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Vom Zappelphilipp zum Klassenprimus?

12.09.2008
Der eine kann nicht ruhig sitzen, die andere lernt nicht richtig schreiben.
Wieder andere sind zwar hochbegabt, leisten aber deutlich weniger, als sie könnten. Wie Kinder trotz Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) oder Rechenschwierigkeiten zum Lernen motiviert werden können, zeigen am Samstag, 13. September 2008, Experten bei einem Kongress an der Universität Münster.

Der Kongress, der vom Landeskompetenzzentrum für Individuelle Förderung NRW in Kooperation mit dem Internationalen Centrum für Begabungsforschung an der WWU Münster veranstaltet wird, findet von 9 bis 17 Uhr statt.

"Die Begabungsforschung hat hier eine Strahlkraft wie an keinem anderen Standort", erklärt Dr. Marianne Ravenstein, Prorektorin für Lehre, Studienreform und studentische Angelegenheiten der WWU. Häufig treten im Zusammenhang mit besonderen Begabungen bei Kindern Lernstörungen auf. Dass das Thema vielen Lehrern auf den Nägeln brennt, zeigen auch die Anmeldezahlen zum Kongress: 900 Interessenten wollten an der Tagung teilnehmen, mehr als 550 konnten aus Kapazitätsgründen nicht angemeldet werden.

Der Schwerpunkt liegt auf den Themen Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, Rechenschwierigkeiten, ADHS und so genanntem Underachievement, bei dem bei Kindern eine Diskrepanz zwischen Intelligenz und Schulleistungen auftritt.

Den Hauptvortrag hält der Bochumer Neurowissenschaftler Prof. Dr. Onur Güntürkün zum Thema "Lernen und Erinnern - Vorschläge der Hirnforschung für eine Schule der Zukunft". Er setzt sich mit der Frage auseinander, wie das menschliche Gehirn Informationen am besten aufnimmt. Weitere Referenten sprechen etwa zu Diagnoseverfahren bei Lernstörungen oder geben Hinweise zur Unterrichtsgestaltung.

Der Kongress richtet sich an Fachkollegen, Studierende, Lehrkräfte verschiedener Schulformen sowie interessierte Eltern. Neben theoretischem Wissen werden auch praktische Beispiele für den Umgang mit Lernschwierigkeiten im schulischen und außerschulischen Bereich präsentiert.

Dazu dienen vor allem die Praxisbeiträge, die zusätzlich zu den Vorträgen vorgesehen sind.

Juliette Ritz | Uni Münster
Weitere Informationen:
http://www.icbf.de/

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