Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Biotechnologische Strategien im modernen Pflanzenschutz"

06.03.2001


Internationaler Workshop vom 29. März bis 1. April 2001 auf Schloss Rauischholzhausen

Die Ausnutzung natürlicher Resistenzmechanismen, die unsere Kulturpflanzen vor Krankheiten schützen können, steht im Vordergrund der Diskussionen bei einem Internationalen Workshop, den die Universität Gießen vom 29. März bis 1. April 2001 auf Schloss Rauischholzhausen (Ebsdorfergrund) durchführt. Mehr als 90 Phytopathologen und Biotechnologen aus Europa, Asien und den USA kommen dort zusammen, um neueste Forschungsergebnisse aus den Bereichen Pflanzenschutz, Pflanzenzucht und Pflanzenernährung zu präsentieren und zu diskutieren.

Im Lichte der aktuellen Diskussion um die Lebensmittelsicherheit ist eine Begleitforschung zu klassischen und modernen Produktionsmethoden unverzichtbar. Sie muss auch deutlich machen, dass manche Pflanzenkrankheiten nicht nur zu einem ökonomisch relevanten Ertragsverlust, sondern auch zu einer toxikologisch äußerst bedenklichen Belastung von Futter- und Nahrungsgütern führen. So belasten beispielsweise die durch Schadpilze hervorgerufenen Fusariosen Getreide mit sogenannten Mykotoxinen, die schon in geringsten Mengen ein erhebliches Gefährdungspotential für Mensch und Tier darstellen. Aufschlussreich waren diesbezüglich auch Versuche, die im letzten Jahr vom Institut für Phytopathologie der Universität Gießen an einem Standort in der Wetterau (Marienborn) durchgeführt wurden: Die Wissenschaftler konnten eine erhebliche Belastung von Winterweizen mit Mykotoxinen feststellen. Ganz unerwartet erwies sich diese Belastung als weitgehend unabhängig von den durchgeführten chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen.

Eine wissenschaftlich fundierte Antwort auf solche Probleme, kann heute nicht mehr in einem verstärkten Einsatz von Pestiziden liegen. Ökologisch nachhaltiger ist statt dessen die Nutzung von Resistenzstrategien, die auf der Basis der natürlichen "Immunabwehr" der Pflanze, die sich im Verlauf der Evolution entwickelt hat, erarbeitet werden. Deshalb werden sich die Wissenschaftler bei dem Workshop intensiv mit den molekularbiologischen Grundlagen des Phänomens der pflanzlichen Abwehrmechanismen, auch "Krankheitsresistenz" genannt, beschäftigen. In diesem Forschungsbereich waren in den letzten Jahren große Fortschritte zu verzeichnen. Diese können genutzt werden, um neuartige Pflanzenschutzstrategien zu erarbeiten. Auch die "grüne" Genomforschung trägt zu diesem Fortschritt bei. Heute erscheint es als realistisches Ziel, mit Hilfe der Biotechnologie den Pestizideinsatz innerhalb weniger Jahre auf ein Minimum zu senken.

Durch den Bau des Interdisziplinären Forschungszentrums für biowissenschaftliche Grundlagen der Umweltsicherung ("IFZ für Umweltsicherung") hat die Universität Gießen einen Standort für eine innovative pflanzenbiotechnologische Forschung schaffen können. Einzigartig für die deutsche Forschungslandschaft ist die strukturelle Nähe von Biotechnologen, Ernährungs- und Umweltwissenschaftlern. Die Voraussetzungen für eine permanente kritische Diskussion um die Einführung neuer Technologien und deren Auswirkungen auf die Umwelt sind so bewusst geschaffen worden. Die erfolgreiche Etablierung von interdisziplinären Verbundprojekten, die bereits von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden, zeigt, dass die Universität auch im Bereich der Außenwirkung mit Hilfe des IFZ für Umweltsicherung Erfolge verzeichnen kann.

Der internationale Workshop wird von einer dieser Forschergruppen des IFZ für Umweltsicherung getragen. Er wird von der DFG finanziell gefördert, und zudem sowohl vom Präsidenten der Universität als auch von der Gießener Hochschulgesellschaft unterstützt. Die Organisation hat Prof. Karl-Heinz Kogel vom Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie übernommen.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel
Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie


Heinrich-Buff-Ring 26-32,
35392 Gießen
Tel.: 0641/99-37490

Fax : 0641/99-37499
e-Mail: Karl-Heinz.Kogel@agrar.uni-giessen.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Christel Lauterbach | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe
26.04.2018 | ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe

nachricht Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland
26.04.2018 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics