Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung für vollen Geschmack, luftige Schaumküsse, sichere Kost und nachhaltige Lebensmittelproduktion

01.09.2008
Deutsche Lebensmittelindustrie trifft Forschung bei der 66. Jahrestagung des Forschungskreises der Ernährungsindustrie (FEI) an der Universität Hohenheim
2. / 3. September 2008, Schloss Mittelbau, Aula, 70599 Stuttgart

Die Schokoladenrezeptur verfeinern, die Sicherheit von Nahrungsmitteln garantieren, vollen Geschmack bei der Herstellung von Light-Käse bewahren oder aus Sonnenblumenkernen Schaum für luftige Schokoküsse gewinnen:

Wenn Vertreter namhafter Lebensmittelunternehmen und Experten der Lebensmittelwissenschaft auf der Jahrestagung des Forschungskreises der Ernährungsindustrie (FEI) zusammenkommen, sind die Themen rund um die Herstellung von Lebensmitteln breit gestreut.

Mit mehr als sieben Millionen Euro, die aus dem Topf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und aus Drittmitteln von Unternehmen akquiriert werden, fördert der FEI jährlich Forschungsprojekte der Lebensmittelwissenschaft.

Die Universität Hohenheim, dieses Jahr Gastgeber der FEI-Jahrestagung, erhält davon, als einer der drei großen deutschen Forschungsstandorte der Lebensmittelwissenschaft und -technologie, rund eine Million Euro.

Dass die 66. Jahrestagung des Forschungskreises der Ernährungsindustrie an die Universität Hohenheim geholt werden konnte, macht den Gastgeber stolz. "Damit trifft sich die deutsche Lebensmittelindustrie in diesem Jahr an unserer Hochschule!", freut sich Professor Jörg Hinrichs, Direktor des Instituts für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie. "Das zeigt die Anerkennung der Hohenheimer Lebensmittelforschung durch die innovativen Unternehmen der Branche."

Der FEI fördert Innovationen in kleinen und mittelständischen Unternehmen der Lebensmittelbranche über die Grenzen des Wettbewerbs hinaus. Dem Forschungskreis gehören über 90 Prozent der rund 6.000 Unternehmen der deutschen Lebensmittelindustrie an.

Plattform für Forschungskooperationen zwischen Industrie und Wissenschaft

Die Jahrestagung dient als Plattform, um die FEI-geförderten Projekte einem breiteren Fachpublikum zu präsentieren. Auch dieses Jahr ist das Themenfeld weit gespannt: Über den Weg von der Kakaobohne zur Schokolade und Möglichkeiten innerhalb des Prozesses auf das Aroma des Endprodukts einzuwirken, berichtet beispielsweise Professor Peter Schieberle von der Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) in Garching. Und wie die Bildung toxischer Stoffe durch Bakterien in Lebensmitteln vermieden werden kann, ist das Thema von Prof. S. Scherer vom Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung an der TU München.

Hohenheimer Forschungsprojekte: aromatischer Light-Käse und Sonnenblumen-Mayonnaise

Zusammen mit München und Quakenbrück gilt Hohenheim als einer der drei führenden Standorte der Lebensmittelforschung. Eine Million Euro Drittmittel fließen in diesem Jahr über den FEI an das Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie am Forschungsstandort Hohenheim, um mit Kooperationsprojekten den Transfer von Forschungserkenntnissen in die Praxis zu forcieren.

Aromaverluste bei der Käserei zu vermeiden, ist etwa eines der Ziele des Forschungsprojekts von Professor Jörg Hinrichs vom Lehrstuhl Lebensmittel tierischer Herkunft an der Universität Hohenheim. Sein Team untersucht lebensmittelschonende Erhitzungsverfahren, um sogenannte Bakteriophagen unschädlich zu machen. Es handelt sich dabei um Viruspartikel, die hochspezifisch Milchsäurebakterien befallen, die für den Geschmack und die Aromaausbildung in Käse verantwortlich sind. Mit den erarbeiteten Abhilfemaßnahmen kann die Prozesssicherheit und damit auch die Qualität traditioneller Käse und insbesondere auch der neuen Generation fettreduzierter Käseprodukte, die mit einer innovativen Technologie herstellt werden, erhöht werden.

Um den Nachhaltigkeitsgedanken in der Lebensmittelwissenschaft dreht sich das Forschungsprojekt von Professor Reinhold Carle vom Lehrstuhl Lebensmittel pflanzlicher Herkunft an der Universität Hohenheim. Aus den Pressrückständen der Sonnenblumenölgewinnung könnten bald wertvolle Proteine mit hervorragenden Verarbeitungseigenschaften gewonnen werden. Bisher lediglich als Tierfutter genutzt, könnten die Proteine der entölten Sonnblumenkerne aufgrund ihrer emulgierenden und schäumenden Eigenschaften zu cremiger Mayonnaise oder luftigen Schaumküssen weiterverarbeitet werden.

Ganz nebenbei ein Grund zur Freude für Allergiker, denn das Endprodukt enthält nachweislich weniger allergieauslösende Substanzen als vergleichbares Sojaprotein. Besonderer Clou: Damit die attraktiven Eigenschaften des Sonnenblumenproteins genutzt werden können, muss es zunächst von unerwünschten Farb- und Geschmacksstoffen befreit werden. Das so gewonnene Nebenprodukt, die Polyphenole, könnte wiederum als natürliches Antioxidans verwertet werden.

Kontaktadresse:
Prof. Dr.-Ing. habil. Jörg Hinrichs,
Direktor des Instituts für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie,
Leiter des Fg. Lebensmittel tierischer Herkunft,
Tel.: 0711 459-23792, E-Mail: jh-lth@uni-hohenheim.de
Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. Reinhold Carle
Leiter des Fg. Lebensmittel pflanzlicher Herkunft,
Tel.: 0711 459-22314, E-Mail: carle@uni-hohenheim.de

Johanna Lembens-Schiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Legionellen? Nein danke!
25.09.2017 | Haus der Technik e.V.

nachricht Posterblitz und neue Planeten
25.09.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops