Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biometrie im Unternehmen? Aber sicher!

28.08.2008
Biometrische Systeme bieten neue Möglichkeiten für eine sichere Zugangskontrolle in Unternehmen, werfen aber zugleich die Frage nach einem effektiven Datenschutz auf.

Auf der Informationsveranstaltung "Biometrie für Mitarbeiter" am 16. September 2008 im Darmstädter Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD zeigen Biometrie-Experten, wie einem Missbrauch der Daten entgegengewirkt werden kann.

Für Unternehmen soll die Authentifizierung von Mitarbeitern einfach und sicher sein. Die automatisierte Identifikation durch Gesichtserkennung, Iris-Scan und Fingerabdruck bietet hier Lösungen. Auf Biometrie beruhende Zugangssysteme bergen aber auch Risiken. Sind die dem Erkennungsprozess zugrunde liegenden Merkmalsdaten nicht ausreichend geschützt, besteht wie bei allen personenbezogenen Daten die Gefahr der Zweckentfremdung und des Missbrauchs.

Die Vorteile von biometrischen Identifizierungssystemen liegen auf der Hand. Biometrische Merkmale können eine Person zweifelsfrei identifizieren und werden deshalb als Alternative zum Schlüssel, zur Zugangskarte oder zur Passwortabfrage eingesetzt. Von Verlegen und Vergessen kann keine mehr Rede sein. Schließlich führt jeder seine Identifikationsmerkmale wie Fingerabdruck, Iris und Gesicht ständig mit sich.

Die Identifizierung einer Person durch Biometrie ist sicher. Aber dafür müssen Unternehmen personenbezogene Daten speichern und schützen. Im Fall eines Missbrauchs von Passwörtern oder beim Schlüsselverlust sind die Auswirkungen überschaubar. Sie können durch Anlegen eines neuen Passworts oder durch Einbau eines neuen Schlosses relativ gering gehalten werden. Die Folgen beim Missbrauch biometrischer Daten können fatal sein.

Ein biometrisches Merkmal kann nicht einfach ausgetauscht werden. Hinzu kommt ein datenschutzrelevantes Problem: Gespeicherte Daten können aufgrund von zweifelsfreier Identifizierung Personen eindeutig zugeordnet werden. Um Informationen über mögliche Risiken für den Datenschutz bereitzustellen und Empfehlungen für datenschutzgerechte Lösungen auszusprechen, hat die TeleTrusT Arbeitsgruppe "Biometrie" im Frühjahr 2008 zusammen mit der hessischen Datenschutzbeauftragten Dr. Gisela Quiring-Kock ein "Whitepaper zu Biometrie und Datenschutz" veröffentlicht.

Seitens der Forschung und Entwicklung gibt es verschiedene Ansätze, um biometrische Daten zu schützen. Wissenschaftler der Abteilung Sicherheitstechnologie für Graphik und Kommunikationssysteme des Fraunhofer IGD arbeiten an Technologien auf Basis der "Template Protection". Mit dieser Technik werden biometrische Daten in eine sichere und nicht umkehrbare Schablone der biometrischen Merkmale umgewandelt. Die Schablone selbst enthält weder biometrische Informationen, noch lässt sie Rückschlüsse darauf zu. Mit Hilfe einer Sonderreferenz können sogar mehrere von einander unabhängige sichere Schablonen von einem biometrischen Merkmal erstellt werden. Registriert sich ein Nutzer, speichert das System nur die Schablonen der Merkmale. Dadurch kann keine biometrische Information abgerufen werden und die Privatsphäre des Nutzers bleibt gewahrt.

Welche Biometriesysteme werden zum Einsatz in Unternehmen empfohlen? Welche Datenschutzmaßnahmen passen zu welchen Systemen? Und wie sieht die Rechtssprechung zum Thema Biometrie in Unternehmen aus? Antworten auf Fragen rund um die Datensicherheit in der Biometrie beantworten Experten auf der Veranstaltung:

Biometrie für Mitarbeiter - TeleTrusT informiert und diskutiert

Termin: 16. September 2008, 11.00 bis 15.00 Uhr
Ort: Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD,
Fraunhoferstraße 5, 64283 Darmstadt
Die Informationsveranstaltung richtet sich an Betriebsräte, die sich im Rahmen des Mitbestimmungsrechts mit der Frage konfrontiert sehen, ob und unter welchen Umständen sie dem Einsatz von Biometrieverfahren im Unternehmen zustimmen. Experten auf dem Gebiet Biometrie aus unterschiedlichen Organisationen, unter anderem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, TeleTrusT Deutschland e.V., ver-di innotec GmbH, provet - Universität Kassel, Regierungspräsidium Darmstadt und Fachhochschule Frankfurt, klären Betriebsräte und andere Interessierte über die Chancen und Gefahren des Biometrieeinsatzes in Unternehmen auf und diskutieren gemeinsam mit den Teilnehmern Nutzen und Risiken der neuartigen Identifikationssysteme.

Für die Veranstaltung wird keine Teilnahmegebühr erhoben, jedoch wird um Anmeldung gebeten. Anmelden können sich interessierte Datenschutzbeauftragte, Betriebsräte und Betreiber bei:

Marion Gutsell
TeleTrusT Deutschland e.V.
Chausseestraße 17, 10115 Berlin
Telefon: 030 - 400 54 310
E-Mail: marion.gutsell@teletrust.de
Das Fraunhofer IGD ist Mitglied bei TeleTrusT Deutschland e.V. Der gemeinnützige Verein fördert die Vertrauenswürdigkeit von Informations- und Kommunikationstechnik und schafft verlässliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von Informationstechnologie. Seit der Gründung 1989 entwickelte sich der Verein zu einem weithin bekannten und geachteten Kompetenznetzwerk in Fragen der IT-Sicherheit in Deutschland und Europa. Heute vertritt TeleTrusT mehr als 85 Mitglieder aus Industrie, Wissenschaft und Forschung sowie Behörden.

Mehr Informationen zum Thema "Template Protection" erhalten Sie bei:

Alexander Nouak
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Leiter Sicherheitstechnologie für Graphik und Kommunikationssysteme
Telefon: 06151 155-147
E-Mail: alexander.nouak@igd.fraunhofer.de

Bernad Lukacin | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de
http://www.teletrust.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017
24.07.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie