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Wenn Viren und Pilze gemeinsame Sache machen, vergeht Landwirten das Lachen

01.09.2008
Internationale Arbeitsgruppe zu bodenbürtigen Pflanzenviren mit pilzlichen Vektoren tagt vom 31. August bis 4. September am Julius Kühn-Institut in Quedlinburg

Gesunde und ertragreiche Bestände qualitativ hochwertiger Kulturpflanzen auf unseren Äckern sind keine Selbstverständlichkeit. Besonders gefürchtet bei Landwirten sind Viruskrankheiten, denn gegen Pflanzenviren selbst gibt es keine Mittel.

Das liegt nicht zuletzt in der Natur der Krankheitserreger begründet, die sich oft eines Zwischenwirtes bedienen, um ihr Hauptziel - die Pflanze - zu erreichen. Bei dem Symposium der "International Working Group on Plant Viruses with Fungal Vectors", das am Wochenende am Julius Kühn-Institut in Quedlinburg beginnt, stehen die Viren im Blickpunkt, die mit Bodenpilzen gemeinsame Sache machen.

Die 1988 gegründete Arbeitsgruppe tagte in der Vergangenheit in Monterey, Zürich und Bologna. In diesem Jahr ist das JKI in Quedlinburg Gastgeber für 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa, den USA, China und Japan.

"Pilzübertragene bodenbürtige Pflanzenviren führen zu erheblichen Ertragsverlusten. Besonders die Winterkulturen der verschiedenen Getreidearten, aber auch Zuckerrüben und Kartoffeln, werden durch diese Viren infiziert", berichtet Dr. Frank Ordon vom Julius Kühn-Institut. Die entsprechenden Viren überdauern in den dickwandigen Dauersporen der Pilze.

So geschützt, schlummern sie über viele Jahre im Boden und bleiben dabei infektiös. Heute sind in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern innerhalb und außerhalb Europas erhebliche Ackerflächen mit bodenbürtigen Viren belastet. Sowohl Pflanzenschutzmittel als auch Fruchtfolgemaßnahmen sind wirkungslos. Die dauerhafte wirtschaftliche Nutzung dieser Flächen kann nur durch Neuzüchtungen und den konsequenten Anbau von Sorten mit hoher natürlicher Widerstandskraft (Resistenz) gegen die entsprechenden Viren gewährleistet werden.

Basis hierfür ist die intensive Erforschung der entsprechenden Infektionsmechanismen der Viren und der Abwehrsysteme der Pflanzen. Über die Fortschritte der wissenschaftlichen Arbeiten auf diesem Gebiet wird in dreijährigem Rhythmus auf Symposien der Arbeitgruppe berichtet. Im Fokus der Präsentationen stehen die weitere Ausbreitung bekannter Formen der Viren und das Auftreten neuer Isolate. Weiterhin berichten die Forscher über neueste Erkenntnisse zu Übertragungsmechanismen durch die Pilzvektoren und über Fortschritte beim Auffinden von Genen, die die Pflanzen resistenter machen, und deren züchterische Nutzung unter Verwendung molekularer Methoden.

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de
http://www.iwgpvfv2008.bafz.de/

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