Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Therapie der bösartigsten Hirntumoren bleibt eine Herausforderung

19.09.2008
Experten diskutieren über Entwicklungen und Perspektiven in Diagnostik, Therapie und Erforschung von Glioblastomen / Tagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie am 26. und 27. September 2008 in Heidelberg

Das Themenspektrum reicht von präziser Diagnostik über chirurgische, konservative und experimentelle Therapieverfahren bis hin zu psychologischer Betreuung und der klinischen Bedeutung von Hirntumorstammzellen: Die Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg lädt am 26. und 27. September 2008 unter dem Schwerpunktthema "Glioblastom-Rezidive" zur Sektionstagung Neuroonkologie der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie ein. Die Tagung findet im Seminarzentrum der SRH Business Academy in Heidelberg statt und richtet sich an Ärzte und Wissenschaftler aus ganz Deutschland.

Das Glioblastom ist der bösartigste Hirntumor. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 2.500 Menschen; Männer sind öfter betroffen als Frauen. Die Behandlung umfasst Operation und eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie. Allerdings ist es selbst mit modernsten Operationsmethoden nicht möglich, das Glioblastom restlos zu entfernen. Aus den verbliebenen Krebszellen entwickelt sich in der Regel nach kurzer Zeit erneut ein Tumor (Rezidiv).

Prognose für die Patienten noch immer unbefriedigend

"Trotz einiger Fortschritte in der Therapie der Glioblastome ist die Prognose für die Patienten noch immer unbefriedigend", sagt Privatdozentin Dr. Christel Herold-Mende, Leiterin der Neurochirurgischen Forschung an der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Andreas Unterberg) und Organisatorin der Tagung. "Daher ist der wissenschaftliche Austausch behandelnder Ärzte besonders wichtig. Diese Tagung bietet die Gelegenheit, Entwicklungen in der Behandlung und Erforschung von Hirntumoren vorzustellen und zu diskutieren."

Wichtig für eine möglichst lange Zeit ohne Rezidiv ist die umfassende operative Entfernung des Glioms. Die Tumoren lassen sich allerdings auch unter dem OP-Mikroskop nicht sicher vom gesunden Hirngewebe unterscheiden. Eine präzise Diagnostik mit Hilfe von Magnetresonanz- und Computertomographie hilft, die Tumorgrenzen besser zu erkennen: Die Bilddaten fließen vor der Operation in die dreidimensionale OP-Planung ein, die als computergestützte Neuronavigation den Operateur sicher durch das Operationsfeld führt.

Zusätzlich trägt am Universitätsklinikum Heidelberg seit mehr als zehn Jahren die Untersuchung mit der Magnetresonanztomographie während der Operation dazu bei, dass der Tumor radikaler und gleichzeitig schonender entfernt werden kann.

Tumorstammzellen: neuer Angriffspunkt für effektive Therapien

Gleichzeitig suchen Heidelberger Wissenschaftler nach den Ursachen für das aggressive Verhalten der Glioblastome; im Focus ihrer Forschung stehen u.a. die sogenannten Tumorstammzellen. In Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum zeigte eine Forschungsgruppe an der Neurochirurgischen Universitätsklinik im Januar 2008 erstmals, dass sich die Menge dieser potentiell unsterblichen Zellen in Gehirntumoren auf das Überleben der Patienten auswirkt: Je größer die Anzahl solcher Stammzellen in einem Hirntumor, desto schneller und aggressiver wird er sich weiterhin ausbreiten.

Diese Zellen können sich sehr gut regenerieren und sind daher gegen die meisten Therapien resistent. "Uns stehen nun Angriffspunkte für neue, effizientere Therapien zur Verfügung", sagt Privatdozentin Dr. Christel Herold-Mende, die Leiterin der Arbeitsgruppe. So kann man Tumorstammzellen zumindest in präklinischen Versuchen mit speziellen Wirkstoffen dazu zwingen, ihre Resistenz abzulegen und sie somit für eine Chemotherapie angreifbarer machen.

Die Tagung "Herausforderung Glioblastom-Rezidive" findet am 26. und 27. September 2008 im Seminarzentrum der SRH Business Academy, Bonhoefferstr. 12, 69123 Heidelberg statt. Journalisten sind herzlich eingeladen.

Weitere Informationen:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/neurochirurgie
Ansprechpartner:
Privatdozentin Dr. Christel Herold-Mende
Leiterin der Sektion Neurochirurgische Forschung
Neurochirurgische Universitätsklinik
Tel.: 06221 / 56 64 05
E-Mail: H.Mende@med.uni-heidelberg.de
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/neurochirurgie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

nachricht Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen
01.12.2016 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie