Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die innere Schönheit von Metallen sichtbar machen

12.09.2008
Materialwissenschaftler tagen vom 17. bis 19. September an der Universität Jena

"Nicht die Zusammensetzung, sondern die Struktur eines Materials bestimmt seine Eigenschaften." Davon ist Prof. Dr. Markus Rettenmayr von der Friedrich-Schiller-Universität Jena überzeugt. Der Professor für metallische Werkstoffe untersucht die Strukturen von Metallen und Legierungen. Erst unter dem Mikroskop wird deren enorme Formenvielfalt sichtbar: Unzählige kleine Kristalle reihen sich in verschiedenen Formen und Größen aneinander und grenzen sich unregelmäßig gegeneinander ab.

Bei den Jenaer Wissenschaftlern um Prof. Rettenmayr bilden Materialgefüge von Bio- und Nanomaterialien sowie deren Grenz- und Oberflächen den Forschungsschwerpunkt. Meist arbeiten sie dabei mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft zusammen. "Unsere Forschung ist absolut praxisorientiert", so Rettenmayr. Neben dem Aufspüren neuer nutzbarer Werkstoffe optimieren die Jenaer Wissenschaftler die Eigenschaften bereits eingesetzter Materialien. Für die Industrie spielt dabei der kostensparende Einsatz eine große Rolle. "Wir wollen das Potenzial eines Werkstoffs voll ausschöpfen", nennt der Jenaer Professor als oberstes Ziel seiner Arbeit. Ob Schmelzwannen für die Glasherstellung, in der Medizin eingesetzte Materialien oder Silberlegierungen in Stromschaltern - die Untersuchungsobjekte der Jenaer Materialwissenschaftler sind vielfältig. Mit verschiedenen Mikroskopen machen sie die unterschiedlichen Strukturen sichtbar - eine Voraussetzung für ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit.

Dank Ernst Abbe, Otto Schott und Carl Zeiss hat Jena viel zur Entwicklung der Mikroskopie beigetragen und ist schon traditionsbedingt ein idealer Ort für Materialwissenschaft. Das erkannte auch die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde, die vom 17. bis 19. September ihre 42. Metallographie-Tagung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena veranstaltet. Tagungsleiter Prof. Rettenmayr ist stolz, diese größte deutsche Tagung ihrer Art in die Stadt an der Saale geholt zu haben. Im Vordergrund steht der Informationsaustausch zwischen den etwa 300 erwarteten Teilnehmern aus Industrie und Wissenschaft.

In Übersichtsvorträgen, zum Beispiel des Glockensachverständigen der Thüringer Landeskirche über Probleme der Materialabnutzung, erhalten die Teilnehmer Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche. Workshops vermitteln Informationen zur neuen EU-Norm für die Stahlreinheitsgradbestimmung, zu neuen Mikroskopiertechniken sowie zu Methoden der Schadensanalyse. In einer begleitenden Ausstellung präsentieren führende Unternehmen ihre neuesten Entwicklungen mikroskopischer und analytischer Geräte.

Ein weiterer Höhepunkt ist der ausgeschriebene Fotowettbewerb, für den alle Teilnehmer Abbildungen interessanter Mikrostrukturen einreichen können. Die Veranstalter planen, die besten Bilder in einem Kalender zu veröffentlichen. "Es ist eine Kunst, die einzelnen Gefügebestandteile absolut kratzerfrei sichtbar zu machen", weiß Prof. Rettenmayr. Die fehlerfreie Präparation und die anschließende Aufbereitung können, so der Jenaer Materialwissenschaftler, viele Stunden dauern und erfordern Übung und Erfahrung. Mit der Prämierung der schönsten Bilder werden demzufolge neben dem ästhetischen Aspekt auch die handwerklichen Fertigkeiten ihrer Schöpfer gewürdigt. Ihre Bilder machen deutlich: In Bronze, Kupfer, Messing und Stahl steckt weitaus mehr als gemeinhin angenommen wird.

Kontakt:
Prof. Dr. Markus Rettenmayr
Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie
der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Löbdergraben 32, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947790
E-Mail: M.Rettenmayr[at]uni-jena.de

Manuela Heberer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de
http://www.dgm.de/dgm/metallographie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur
21.07.2017 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

nachricht Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien
21.07.2017 | Cofresco Forum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten