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Rheumaforschung für den Patienten

08.07.2008
Experten für rheumatische Erkrankungen tagen in Berlin

Der 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) findet vom 24. bis 27. September 2008 in Berlin statt. Wissenschaftler und Ärzte diskutieren auf der Tagung im Hotel Maritim neueste Erkenntnisse über Rheuma.

Die Veranstalter haben in diesem Jahr vor allem forschungsorientierte Schwerpunkte gesetzt: Immer häufiger helfen sogenannte Biomarker im Körper dabei, für Patienten die genau passende Therapie zu finden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zelltherapie der bei Rheuma fehlgeleiteten körpereigenen Abwehr. Der Kongress behandelt aber auch Aspekte im Alltag von Rheumapatienten: deren Versorgung und die Rolle von Genen und Lebensstil. Außerdem geht es um Rheuma bei Kindern. Zum dritten Mal tagt die DGRh mit der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie (ARO).

"Erklärtes Ziel der Rheumaforschung ist nicht ausschließlich die Symptombekämpfung. Wir wollen langfristig durch ein immer tiefer gehendes Verständnis der Krankheitsprozesse dort ansetzen, wo Rheuma entsteht", sagt Kongresspräsident Professor Dr. rer. nat. Andreas Radbruch. Der Wissenschaftler führt an, dass gerade die Rheumatologie von den neuesten biomedizinischen Entwicklungen profitieren könne. "Diese Grundlagenforschung muss jedoch noch schneller als bisher dem Patienten zugute kommen, wenn auch erste Schritte bereits getan sind", so der Leiter des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin.

Mit der Zelltherapie thematisiert der Präsident einen dieser neuen Ansätze auf dem Kongress: Rheuma liegt eine fehlerhafte körpereigene Abwehr zugrunde. Ein Weg ist es, das überaktive Immunsystem komplett auszuschalten und anschließend neu aufzubauen. "Diese Form der Therapie kann jedoch den Körper lebensbedrohlich schwächen", erläutert Professor Radbruch. Ziel der Zelltherapie sei es deshalb, die an der Entzündung beteiligten Zellen zu erkennen und ausschließlich diese gezielt auszuschalten. Das Immunsystem würde seine schützende Funktion weitgehend behalten.

Neben Forschungsthemen behandelt der Kongress Aspekte des alltäglichen Lebens von Menschen mit Rheuma: Rheuma im Alter, Fernreisen mit Rheuma, Rheuma und Schwangerschaft, Folgeschäden und Schmerzen. Darüber hinaus geht es um chronische Entzündungen des Herz-Kreislaufsystems, seltene Formen von Rheuma und Lyme Borreliose.

Ein Patiententag am letzten Tag des Kongresses bietet Betroffenen praktische Anleitung im Umgang mit der schmerzhaften Erkrankung. In der "Rheuma-Akademie" können sich Ärzte anhand von Fallvorstellungen praktisch fortbilden. Eine Industrieausstellung rundet das Informationsangebot für Ärzte ab. Teilnehmer können sich online unter http://www.dgrh.de anmelden. Die Teilnah¬megebühren sind abhängig vom Zeitpunkt der Anmeldung, Mitgliedschaft und dem Status des Teilnehmers, wie zum Beispiel Student oder Assistenzarzt. Weitere Informationen und das Vorprogramm finden Interessierte ebenfalls im Internet.

Etwa 1,5 Millionen Deutsche leiden an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Menschen jeden Alters sind von dieser oft schweren, schmerzhaften und vielgestaltigen Krankheit betroffen: Unter dem Begriff Rheuma fassen Experten mehr als 400 verschiedene entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates zusammen. Durchschnittlich dauert es 13 Monate bis Betroffene mit einer rheumatoiden Arthritis zu einem Rheuma-Spezialisten gelangen und dort Hilfe finden.

Ansprechpartnerin:

Kongress-Pressestelle
Anna Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Berliner Büro:
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstraße 59
10117 Berlin
Tel: 0711 89 31 552
Fax: 0711 89 31 167
E-Mail: voormann@medizinkommunikation.org

Dr. Cornelia Rufenach | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgrh.de
http://www.dgrh.de/jahreskongresse.html

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