Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WirtschaftsWoche-Tagung 2008: Medizintechnik

20.06.2008
Finanzierung von Medizintechnik: Krankenkassen weiter zurückhaltend
3. und 4. Juli 2008, Hotel Palace, Berlin
Bis zu 1,5 Milliarden Euro könnten im Gesundheitswesen jährlich eingespart werden, wenn Kliniken und Arztpraxen verstärkt moderne Medizintechnik einsetzten.

Das erklärte der Medizintechnik-Branchenverband Spectaris im Herbst 2007, nachdem er zehn Medizintechnikprodukte auf ihre Folgen für Abläufe und Kostenstrukturen untersucht hatte. (Spectaris, 18.10.2007)

Im Vorfeld der WirtschaftsWoche-Tagung „Medizintechnik“ (3. bis 4. Juli 2008, Berlin, http://www.konferenz.de/inno2-medizintechnik08) erklärte Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK Hamburg: „Auch die gesetzlichen Krankenkassen haben ein großes Interesse an innovativen Medizinprodukten, die die Qualität der Versorgung unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit verbessern.“ Allerdings könne heute niemand sagen, wie der Gesundheitsfonds und der damit verbundene, neu gestaltete Risikostrukturausgleich auf die Finanzen der Kassen wirken werde.

„Da alle Kassen versuchen werden, eine zusätzliche Prämie zu vermeiden, wird ihre Bereitschaft, bei der Unterstützung von Innovationen finanzielle Risiken einzugehen, vermutlich nicht sehr ausgeprägt sein“, so Rebscher gegenüber dem Veranstalter EUROFORUM. Über die Steuermechanismen von Integrationsverträgen könnten neue, sinnvolle Produkte gefördert werden.

Dr. Hans-Jürgen Ahrens (AOK Bundesverband) betonte im EUROFORUM-Gespräch, es sei in Zeiten knapper werdender Ressourcen die Pflicht einer gesetzlichen Krankenkasse, darauf zu achten, dass medizinische Leistungen auch wirtschaftlich erbracht werden. „Nur diejenigen Leistungen und Therapieformen sollten in den gesetzlichen Leistungskatalog aufgenommen werden, die auch tatsächlich einen Zusatznutzen für die Versicherten haben“, so Ahrens.

Auf der WirtschaftsWoche-Tagung wird er die Medizintechnik als Leistungsträger aus Sicht der Krankenkassen präsentieren und dabei auf Neuregelungen der Gesundheitsreform sowie die veränderte Wettbewerbssituation eingehen. DAK-Chef Rebscher nimmt Stellung zur Finanzierungsaufgabe der gesetzlichen Kassen. Strategien zur Finanzierung von Medizintechnik sind zudem Thema eines Vortrags von Siemens Financial Services.

Aus Herstellersicht berichten Jochen Franke, CEO Philips Healthcare Deutschland, und Bernd von Polheim, Präsident der GE Healthcare Germany, über den Wachstumsmarkt Medizintechnik. „Wir haben unzählige Beispiele dafür, dass neue Technologien für eine höhere Produktivität sorgen“, sagte Bernd von Polheim, Deutschlandchef von GE Healthcare, erst kürzlich gegenüber der WirtschaftsWoche. Zum zögerlichen Investitionsverhalten von Ärzten und Kliniken sagte er: „Wenn ein Arzt für eine Untersuchung mit einem neuen Computertomographen genau dasselbe Honorar bekommt wie mit einem alten, ist seine Investitionsneigung gering.“ (wiwo.de, 23.04.2008)

Die WirtschaftsWoche Tagung „Medizintechnik“ zeigt vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage im Gesundheitswesen und angekündigter Innovationen, wie sich die Branche künftig positioniert. Im Fokus der Tagung stehen neben den Strategien zur Finanzierung von Medizintechnik auch neue Möglichkeiten durch Informationstechnologie sowie aktuelle Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung.

Hintergrundinformationen

Die Medizintechnik ist eine der innovativsten Branchen Deutschlands: Mit jährlich 15 752 Erfindungen führen Medizintechnikhersteller die Spitze der Patentanmeldungen an. Rund ein Drittel ihres Umsatzes erzielt die Branche mit Produkten, die weniger als drei Jahre alt sind. Auch für 2008 planen 80 Prozent der Hersteller, neue Produkte und Verfahren auf den Markt zu bringen. (Quelle: Branchenbericht des BVmed, „MedTech 2007/08“)

Krankenkassen und Leistungserbringer betrachteten Medizintechnik aufgrund der hohen Investitionskosten häufig als Kostentreiber, so die Beobachtung des Verbands Spectaris. Um diese Annahme zu prüfen, ließen Spectaris und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) anhand von zehn Medizintechnikprodukten analysieren, wie die Medizintechnik Abläufe und Kostenstrukturen verändert. Zu den untersuchten Produkten zählten unter anderem ein Implantat zur schonenden Versorgung eines gelenknahen Knochenbruchs, ein System zur Bestimmung der optimalen Dioptrien-Stärke einer künstlichen Augenlinse bei der Behandlung des grauen Stars sowie ein Verfahren zur Entfernung von Krebszellen. Abhängig von der Zahl möglicher Anwendungsfälle hätten sich dabei Einsparpotenziale zwischen fünf und 990 Millionen Euro ergeben. Insgesamt habe das Einsparpotenzial der zehn Produkte 1,5 Milliarden Euro im Jahr betragen. Die Studie zeige klar, dass Investitionen in moderne Medizintechnik eine frühere Erkennung von Krankheiten, kürzere Operationszeiten und schnellere Heilungsprozesse erlaubten. „Das ermöglicht kürzere Aufenthaltszeiten der Patienten in Krankenhäusern und damit Einsparungen bei Material- und Personalkosten“, betonten die Autoren. (www.spectaris.de, 18.10.2007)

17,3 Milliarden Euro erwirtschafteten die deutschen Medizintechnikhersteller im Jahr 2007 und verzeichneten damit ein Plus von knapp sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. 6,2 Milliarden erzielten die Unternehmen davon im Inland. Der Auslandsumsatz konnte ebenfalls zulegen und wies mit einem Wert von 11,1 Milliarden Euro ein Plus von 6,7 Prozent aus. (www.spectaris.de, 16.06.2008)

Weitere Informationen zur WirtschaftsWoche-Tagung „Medizintechnik“: www.konferenz.de/inno2-medizintechnik08

Kontakt:
Romy König
Pressereferentin
EUROFORUM Deutschland GmbH
Konzeption und Organisation für WirtschaftsWoche-Konferenzen und -Seminare
Westhafenplatz 1
60327 Frankfurt am Main
Tel.:++49 (0)69 / 244 327 - 3391
Fax: ++ 49 (0)69 / 244 327 - 4391
E-Mail: romy.koenig@informa.com


Die WirtschaftsWoche ist mit über 800.000 Leserinnen und Lesern das große aktuelle Wirtschaftsmagazin für Entscheider in Deutschland. Jede Woche analysieren rund 100 Experten mit Hilfe eines weltweiten Korrespondenten- und Partnernetzes die wichtigsten Entwicklungen in Politik und Weltwirtschaft, Unternehmen und Branchen, Technik und Wissen, Beruf und Karriere, Börse und Geldanlage sowie alle für den deutschen Markt wichtigen globalen Trends. Aufgrund ihres anerkannten Qualitätsjournalismus ist die WirtschaftsWoche seit Jahren das mit Abstand meistzitierte Wirtschaftsmagazin Deutschlands.

Die WirtschaftsWoche führt in Kooperation mit der EUROFORUM Deutschland GmbH „WirtschaftsWoche-Konferenzen und Seminare“ durch. Diese bieten Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ein optimales Forum, um sich auszutauschen und Netzwerke zu knüpfen.

Romy König | EUROFORUM Deutschland GmbH
Weitere Informationen:
http://www.euroforum.de

Weitere Berichte zu: Medizintechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge
17.01.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau