Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche und afrikanische Wissenschaftler kämpfen gegen die Wasserknappheit in Westafrika

22.08.2008
Die Menschen in Westafrika sind von den Folgen des globalen Klimawandels besonders betroffen. Klimaprojektionen für die Region sagen zunehmende Wetterextreme voraus: mehr Trockenheit mit einer gleichzeitigen Zunahme von Extremniederschlägen.

Dies schmälert die Überlebenschancen einer stark wachsenden Bevölkerung, die in Zukunft mehr Nahrungsmittel, Energie und Wasser brauchen wird. Wie man dieser Entwicklung begegnen kann, diskutieren ab dem 25. August mehr als 200 Wissenschaftler und Politiker aus Deutschland, Europa, Amerika und Afrika in Ouagadougou, Burkina Faso. Auch Forscher des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn stellen ihre Ergebnisse vor.

Um die Entscheidungsträger in der Region bei der Bewältigung des Klimawandels zu unterstützen, initiierte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vor acht Jahren im Rahmen seines GLOWA Programms ("Globaler Wandel des Wasserkreislaufs") Forschungsprojekte in Ghana und Burkina Faso (GLOWA Volta) sowie in Marokko und Benin (GLOWA Impetus). Diese beiden Projekte stehen bei der Konferenz in Ouagadougou im Mittelpunkt.

So haben Forscher im GLOWA Impetus Projekt einen digitalen Atlas entwickelt, mit dem beispielsweise aufgezeigt werden kann, wie sich der Klimawandel auf die Wasserverfügbarkeit in den einzelnen Regionen auswirkt. Dieser Atlas ist durch die lokalen Nutzer einfach einzusetzen. Wissenschaftler im GLOWA Volta Projekt stellen ein Modell vor, mit dem sich der Beginn der Regenzeit besser abschätzen lässt. Die Landwirte können so besser planen und Ernteausfälle vermieden werden.

"Für Wissenschaftler aus dem Westen, die es gewohnt sind mit reichlich vorhandenen oder einfach zu sammelnde Daten zu arbeiten, war es nicht einfach, zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen", sagt Prof. Dr. Paul Vlek, Direktor am Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (ZEF) und Leiter des GLOWA Volta Projekts. "Außerdem gibt es aufgrund der dringenden Probleme eine Tendenz zu schnellen, kurzfristig umsetzbaren Lösungen anstatt zu längerfristig angelegten Konzepten. Aber letztendlich hat vor allem die gute Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort dazu geführt, dass wir wissenschaftlich fundierte und praktisch anwendbare Lösungen für Klima- und Wasserfragen in der Region entwickeln konnten."

Besonders stolz ist das ZEF auf den Beitrag, den es zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Region und zum Aufbau institutioneller Strukturen leisten konnte. "So kommen von den über 80 Studenten, die wir im GLOWA Volta Projekt ausgebildet haben, 47 aus Afrika", erläutert Vlek. "Die meisten von ihnen sind in ihre Heimatregion zurückgekehrt, um dort an einer nachhaltigen Umsetzung und einer langfristig angelegten Weiterentwicklung unserer Forschungsinvestition mitzuarbeiten."

"Die Frage nach der Nachhaltigkeit und Fortsetzung der Forschungsaktivitäten in unseren Projektländern ist das Thema, das unsere marokkanischen und beninischen Kollegen besonders bewegt. In enger Absprache mit unseren Counterparts wird GLOWA IMPETUS daher in der letzten Phase das Capacity Development, insbesondere die Schulung in unsere verschieden Entscheidungsunterstützungssysteme, noch wesentlich verstärken", sagt Prof. Dr. Barbara Reichert, Sprecherin des Bonner Teilprojektes des gemeinsam mit der Universität zu Köln durchgeführten IMPETUS-Projektes.

Die Konferenz wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgerichtet und federführend vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn organisiert. Rund 200 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft nehmen daran teil.

Das GLOWA Programm ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zum Thema "Globaler Wandel des Wasserkreislaufs". Das Programm wurde 2000 gestartet und besteht aus fünf regionalen Projekten in Europa, dem Nahen Osten und Westafrika. Homepage: http://www.glowa.org

Kontakt:
Alma van der Veen
Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn
Am 25.8. mobil in Burkina Faso erreichbar unter 00226/75 26 00 02
Ab 26.8. unter 0228 / 73-1846 (ZEF, Bonn)
E-Mail: a.vdveen@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de
http://www.glowa.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt
20.02.2018 | ISF München - Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V.

nachricht Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics