Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Optische Methoden ermöglichen bessere Behandlung von Tumorerkrankungen

01.09.2008
Je früher ein Krebsherd aufgespürt wird, desto besser ist in der Regel die Krankheit heilbar. Und je mehr man über den Verlauf einer Tumorerkrankung weiß, desto gezielter kann man sie behandeln.

Die Optischen Technologien bieten der Medizin hier ganz neue Möglichkeiten. Aktuelle Forschungsergebnisse zur Krebsfrüherkennung wird der Forschungsschwerpunkt Biophotonik vom 22. - 25.9. auf der Veranstaltung "Photonics meets Life Sciences" in Jena der Öffentlichkeit präsentieren.

Unter dem Motto "Licht für die Gesundheit" fördert das Bundesforschungsministerium Projekte, in denen Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam an optischen Lösungen für biologische und medizinische Fragestellungen arbeiten. Auf der Krebsfrüherkennung liegt dabei seit Beginn der Förderinitiative ein besonderer Schwerpunkt, erkranken doch nach Schätzungen des Berliner Robert-Koch-Institutes allein hierzulande jährlich fast 400.000 Menschen neu an einem Tumor. Nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellt Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland dar.

Besonders wichtig ist es, zu erkennen dass eine Zelle dabei ist, zu einer Tumorzelle zu entarten. Hier setzt das Projekt "TumorVision" an: Es zielt darauf ab, bereits die ersten Veränderungen von Zellen hin zu bösartigen Tumoren im Körper des Patienten zu erkennen. Als Marker für diese neuartige Krebsdiagnostik dienen zwei Moleküle, die in Tumorzellen in besonderem Maße produziert werden und enzymatisch aktiv sind: DNAseX und Transketolase-like 1.

Der Nachweis von DNAseX ermöglicht eine allgemeine Krebsfrüherkennung, TKTL-1 dient als Marker zur Klassifizierung der Tumore. Im Verbund "TumorVision" erarbeiten Wissenschaftler und Mediziner der Universitäten München, Aachen, Bielefeld und Regensburg sowie dem Forschungszentrum Borstel gemeinsam mit der Darmstädter R-Biopharm AG und der Tuttlinger Karl Storz GmbH ein fluoreszenz-endoskopisches Verfahren, das diese Marker sichtbar machen soll.

Eine bessere Vorhersage des Krankheitsverlaufes und eine damit verbundene individuelle Therapieempfehlung sind die Ziele des Forschungsverbundes

"Exprimage". Dafür sollen bestehende Verfahren der Gewebediagnostik weiterentwickelt und neue Verfahren erforscht werden. Mit Hilfe einer Kombination verschiedener Methoden wie der digitalen Mikroskopie, der automatischen Bildanalyse, der biomolekularen Analyse, der optischen Elastizitätsmessung von Zellen und der Schwingungsspektroskopie werden im Lauf des Vorhabens über 80.000 Präparate untersucht und die Ergebnisse zu einem neuartigen Gesamtbild zusammengefügt.

Ein derartiges multimodales Bild eines Tumors kann künftig betreuenden Ärzten eine deutlich genauere Beschreibung des Tumors ermöglichen als dies heute der Fall ist. So können die Mediziner den Verlauf der Krebserkrankung besser abschätzen und den Patienten individuell behandeln. Zur Erreichung dieses ehrgeizigen Zieles haben sich Wissenschaftler der Universitäten Jena und Leipzig mit Medizinern des Universitätsklinikums Hamburg und den Firmen Carl Zeiss MicroImaging GmbH, QIAGEN GmbH und WITec GmbH zusammengeschlossen.

Der Forschungsverbund "LUNA" wiederum erforscht ein neues Kontrastmittel für die Krebs-Früherkennung und erprobt hierzu den Einsatz neuartiger fluoreszierender Nanokristalle in der diagnostischen Bildgebung. Sie sollen sich als selektive Kontrastmittel an bestimmten krankheitsbedingt veränderten Eiweißen im Gewebe anreichern und so deren Nachweis ermöglichen. Im Fokus steht dabei das Zielprotein MUC-1. Dieses glucosehaltige Protein ("Glykoprotein") tritt in vielen menschlichen Gewebearten auf; in Krebsgewebe wird es allerdings in veränderter Struktur produziert, nämlich in einer glucosearmen Variante.

Dieser Marker wird in nahezu allen bösartig veränderten Drüsengeweben gefunden, beispielsweise in mehr als 90% aller Brustkrebsfälle. Die Universitäten Hamburg und Osnabrück, das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie, das Universitätsklinikum Münster sowie die Unternehmen Philips Research Laboratories, Bayer Technology Services und die Hamburger CAN GmbH arbeiten in dem Verbund zusammen.

Die genannten Projekte präsentieren ihre aktuellen Forschungsergebnisse in Vorträgen und im Rahmen einer Ausstellung auf dem Symposium "Photonics meets Life Sciences" vom 22. bis 25.September 2008 in Jena. Die Veranstaltung, die gemeinsam vom Forschungsschwerpunkt Biophotonik und dem Jenaer Institut für Photonische Technologien organisiert wird und unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsministerin Annette Schavan steht, zeigt am Beispiel der Biophotonik, wie durch eine sinnvolle interdisziplinäre Vernetzung von Forschungsaktivitäten Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren können.

Die Veranstaltung stellt erfolgreiche Forschungsinitiativen vor und bietet Gelegenheit zum Austausch über neue Chancen und künftige Handlungsfelder. Weitere thematische Schwerpunkte werden neue Ansätze in der Untersuchung von Hautkrankheiten, ein besseres Verständnis von Lebensprozessen auf zellulärer und molekularer Ebene sowie die Überwachung der Luft-, Wasser- und Lebensmittelqualität sein.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Jürgen Popp
Sprecher des Forschungsschwerpunktes Biophotonik
Direktor des Institutes für Physikalische Chemie der Universität Jena
Wissenschaftlicher Direktor des Institutes für Photonische Technologien
Tel 03641/ 206 300, Fax 03641/ 206 399
E-Mail juergen.popp@ipht.-jena.de
Dr. Marion Jürgens
Forschungsschwerpunkt Biophotonik
Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail marion.juergens@uni-jena.de

Dr. Marion Jürgens | idw
Weitere Informationen:
http://www.biophotonik.org
http://www.ipht-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe
23.02.2017 | Technische Hochschule Deggendorf

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie