Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Organ zum Organismus: Experten beurteilen Erkrankungen mit bildgebenden Verfahren ganzheitlich

17.06.2008
Symposium über Fortschritte bei Bildgebungsverfahren in Mannheim

Das erste internationale Symposium über Fortschritte der modernen Schnittbildgebung "Advances in Cross-Sectional Imaging" (ACSI) wird am 20. und 21. Juni 2008 im Mannheimer Rosengarten unter Federführung von Professor Dr. Stefan Schönberg, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin (IKRN) des Universitätsklinikums Mannheim und Lehrstuhlinhaber der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, stattfinden.

Sein Partner ist Professor Dr. Michael Knopp, Direktor des Department of Radiology der Ohio State University, USA. Beide Wissenschaftler verbindet eine gemeinsame Forschungstätigkeit am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Highlights des Kongresses sind Übersichtsvorträge über neueste Entwicklungen zur verbesserten Detailerkennbarkeit von Tumoren und Gefäßerkrankungen sowie deren schonende, minimal-invasive Therapie. Daneben werden in Kurzvorträgen aktuelle Erkenntnisse zu diesen bildgebenden Verfahren vorgestellt. Es werden rund 70 international renommierte Referenten aus insgesamt fünf Ländern erwartet.

Anlass für das Symposiums (www.mr-pet-ct.com), das im jährlichen Wechsel in Mannheim beziehungsweise Ohio stattfinden wird, ist die rasante Weiterentwicklung von radiologischen Bildgebungsverfahren wie Magnetresonanz-Tomographie (MRT), Computertomographie (CT) und Positronenemissionstomographie (PET). Mit ihrer Hilfe können heute neben Gewebestrukturen eine Vielzahl weiterer Parameter bestimmt werden, darunter die Durchblutung und Sauerstoffversorgung von bösartigen Tumoren sowie die Geschwindigkeit der Zellteilung. Moderne Bildgebungsverfahren erlauben mittlerweile eine Abtastung des gesamten Körpers, um zum Beispiel Krebsmetastasen in Lymphknoten oder entfernter liegenden Organen zu erkennen. "Der Blickwinkel des Radiologen hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt", unterstreicht Stefan Schönberg die Entwicklung. "Früher haben wir uns vor allem mit der bildlichen Darstellung einzelner Organe beschäftigt. Heute steht die umfassende Beurteilung der Erkrankung im Mittelpunkt unserer Tätigkeit."

Dieser ganzheitliche Ansatz erfordert jedoch neben einem Höchstmaß an technischer Entwicklung im Bereich von Aufnahme- und Rechengeschwindigkeit der Tomographen auch neue Softwareverfahren für die Nachverarbeitung der anfallenden Datenmengen. Gleichzeitig sind die Ansprüche an die ärztliche Ausbildung sowie die Weiterqualifizierung der Radiologen stark gestiegen. Darüber hinaus müssen die innovativen diagnostischen Verfahren finanzierbar sein. ACSI ist daher nicht nur ein Symposium für die Vermittlung neuer technischer Fortschritte. Vielmehr beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch mit ökonomischen Aspekten, darunter der Frage, wie trotz begrenzter Budgets Verfahrensabläufe verbessert und in der Qualität gesteigert, Kosten eingespart und gleichzeitig die Genauigkeit der Diagnostik verbessert werden kann.

"Innovationen wie die bildgebenden Verfahren erhöhen nicht automatisch die Kosten", erläutert Alfred Dänzer, Geschäftsführer des Universitätsklinikum Mannheim. So ermögliche bei-spielsweise die Computertomographie in vielen Fällen eine beschleunigte Diagnose und zielgerichtetere Therapie. Weitere Vorteile seien die über die Jahre gestiegene Bildqualität und sinkende Kosten für die CT-Untersuchung. Professor Dr. Frederik Wenz, Stellvertretender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Mannheim, ergänzt: "Insbesondere bei der Behandlung von Krebspatienten ist die Diagnostik mit bildgebenden Verfahren von großer Bedeutung. Deshalb sind die Kollegen an der Therapieentscheidung maßgeblich beteiligt."

Mannheim ist mit einem Umsatz von fast 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2006 ein bedeutender Standort für Medizintechnik in Baden-Württemberg. Insbesondere in der Medizinischen Fakultät Mannheim sowie der Hochschule Mannheim ist die medizintechnische Forschung seit Jahren fest verankert. Deshalb sei die Ansiedelung eines internationalen Kongresses wie des ACSI in Mannheim eine Bestätigung und zugleich ein Ansporn für die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, den Ausbau der Kompetenzen auf diesem Gebiet weiter voranzutreiben, so ihr Dekan Professor Dr. Dr. h.c. Klaus van Ackern. Es gehöre zu den Zielsetzungen von ACSI, die herausragende Expertise in Mannheim im Bereich der bildgebenden Verfahren zu verdeutlichen, bestätigt der Mitinitiator des Kongresses, Michael Knopp. Daher sollen die Vorträge der ausgewiesenen Experten aus fünf Ländern nicht nur während des Symposiums für Studenten der Medizinischen Fakultät und der Hochschule Mannheim offen stehen, sondern auch zu Weiterbildungszwecken elektronisch über das Internet verfügbar gemacht werden.

Kontakt:
Professor Dr. Stefan Schönberg
Direktor des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin (IKRN) Universitätsklinikums Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 2067
Fax: 0621 / 383 - 3817
E-Mail: christian.fink@rad.ma.uni-heidelberg.de
Internetlink zum Symposium: www.mr-pet-ct.com
Kontakt für Journalisten:
Dr. Monika Mölders
Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät Mannheim der
Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Telefon: 0621 / 383 - 1159
Fax: 0621 / 383 - 2162
E-Mail: Monika.Moelders@medma.uni-heidelberg.de

Dr. Monika Mölders | idw
Weitere Informationen:
http://www.mr-pet-ct.com
http://www.ma.uni-heidelberg.de/inst/ikr

Weitere Berichte zu: ACSI Bildgebungsverfahren Organ Radiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus
19.09.2017 | Universität des Saarlandes

nachricht Zwei Grad wärmer – und dann?
19.09.2017 | Wissenschaft im Dialog gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parasitenflirt: Molekulare Kamera zeigt Paarungszustand von Bilharziose-Erregern in 3D

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie

19.09.2017 | Förderungen Preise