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1. Bayerischer Werkstoffabend "Engineering of Advanced Materials"

12.06.2008
Forschung zum Anfassen - Eine Plattform für die Wissenschaft zum Dialog mit der Wirtschaft

Was haben Fullerene und die Ausbreitung von Licht in Subwellenlängenstrukturen mit zukünftiger Materialforschung zu tun und welche Potenziale für zukünftige Anwendungen besitzen sie?

Diesen Fragestellungen will der Cluster Neue Werkstoffe (CNW) gemeinsam mit dem Exzellenzcluster "Engineering of Advanced Materials - Hierarchical Structure Formation for Functional Devices (EAM)" auf dem ersten Bayerischen Werkstoffabend nachgehen und lädt hierzu am 26. Juni 2008 in die Nürnberger Akademie ein.

Der EAM befasst sich mit der Herstellung und Untersuchung neuartiger hierarchisch organisierter Materialien mit maßgeschneiderten elektrischen, optischen, katalytischen oder mechanischen Eigenschaften. Diese Entwicklungen werden im Verbund durch die übergreifende Zusammenarbeit von sieben Fachrichtungen der Universität, außeruniversitären Einrichtungen und der Industrie vorangetrieben, um innovative Anwendungen auf den Gebieten der Nanoelektronik, Photonik, Katalyse und dem Leichtbau zu erschließen. Die Vision des EAM ist es, die Lücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendung moderner Funktionsmaterialien zu schließen und eine komplette wissenschaftliche Prozesskette aufzubauen.

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"Es sind neue Ansätze für Prozess- und Fertigungstechnologien, Simulation und Modellierung komplexer Verfahren sowie eine innovative Struktur-, Eigenschafts- und Prozessanalytik nötig, um die Lücke zwischen molekularem Materialdesign und der Herstellung sowie Anwendung makroskopischer Bauteile zu schließen. Hierin liegt die Herausforderung für den EAM" so Prof. Dr. Wolfgang Peukert, Inhaber des Lehrstuhls für Feststoff- und Grenzflächenverfahrenstechnik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Koordinator des Exzellenzclusters.

Forschung auf höchstem Niveau
Zwei Erlanger Spitzenforscher des EAM, Prof. Dr. Andreas Hirsch und Prof. Dr. Ulf Peschel, werden auf dem Bayerischen Werkstoffabend ihre Arbeiten auf den Gebieten der organischen Elektronik, der Nichtlinearen Optik und Nanophotonik präsentieren.

Prof. Dr. Andreas Hirsch, Inhaber des Lehrstuhls für Organische Chemie II, beschäftigt sich in erster Linie mit der Entwicklung von Methoden zur effektiven Synthese von Fullerenderivaten und deren Nutzung als Strukturtemplate sowie als Bausteine für supramolekulare Architekturen und Nanomaterialien. Weitere Forschungsfelder sind Dendrimere, Modellstoffe für photoinduzierten Landungsaustausch und Kohlenstoffnanoröhrchen. Auf dem bayerischen Werkstoffabend wird Prof. Dr. Hirsch die Thematik "Moleküle für die organische Elektronik" vorstellen.

Prof. Dr. Ulf Peschel, Professor am Institut für Optik, Informatik und Photonik, forscht im Bereich der klassischen und integrierten Optik sowie der nichtlinearen Dynamik. Sein besonderes Interesse gilt der Ausbreitung von Licht in Subwellenlängenstrukturen und photonischen Kristallen sowie der Beeinflussung optischer Materialeigenschaften durch Nanostrukturierung. Ein weiterer Forschungsgegenstand ist die Untersuchung und Simulation der nichtlinear induzierten Selbstorganisation elektromagnetischer Felder und der Bildung optischer Solitonen. Am 26. Juni wird Prof. Dr. Peschel über "Licht und Nanostrukturen" berichten.

Neue Plattform für den Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft
Mit dem Bayerischen Werkstoffabend bietet der CNW eine neue Plattform für die wichtige Säule der grundlagenorientierten Materialforschung.

