Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit allen Sinnen lernen

23.06.2008
ZiF-Tagung zur Informationsverarbeitung bei Kindern und zu ihrer Übertragbarkeit auf die Robotik

Vom 3. bis 5. Juli findet im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld unter der Leitung der Bielefelder Künstliche Intelligenz-Forscherin Dr. Katharina Rohlfing die Tagung "Intermodal Action Structuring" ("Mit allen Sinnen lernen") statt.

Die Manipulation von Objekten ist eine wesentliche Quelle unseres Wissens: Der Kern unseres konzeptuellen Wissens liegt darin, dass wir repräsentieren können, was Dinge tun und was mit ihnen gemacht wird. Kinder unternehmen die ersten Schritte in Richtung Handlungsinterpretation bereits früh in ihrer Entwicklung.

Aber wie filtern sie aktiv Informationen aus der Umwelt, mit denen sie regelrecht' bombardiert' werden? Wie lernen sie, bestimmte Informationsquellen zu achten und andere zu ignorieren? Den neuesten Ergebnissen der Entwicklungspsychologie zur Entwicklung von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Kognition entspringt das Prinzip des 'intermodalen Lernens': Ein Ereignis kann gleichzeitig von verschiedenen Sinnen aufgenommen und verarbeitet werden, denn eine Information kommt selten unimodal beim Menschen an - ein Feuer kann nicht nur gesehen, sondern auch gefühlt und gerochen werden.

... mehr zu:
»Robotik »Wahrnehmung »ZiF

Aus der Forschung zur Entwicklung von menschlicher Wahrnehmung wird zunehmend deutlich, dass vor allem in frühen Entwicklungsstadien den Informationen Aufmerksamkeit geschenkt wird, die sich intermodal verstärken. Diese Befunde werden in der Robotikforschung bislang noch wenig beachtet. Ausgehend vom Prinzip des intermodalen Lernens liegt der Vorteil nicht nur darin, dass verschiedene Module zusammenarbeiten (und nicht lediglich beteiligt sind), wodurch eine Verarbeitung von Informationen unterschiedlicher Natur - zum Beispiel Gestik und Sprache - möglich ist; sondern es werden auch robustere künstliche Systeme gebaut, weil eine Fehlfunktion eines einzelnen Moduls durch andere ausgeglichen werden kann.

Verbale Sprache hat das Potenzial, andere Modalitäten zu verstärken. Im Zentrum des Workshops steht daher die Idee, dass Sprache die menschliche Handlung strukturiert vermittelt. Durch die Synchronisation von Sprache und Handlung entdecken Kinder bestimmte Regularitäten in Handlungen und Ereignissen: Das Hören desselben Wortes in verschiedenen Situationen kann Kinder dazu verleiten, Gemeinsamkeiten in den Situationen zu finden. Die Sprache spielt also eine Rolle im Strukturieren und Organisieren eines Aktionsverlaufs.

Gegenstand der Tagung sollen daher Handlungen sein, die sprachlich begleitet werden. Diese Handlungen werden auf ihre Sequenzen hin untersucht. Die Erkenntnisse, die im Zusammentreffen von Forschung zur ontogenetischen menschlichen Entwicklung mit Anwendung und Evaluation ihrer Ergebnisse in der kognitiven Robotik zusammengetragen werden, können uns in Richtung sozialer Roboter einen entscheidenden Schritt weiterbringen.

Tagungssprache ist Englisch.

Tagungszeiten:
3. Juli, 9:00 Uhr - 18:00 Uhr
4. Juli' 9:00 Uhr - 17:30 Uhr
5. Juli, 9:00 Uhr - 15:30 Uhr
Weitere Informationen unter:
www.uni-bielefeld.de/ZIF/AG/2008/07-03-Rohlfing.html
Inhaltliche Fragen bitte direkt an die Veranstaltungsleitung:
Dr. Katharina Rohlfing; E-Mail: rohlfing@techfak.uni-bielefeld.de
Anfragen zur Tagungsorganisation beantwortet im Tagungsbüro des ZiF:
Marina Hoffmann, Fon: +49 521 106 2768; Fax: +49 521 106 6024;
E-Mail: Marina.Hoffmann@uni-bielefeld.de

Torsten Schaletzke | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bielefeld.de/ZIF/AG/2008/07-03-Rohlfing.html

Weitere Berichte zu: Robotik Wahrnehmung ZiF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten