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Ein Übel für den Schmuckstein, eine Schatzgrube für den Wissenschaftler

06.08.2008
Diamanten und ihre Einschlüsse - Konferenz an der Goethe-Universität

Vom 10. bis 15. August wird das Casino auf dem Campus Westend zum weltweiten Mekka der Diamant-Forscher aus Industrie und Wissenschaft: Die 9th International Kimberlite Conference (9IKC), das weltweit wichtigste Treffen rund um den einzigartigen Edelstein, wird in diesem Jahr von den Mineralogen des GeoZentrums der Goethe-Universität durchgeführt.

Kimberlitkonferenzen finden seit mehr als 30 Jahren in vier- bis fünfjährigen Abständen gewöhnlich in einem Diamant-produzierenden Land der Erde statt. Obwohl Deutschland keinerlei eigene abbauwürdige Diamantvorkommen besitzt, entschied sich ein international besetztes Gremium dennoch für die Ausrichtung der Konferenz in Frankfurt. Gründe dafür liegen in der hohen Expertise und der internationalen Reputation des hiesigen Institutes und seiner Wissenschaftler.

Die große Bedeutung der Konferenz wird deutlich durch die Anmeldung von Wissenschaftlern und Industriellen aus über 37 Nationen. Etwa fünf Prozent der fast 500 Teilnehmer werden aus deutschen Universitäten an den Main reisen.

Diamanten sind nicht nur faszinierende Schmucksteine. Beeindruckend sind auch ihre einzigartigen physikalischen Eigenschaften wie die enorme Härte und die hohe Wärmeleitfähigkeit.

Den Geowissenschaftler begeistert zudem ein eher profaner Umstand: Diamanten schließen bei ihrem Wachstum in Tiefen ab 150 km häufig ihre umgebenden Minerale ein - ein Übel für den Schmuckstein, eine Schatzgrube für den Geowissenschaftler. Beim Transport an die Erdoberfläche mit dem Kimberlit (einem vulkanischen Gestein) als "Fahrstuhl" sind die Diamanten die "Probenbehälter", die Material aus über 670 km Tiefe zu uns ans Tageslicht bringen. Um an diese Schätze zu gelangen, muss der Geowissenschaftler den Diamanten zwar zerstören, er erhält so aber direkten Einblick in die Tiefe der Erde, in die dort herrschenden Bedingungen, ihren Aufbau und ihre dynamische Entwicklung.

Die Erkenntnisse, die er dabei gewinnt, sind wiederum enorm wichtig bei der Suche nach neuen Diamanten. Das erklärt die Symbiose von Industrie und Wissenschaft bei den Kimberlitkonferenzen.

Die Suche nach neuen Diamanten ist heute intensiver denn je. Der Bedarf wächst enorm mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Schwellenländer wie Indien und China. So wird Diamant noch lange ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für Diamant-produzierende Länder wie Südafrika, Botswana, Namibia, aber auch Russland, Australien und Kanada bleiben. Die Verbesserung der Suche und des Abbaus von Diamanten sind daher ebenso ein zentrales Anliegen der Konferenz wie die Grundlagenforschung. Somit verwundert es auch nicht, dass über die Hälfte aller Beiträge und Teilnehmer aus der Industrie stammen. Die führenden Minengesellschaften wie Rio Tinto, de Beers und BHP Billiton sind dabei vertreten.

Mit der Ausrichtung der 9IKC in Frankfurt wird auch ein geschichtlich interessanter Bogen geschlagen - die Erfolgsgeschichte von de Beers nahm ihren Anfang in der Nähe von Frankfurt: Ernest Oppenheimer, der Begründer des Diamantenkartells, wurde am 22. Mai 1880 in Friedberg geboren und lebte dort bis zu seinem 16. Lebensjahr.

Informationen:
Prof. Frank E. Brenker,
Institut für Geowissenschaften,
Facheinheit Mineralogie,
Campus Riedberg, Tel: (069) 798-40134,
f.brenker@ em.uni-frankfurt.de
Prof. Gerhard Brey,
für Geowissenschaften,
Facheinheit Mineralogie,
Campus Riedberg, Tel: (069) 798-40123,
brey@ em.uni-frankfurt.de
Tagungstelefon (069) 798-40122
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. Vor 94 Jahren von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit 48 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Uni den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigt sich die Goethe-UnI als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

Stephan M. Hübner | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de
http://www.9ikc.uni-frankfurt.de

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