Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Techniken und Anwendungen rund um Biosensoren

26.03.2001


Zweites deutsches Biosensor-Symposium für Nachwuchswissenschaftler in Tübingen

Zum zweiten deutschen Biosensor-Symposium treffen sich von Sonntag bis Dienstag, 1. bis 3. April 2001, rund 250 Teilnehmer in Tübingen. Die Tagung unter der Leitung von Prof. Günter Gauglitz vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen ist interdisziplinär ausgerichtet und soll vor allem Nachwuchswissenschaftlern, die auf dem Gebiet der Biosensorik forschen, ein Forum bieten. Die deutsche Tagung findet alle zwei Jahre statt und ergänzt die ebenfalls zweijährig stattfindende internationale Biosensor-Tagung, die im Wechsel in Amerika, Europa und Asien organisiert wird. Während des Tübinger Symposiums präsentieren über zehn Firmen in einer Industrieausstellung Anwendungen aus dem Forschungsbereich Biosensorik.

Unter Biosensoren versteht man Systeme, mit denen sich mit Hilfe von biologischen Verbindungen wie Proteinen oder DNA-Molekülen bestimmte Stoffe nachweisen oder auch quantitativ messen lassen. Biosensoren finden vielfältig Einsatz: In der klinischen Chemie werden zum Beispiel Glukosesensoren entwickelt, mit denen der Blutzucker bei Diabetikern einfach und schnell gemessen werden kann; Biosensoren können zum Aufspüren winziger Tumore in der Krebsdiagnostik eingesetzt werden, in der Allergiediagnostik oder zur Erforschung des menschlichen Erbgutes. Doch es werden auch andere Biosensor-Systeme entwickelt, mit denen etwa die Schwermetallkonzentration im Abwasser gemessen werden kann oder sogenannte Optoden, die zur Prozessüberwachung in Fermentern genauso eingesetzt werden wie in der "Point-of-Care-Diagnostik, also der medizinischen Routinediagnostik mit tragbaren Kleingeräten.

In den Vorträgen des Tübinger Symposiums werden zahlreiche Neuentwicklungen im Bereich der so genannten Lab-on-Chip-Technologie vorgestellt, bei der bildlich gesprochen ein biochemisches Labor auf wenigen Quadratmillimetern Platz findet. Bei diesem Verfahren können etwa bei der Wirkstoffsuche für die Medikamentenentwicklung zahlreiche Proben parallel untersucht werden, von denen überdies nur jeweils eine winzige Menge benötigt wird. Die Miniaturisierung wirft jedoch viele Probleme auf, deren Lösungsansätze auf der Tagung diskutiert werden: Bei der Lab-on-Chip-Technologie müssen unterschiedliche biologische Verbindungen stabilisiert und an Chip-Oberflächen gebunden werden. Um die Messung der Proben auf dem Chip zu beschleunigen werden so genannte Imaging-Verfahren entwickelt, die es ermöglichen, alle Proben auf einmal statt nacheinander zu messen. Bei der automatisierten Aus- und Bewertung vieler Tests ist auch die Bioinformatik gefragt.

Einen einführenden Vortrag zur Tagung hält am Sonntag, 1. April, Prof. Dr. Walter Bodemer von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen zu dem hochaktuellen Thema "Prionenerkrankung bei Mensch und Tier". Das genaue Programm des Symposiums kann im Internet unter http://barolo.ipc.uni-tuebingen.de/biosensor2001/ eingesehen oder bei der Pressestelle angefordert werden.

Nähere Informationen: Prof. Günter Gauglitz, Tel. 0 70 71/2 97 69 27, Dipl.-Chem. Oliver Birkert, Tel. 0 70 71/2 97 46 67, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, Auf der Morgenstelle 8, 72076 Tübingen.

Michael Seifert | idw

Weitere Berichte zu: Biosensor Nachwuchswissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin
24.02.2017 | TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF)

nachricht Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie
24.02.2017 | Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie