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Über 250 Geodaten-Experten tagten am 22.Juli in Stuttgart

23.07.2008
Die Tagung "Interdisziplinäre Geodatennutzung durch Land und Kommunen in Baden-Württemberg" fand am 22. Juli 2008 an der Hochschule für Technik Stuttgart statt.

Über 250 Spezialisten aus Baden-Württemberg trafen sich an der HFT Stuttgart zu einem vom Umweltministerium und der Hochschule gemeinsam mit dem Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum sowie dem Gemeindetag, Städtetag und Landkreistag Baden-Württemberg veranstalteten Seminar.

Es galt dabei, Lösungen zu finden beim Zusammenspiel von INSPIRE und Geodateninfrastrukturen mit dem Umweltinformationssystem Baden-Württemberg (UIS BW) und anderen raumbezogenen Fachsystemen. Konkreter Anlass war die Umsetzung der Konzeption für das Räumliche Informations- und Planungssystem RIPS 2006 des UIS BW.

INSPIRE wurde eine EU-Richtlinie getauft, die ausgeschrieben "Infrastructure for Spatial Information in the European Community" lautet. Sie führte am 22. Juli 2008 Fachleute der öffentlichen Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um sich bei der Veröffentlichung ihrer in Datenbanken gesammelten umweltrelevanten Informationen abzustimmen. Mit der EU-Richtlinie wird festgelegt, dass vorhandene digitale Karten und Pläne, so genannte Geodaten, bis 2010 so aufbereitet werden müssen, dass diese nicht nur von Insidern, sondern von allen Bürgern im Internet gefunden und in beliebiger Kombination betrachtet werden können. Experten der Veranstalter vermittelten die Thematik in anspruchsvollen Vorträgen. Zum Transfer der Kenntnisse wurden Praxisbeispiele in einer Ausstellung gezeigt.

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Die von Routenplanern und Suchmaschinen bekannte digitale Aufbereitung geographischer Informationen wird es dann auch für andere Themen wie z.B. Schutzgebiete, Biotope, Bebauungspläne geben, die bisher nur auf herkömmlichen Karten oder in örtlichen Spezialanwendungen vorhanden sind. Die EU-Richtlinie fordert, diese raumbezogenen Daten über das Internet verfügbar zu machen. Im Zuge von INSPIRE entstehen so genannte Geodateninfrastrukturen (GDI), die es ermöglichen, die Daten gemeinde-, landkreis- und auch länderübergreifend zu kombinieren.

Neben einfacheren Verwaltungsprozessen und der geforderten Transparenz für Bürger schaffen Geodateninfrastrukturen auch für die Wirtschaft neue Möglichkeiten, um das Potential der vorhandenen Geodaten übergreifend zu nutzen und dadurch Mehrwerte zu generieren. Ein Beispiel dafür ist ein an der HFT Stuttgart als Prototyp entwickeltes Auskunftssystem für Statiker, die als Bemessungsgrundlagen für Balken und Stahlträger die jeweilige Geländehöhe des Bauobjektes und Informationen über das Erdbebenrisiko ebenso wie die zu berücksichtigenden Wind-, Schnee- und Eislasten benötigen.

All diese nicht geheimen Informationen sind in nach Inhalten und Ländern getrennten Kartenwerken vorhanden, deren Beschaffung vor allem Zeit und dadurch mehr Geld als die Karten selbst kostet. Die in der Veranstaltung präsentierte Lösung der HFT Stuttgart fügt nun all diese Informationen im Fenster eines Internetbrowsers zusammen und erfordert dazu nicht mehr Informationstechnik-Kenntnisse als man sie zum Aufsuchen einer Adresse in einem Routenplaner benötigt.

Neben der HFT Stuttgart präsentierten leistungsfähige GIS-Lösungen

- Landratsamt Main-Tauber-Kreis (LRA TBB) für den Landkreistag Baden-Württemberg (LKT) und Stadt Freudenberg für den Gemeindetag Baden-Württemberg

- Landeshauptstadt Stuttgart, Stadt Aalen und Stadt Heidelberg für den Städtetag Baden-Württemberg (ST)

- Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) für den kommunalen Datenverarbeitungsverbund Baden-Württemberg (DVV)

- Regionalverband Donau-Iller für den Arbeitskreis GIS der Regionalverbände (RV)

- Landesvermessungsamt Baden-Württemberg (LV)

- Informatikzentrum Landesverwaltung Baden-Württemberg (IZLBW) / Entwicklungs- und Betreuungszentrum für Informations- und Kommunikations-technik (EBZI) des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg (MLR)

- Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) mit UIS-Partnern Steinbeis-Transferzentrum IDA und disy Informationssystems GmbH.

Petra Dabelstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.hft-stuttgart.de

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