"Neue Werkstoffe sind ein Innovationstreiber und unverzichtbar für die Sicherung industrieller Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichem Wachstums. Die Grundlagen hierfür werden in der Forschung gelegt, wobei oftmals nicht die direkte Applikation die treibende Kraft ist, sondern die Suche nach besserem Verständnis der zugrundeliegenden Prinzipien.

Viele der so gewonnenen Erkenntnisse finden aber später ihre Anwendung in der Industrie und steigern die Innovationsdynamik. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass der CNW zu seiner anwendungsorientierten Herangehensweise nun ein Pendant für die Forschung geschaffen hat. Nur durch das nachhaltige gegenseitige Verständnis zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und eine effiziente Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Ingenieuren, kann die Innovationskraft nachhaltig gestärkt werden", so Prof. Dr. Robert F. Singer, Inhaber des Lehrstuhls für Werkstoffe und Technologie der Metalle und einer der Sprecher des CNW. Der Bayerische Werkstoffabend soll viermal pro Jahr im Wechsel zwischen Nürnberg und München stattfinden und aktuelle Forschungsthemen und die dahinter stehenden Forscher vorstellen.

Im Blickpunkt stehen wissenschaftliche Themen und Fragestellungen rund um Neue Materialien sowie Ideen und Konzepte der Grundlagenforschung. "Der Bayerische Werkstoffabend soll zeigen, wie Fragestellungen und Entwicklungskonzepte in der Grundlagenforschung angegangen werden und die Teilnehmer zu neuen Ideen und Projekten anregen. Mit dieser Plattform bieten wir einen familiären Rahmen für den ungezwungenen Gedankenaustausch", so Dr. Kord Pannkoke vom Cluster-Management des CNW.

Der CNW, dessen Management bei der in Nürnberg ansässigen Bayern Innovativ GmbH liegt, versteht sich als bayernweite Informations- und Kommunikationsdrehscheibe rund um das Thema Neue Materialien. Ziel des Clusters ist es, bedarfsorientiert technologische Fragestellungen zu identifizieren und diese durch pro-aktive Netzwerktätigkeiten in einem materialbezogenen Umfeld zur Diskussion zustellen. Dies wird in sieben Themenfeldern verfolgt und bietet umfassende Möglichkeiten für werkstoff- und branchenübergreifenden Technologietransfer. Themenorientierte Cluster-Treffs bei Firmen und Instituten führen Entscheidungsträger zusammen und machen Kompetenzen erlebbar. Die Einrichtung wiederkehrender Expertenrunden zu speziellen Fragestellungen, den so genannten Cluster-Kreisen, verdichtet das Netzwerk bis auf Projektebene.

Die Bayern Innovativ GmbH
Die Bayern Innovativ GmbH wurde 1995 von der Bayerischen Staatsregierung initiiert und gemeinsam von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft als Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mit Sitz in Nürnberg gegründet. Zielsetzung der Bayern Innovativ ist, durch den Ausbau des Technologietransfers Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen zu initiieren. Leitgedanke ist das Zusammenführen verschiedener Kompetenzen, um neuartige Entwicklungen voranzutreiben sowie deren Markteintritt durch die Präsentation neuer Produkte und Entwicklungen zu unterstützen. Neben zehn etablierten Netzwerken managt die Bayern Innovativ GmbH fünf Cluster der 2006 gestarteten Initiative "Allianz Bayern Innovativ": Automotive, Energietechnik, Logistik, Medizintechnik und Neue Werkstoffe. Ziele der Cluster-Initiative sind der Ausbau und die Stärkung landesweiter Netzwerke zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aber auch zwischen Dienstleistern und Geldgebern in Schlüsselbranchen und entscheidenden Technologiefeldern.

Johanna Lison | idw
Weitere Informationen:
http://www.bayern-innovativ.de
http://www.cluster-neuewerkstoffe.de
http://www.bayern-innovativ.de/clusterneuewerkstoffe/werkstoffabendnbg2008

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