Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blick in Gegenwart und Zukunft der Zoologie

10.09.2008
101. Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft an der Universität Jena

Dass die 101. Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG) in Jena stattfindet, hat besondere Gründe: Vor 100 Jahren eröffnete das Phyletische Museum, das ein großzügiges Geschenk Ernst Haeckels anlässlich des 350. Jubiläums an die Friedrich-Schiller-Universität Jena war.

Mit der diesjährigen Tagung vom 19. bis 22. September wird also ein doppeltes Jubiläum gefeiert: 100 Jahre Vermittlung von Evolutionsbiologie und Stammesgeschichte in einem einmaligen Museum und das 450. Jubiläum der Universität Jena.

Bereits vier Mal fand die Jahrestagung der DZG in Jena statt. 1964 stand das Thema der Kopfentwicklung bei Wirbeltieren im Mittelpunkt der Tagung in Jena. Carl Gegenbauer, bedeutender deutscher Wirbeltiermorphologe des

19. Jahrhunderts und einer der Väter der Evolutionsmorphologie, war damals vor Ort. Auch heute, 44 Jahre später, ist dieses Thema noch aktuell und bildet wieder einen der Schwerpunkte der Tagung, diesmal mit einem japanischen Hauptredner, Professor Shigeru Kuratani.

Zoologen aus vierzehn Ländern werden in der Stadt an der Saale erwartet. "Wir konnten es schaffen, weltweit führende Wissenschaftler aus verschiedenen Teildisziplinen der Zoologie nach Jena zu holen", berichtet Prof. Dr. Martin S. Fischer vom Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie mit Phyletischem Museum. Rund 500 Zoologen, von der Verhaltensbiologie, über Entwicklungsbiologie und Physiologie bis zur Zoologischen Systematik, haben sich bereits zur Fachtagung angemeldet, die von den Universitäts-Instituten für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie, für Allgemeine Zoologie und Tierphysiologie sowie für Ökologie gemeinsam veranstaltet wird.

Eine Reihe brennender Forschungsfragen warten auf ihre Diskussion: Wie nutzt man die riesige Flut an Erbgutinformationen, die derzeit aus den zahlreichen Genomprojekten verfügbar werden? Was verrät das Genom über die Evolution der Baupläne der Lebewesen? "Wir wollen die Herausforderung annehmen und nach Wegen suchen, die aus dem Erbgut gewonnenen Informationen in vielfältiger Weise nutzbar zu machen. Dazu gehört beispielsweise, die Wechselwirkungen innerhalb des Organismus auf den unterschiedlichen Ebenen zu analysieren, um etwa die Entstehung ihrer Morphologie zu verstehen", weiß der Jenaer Zoologe Dr. Michael Nickel, der die Jahrestagung mit organisiert hat.

Die Erforschung antarktischer Ökosysteme ist fester Bestandteil am Jenaer Institut für Ökologie. Hier untersucht Dr. Hans-Ulrich Peter die Verhaltens- und Populationsökologie ausgewählter Vogelarten in der Antarktis. Polare Ökosysteme bilden einen weiteren Themenschwerpunkt der Jahrestagung.

Eine besondere Ehre wird dem emeritierten Professor der Allgemeinen Zoologie und Tierphysiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Penzlin zu Teil. Er erhält die Ehrenmitgliedschaft der DZG im Rahmen eines Festakts am 21. September. Dort wird auch die Karl Ritter von Frisch Medaille an den Marburger Zoologen Prof. Dr. Gerhard Heldmaier verliehen.

Eine Zoologen-Versammlung in Jena kommt nicht an der Beschäftigung mit Jenas berühmtestem Zoologen vorbei: Ernst Haeckel hielt 1862 in Jena die erste Vorlesung über die Entstehung der Arten, wurde 1865 Ehrendoktor und später Prorektor der Universität. Ein öffentlicher Abendvortrag am 22. September (18 Uhr, Großer Hörsaal, Zoologische Institute) des Jenaer Zoologen und Wissenschaftshistorikers Dr. Uwe Hoßfeld beschäftigt sich mit dem historischen Verständnis Haeckels in Deutschland.

Mit Haeckels Bedeutung für die Evolutionsbiologie im Bewusstsein, nimmt das frisch renovierte und von ihm 1908 gestiftete Phyletische Museum einen besonderen Platz während der Tagung ein und wird für alle Teilnehmer kostenlos offen stehen. Es ist heute Teil des Jenaer Instituts für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie. "Der Blick in die Vergangenheit ist zwar hochinteressant", räumt Prof. Dr. Martin S. Fischer ein, "doch wir wollen mit der Tagung in die aufregende Gegenwart unserer zoologischen Wissenschaften und vor allen Dingen auch in die Zukunft schauen."

Kontakt:
PD Dr. Michael Nickel
Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie mit Phyletischem Museum der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Erbertstr. 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949174
E-Mail: sekretariat[at]dzg2008.de

Katrin Czerwinka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de
http://www.dzg2008.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen
27.04.2017 | Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

nachricht Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs
27.04.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie