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Live cell imaging: Forschungszweig mit Zukunftspotenzial

08.09.2008
Hochkarätig besetztes Hengstberger-Symposium im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg zur Arbeit mit modernen Mikroskopie- und Bildanalysemethoden - Thema: "Visualizing the dynamics of host pathogen interactions" - 18. bis 20. September 2008

Immer wieder muss sich unser menschlicher Körper gegen ungebetene Eindringlinge aller Art verteidigen - zum Beispiel gegen Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten. Mal gelingt es unserem Immunsystem, diese Keime abzuwehren, mal nicht. Doch was genau spielt sich bei einer Infektion auf der Ebene der Zellen eigentlich ab?

Mit Hilfe moderner Mikroskopie- und Bildanalysemethoden - dem sogenannten "live cell imaging" - kann man das im wahrsten Sinne des Wortes beobachten. Zwei Nachwuchswissenschaftler der Ruperto Carola, nämlich Dr. Friedrich Frischknecht und Dr. Maik Jörg Lehmann, haben dazu eine hochkarätig besetzte Tagung auf die Beine gestellt. Ihr interdisziplinäres Hengstberger-Symposium im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg wird die weltweit erste Tagung zu diesem noch jungen Forschungsgebiet sein.

Die beiden Virologen vom Heidelberger Hygiene-Institut gehören zu der noch relativ kleinen Gemeinschaft von Forschern, die mittels dynamischer Mikroskopie die Interaktionen zwischen Krankheitserregern und ihren Wirten analysieren. "Es scheint uns momentan der richtige Zeitpunkt zu sein, die verschiedenen Forschungsgruppen auf diesem Gebiet zusammenzubringen, um einen Erfahrungsaustausch zu starten", erklärt Friedrich Frischknecht die Motivation für diese Konferenz.

Und Maik Lehmann ergänzt: "Wir hoffen, diesen Bereich noch weiter voranzubringen, damit letztendlich auch die betroffenen Menschen - etwa mit Malaria-Erkrankungen - von den Ergebnissen in Form neuer Therapieansätze profitieren." Zweifellos repräsentieren diese innovativen Methoden, die zu einem tieferen Verständnis der komplexen Zusammenhänge einer Infektion beitragen, einen Forschungszweig mit großem Zukunftspotenzial.

Heidelberg, das bereits heute einen international renommierten Standort in der Aufklärung infektionsbiologischer Prozesse und deren quantitativer Analyse darstellt (siehe BioQuant und ViroQuant), ist ein idealer Ort für ein solches Symposium. Etablierte Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen - der Biologie wie der Medizin, der Physik, Mathematik und Informatik - werden mit Nachwuchswissenschaftlern den aktuellen Stand der Forschung diskutieren sowie zukünftige Forschungsperspektiven erörtern. Die Ergebnisse sollen nicht nur zu einem erweiterten Verständnis über die Biologie der Krankheitserreger beitragen, sondern aufgrund der spezifischen Interaktion zwischen Pathogen und Wirtszelle zugleich die Aufklärung grundlegender zellulärer Vorgänge ermöglichen. Dieser Ansatz erscheint gerade vor dem Hintergrund der Aufklärung medizinisch relevanter Fragestellungen äußerst Erfolg versprechend. Schließlich wird es darum gehen, die Erforschung solcher dynamischer Prozesse als ein eigenständiges, die Mikrobiologie, Zellbiologie und Biophysik verbindendes Forschungsgebiet darzustellen.

Dr. Friedrich Frischknecht und Dr. Maik Jörg Lehmann erhielten im vergangenen Jahr den Hengstberger-Preis für ihren Symposienvorschlag zu diesem Thema. Die Universität Heidelberg vergibt diese Auszeichnung jährlich an drei Nachwuchswissenschaftler bzw. Nachwuchswissenschaftlerteams. Mit der Preissumme von 12 500 Euro sollen die jungen Forscher in die Lage versetzt werden, ein interdisziplinäres wissenschaftliches Symposion im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg durchzuführen. Die Auszeichnung richtet sich an alle Wissenschaftsbereiche - Themen aus den Naturwissenschaften und der Medizin werden ebenso berücksichtigt wie solche aus den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften.

Journalisten sind als Zuhörer des Symposiums "Imaging host pathogen interactions" herzlich willkommen und wenden sich bitte vorab an Dr. Friedrich Frischknecht. Einzelinterviews mit den Wissenschaftlern können auf Wunsch vereinbart werden.

Kontakt:
Dr. Friedrich Frischknecht
Hygiene-Institut, Abteilung Parasitologie
Im Neuenheimer Feld 324, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 566537, Fax 564643
freddy.frischknecht@med.uni-heidelberg.de
Dr. Maik Jörg Lehmann
Hygiene-Institut, Abteilung Virologie
Im Neuenheimer Feld 324, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 561323, Fax 565003
maik.lehmann@med.uni-heidelberg.de
Dr. Ellen Peerenboom, Geschäftsführerin
Internationales Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg
Tel. 06221 5436 90, Fax 16 58 96
iwh@uni-hd.de
Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz, Pressesprecher der Universität Heidelberg
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
Irene Thewalt
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.imagingsymposium.de
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Malaria-3-Frischknecht.100117.0.html
http://www.uni-heidelberg.de

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