helmholtz-Zentren weiter erhöht werden kann. Die für die nächsten Monate anstehenden Entscheidungen zur Umstrukturierung der Helmholtz-Gemeinschaft werden auch dazu dienen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft wird über diese erste Stellungnahme hinaus das Gutachten des Wissenschaftsrates sorgfältig prüfen und danach eine detaillierte Analyse vorlegen.


Pressereferat der Helmholtz-Gemeinschaft


Bonn, den 26. Januar 2001
Telefon: 0228/30818-21
Telefax: 0228/30818-40 

www.helmholtz.de

Erste Stellungnahme der Mitgliederversammlung der Helmholtz-Gemeinschaft zu den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur "Systemevaluation der HGF"
(Anlage zur Pressemitteilung der Helmholtz-Gemeinschaft vom 26.1.2001)

1. Die Helmholtz-Gemeinschaft dankt dem Wissenschaftsrat und dessen Arbeitsgruppe, insbesondere auch deren ausländischen Mitgliedern, für die im Zusammenhang mit der "Systemevaluation der HGF" geleisteten Arbeit. Der Wissenschaftsrat unterstützt in seiner Analyse in den wesentlichen Punkten das ihm vorgelegte Konzept der Helmholtz-Gemeinschaft zu ihrer Weiterentwicklung (vgl. "Systemevaluation der HGF, S. 25 sowie 92 ff.).

2. Der Wissenschaftsrat betont in seiner Stellungnahme analog zu der eigenen Definition der Helmholtz-Gemeinschaft deren spezielle Mission: Im Rahmen der "institutionellen Orientierung an Forschungszielen des Staates und der Gesellschaft" sind Problemorientierung und nationaler Auftrag, Betrieb von Großgeräten, Langfristigkeit und Komplexität der bearbeiteten wissenschaftlichen Probleme sowie wissenschaftsbezogene Dienstleistungen und Managementaufgaben entscheidende Profilelemente der Helmholtz-Gemeinschaft (S. 16 ff).

3. In Übereinstimmung mit früheren Stellungnahmen bestätigt der Wissenschaftsrat Qualität, Umfang und Unverzichtbarkeit des "Instruments der Großforschung" im deutschen Wissenschaftssystem (S. 23). Die Helmholtz-Gemeinschaft sieht daher in den von ihr eingeleiteten und auch vom Wissenschaftsrat geforderten Reformen einen entscheidenden Beitrag zur Beseitigung bestehender Defizite sowie zur Steigerung der Effizienz nicht nur der Helmholtz-Zentren, sondern auch des gesamten Forschungssystems.

4. Mit den Empfehlungen zur Einführung einer programmorientierten Förderung übernimmt der Wissenschaftsrat die in den Gremien der Helmholtz-Gemeinschaft entwickelten Ideen für eine an Inhalten und Strategien orientierte, zentrenübergreifende Förderung der Arbeit der Helmholtz-Zentren (S. 92). Die Helmholtz-Gemeinschaft wird die zusätzlichen Anregungen des Wissenschaftsrates zur konkreten Ausgestaltung in ihre weiteren Überlegungen einbeziehen. Sie wird dabei jedoch besonderen Wert darauf legen, ein dynamisches System auf der Basis dezentraler effektiver Strukturen zu entwickeln, das auch für künftige Entwicklungen offen ist.

5. Der Wissenschaftsrat hat den komplexen und "fragilen Dualismus von Kooperation und Wettbewerb" (S. 101) als eines der wesentlichen Probleme der programmorientierten Förderung herausgearbeitet. Wie der Wissenschaftsrat sieht die Helmholtz-Gemeinschaft auch bei einer programmorientierten Förderung Forschung in erster Linie als einen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern selbst getragenen Prozess, wobei durch "inhaltlich nicht gebundene Mittel ... ein Spielraum für nicht vorgebahnte, vom Einzelwissenschaftler ausgehende Forschungsansätze gesichert werden muss" (S. 9).

6. Die Gremien der Helmholtz-Gemeinschaft haben wiederholt nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die Gewährung einer umfassenden Flexibilität im Haushalts- und Personalrecht durch die Zuwendungsgeber Bund und Länder eine unverzichtbare Voraussetzung für die Einführung einer programmorientierten Förderung darstellt. Die Helmholtz-Gemeinschaft sieht diese Forderung durch die Empfehlungen des Wissenschaftsrates bestätigt (S. 9).

7. Die Helmholtz-Gemeinschaft teilt das Bekenntnis des Wissenschaftsrates zur gemeinschaftlichen Förderung von Wissenschaft und Forschung durch Bund und Länder. Wie der Wissenschaftsrat (S. 9 und 22) misst sie der Einbindung der Zentren in die Wissenschaftsstrukturen der Länder hohe Bedeutung bei und sieht dies als Voraussetzung dafür an, dass die Helmholtz-Gemeinschaft als ein "zentrales Instrument der gesamt-staatlichen Wissenschaftspolitik" weiter gestärkt werden kann.

8. Die Stellungnahme des Wissenschaftsrates enthält eine Reihe von kritischen Anmerkungen, so zum Beispiel zu der noch nicht ausreichend intensiven internen und externen Vernetzung der Forschungsarbeiten und zur Umsetzung der Ergebnisse von Begutachtungen (S. 89 f. und 83). Diese Punkte enthalten nützliche Hinweise für die Helmholtz-Gemeinschaft für weitere Verbesserungen ihrer Arbeitsweise, um dem hohen Anspruch an das wissenschaftliche Niveau der Helmholtz-Zentren durchgehend gerecht zu werden. Dies gilt auch für das geforderte Engagement in der Kooperation mit europäischen und internationalen Partnern (S. 7).

9. Die Helmholtz-Gemeinschaft stellt mit Befriedigung fest, dass der Wissenschaftsrat die Erfolge der Helmholtz-Zentren bei der Intensivierung der Kooperation mit den Hochschulen anerkannt hat (S. 6 und 64). Die Helmholtz-Gemeinschaft wird diese Kooperation im Sinne einer besseren Vernetzung zwischen den Partnern des deutschen Forschungssystems mit großem Nachdruck weiter ausbauen.

10. Die Helmholtz-Gemeinschaft begrüßt die vom Wissenschaftsrat vorgenommene Klarstellung der Rolle der Helmholtz-Zentren in der Kooperation mit der Wirtschaft (S. 54). Der Wissenschaftsrat hebt dabei zu Recht insbesondere hervor, dass die Zentren "anwendungsoffen" arbeiten sollen, eine "generelle Anwendungsdominanz" aber mit ihrem wissenschaftlichen Auftrag nicht vereinbar ist. In diesem Sinne werden Technologietransfer und Ausgründungshilfen von den Helmholtz-Zentren wie gefordert auch in Zukunft engagiert und mit hoher Priorität unterstützt werden.

Die Helmholtz-Gemeinschaft wird über diese erste Stellungnahme hinaus das Gutachten des Wissenschaftsrats einer sorgfältigen Prüfung unterziehen und danach eine detaillierte Stellungnahme vorlegen.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Cordula Tegen | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht 10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften