Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was ist eigentlich ein Phänomen?

02.09.2008
Interdisziplinäres Symposion am Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg erforscht zentralen wissenschaftlichen Begriff - Hochkarätige Forscherrunde diskutiert über den Begriff des Phänomens in den Wissenschaften - 11. bis 13. September 2008

"Interessanterweise bezeichnen Forscher völlig unterschiedlicher Disziplinen ihre Untersuchungsgegenstände oft schlichtweg als Phänomene", so Jochen Apel, Philosoph an der Universität Heidelberg. "Dies ist erstaunlich, da der Begriff eines wissenschaftlichen Phänomens keineswegs klar definiert ist. Deshalb wollen wir Wissenschaftstheoretiker und Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche zusammenbringen und mit ihnen darüber diskutieren, was ein wissenschaftliches Phänomen auszeichnet."

Vom 11. bis zum 13. September findet zu diesem Zweck am und in Kooperation mit dem Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg ein Interdisziplinäres Symposion mit dem Titel: "Data, Phenomena, Theories: What's the notion of a scientific phenomenon good for?" statt, das sich dieser wichtigen Fragestellung widmet. Die Sprecher stammen aus den USA, Kanada, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und Deutschland. Vertreten sind - neben anderen - die Disziplinen Philosophie, Physik, Mathematik, Astronomie, Anthropologie und Psychologie. Gefördert wird das Symposium von der DFG sowie von der Stiftung der Universität Heidelberg.

Die Konferenz hat zwei Ziele. Zum einen sind Fachwissenschaftler eingeladen, anhand von Fallstudien ihr Verständnis des Begriffs eines wissenschaftlichen Phänomens darzulegen. Zum anderen sollen diese Definitionsvorschläge wissenschaftstheoretisch bewertet werden. Ist, so wird gefragt, eine bestimmte Verwendungsweise disziplinenspezifisch oder lässt sie sich auch auf andere Bereiche übertragen? Ist mit dem Ausdruck "Phänomen" etwas anderes gemeint als mit dem Ausdruck "Datum" oder "Theorie"? Falls ja, wodurch unterscheiden sich Phänomene von Daten einerseits und Theorien andererseits?

Die wissenschaftliche Verwendung des Ausdrucks "Phänomen" reicht weit zurück, bis zur antiken Astronomie. In dieser Zeit verstand man unter Phänomenen die beobachtbaren Himmelserscheinungen, die es durch Naturgesetze zu erklären galt. Dieses Verständnis ist in der Neuzeit sowohl in den Wissenschaften als auch in der Wissenschaftstheorie zunehmend strittig geworden. Heute bezeichnen Wissenschaftler das, was sie erklären, weiterhin als Phänomene, jedoch handelt es sich dabei selten um beobachtbare Erscheinungen. Das, was beobachtet und gemessen wird, wird als Datum bezeichnet. Phänomene werden erst in einem zweiten Schritt aus diesen Daten erschlossen. Wenn aber Phänomene nicht beobachtet, sondern aus den Daten gewonnen werden, drängt sich die Frage auf, ob es Phänomene tatsächlich gibt oder sie nicht eher von Wissenschaftlern konstruiert werden.

Datum: 11. bis 13. September 2008
Ort: Internationales Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg, Hauptstraße 242, 69117 Heidelberg

Beginn: Donnerstag, 11. September 2008, 9.00 Uhr Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung

Veranstalter:
Prof. Dr. Andreas Kemmerling, Prof. Dr. Peter McLaughlin, Philosophisches Seminar der Universität Heidelberg

Emmy-Noether-Gruppe "Kausalität, Kognition und die Konstitution naturwissenschaftlicher Phänomene"

Rückfragen bitte an:
Pavel Radchenko
Philosophisches Seminar der Universität Heidelberg, Schulgasse 6
69117 Heidelberg
Tel. 0049-(0)6221 54 22 90
phaenomene@uni-heidelberg.de
Dr. Ellen Peerenboom
Geschäftsführerin des Internationalen Wissenschaftsforums der Universität Heidelberg
Hauptstraße 242
69117 Heidelberg
Tel. 06221 54 3690, Fax 165 896
iwh@uni-hd.de
Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 54 2310, Fax 54 2317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
Irene Thewalt
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de
http://www.philosophie.uni-hd.de/dbj/phenomena08.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht 10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften