Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welt Hypertonie Tag am 17. Mai

09.05.2008
Jeder zweite Todesfall in Deutschland ist hypertonieassoziiert

Die Inzidenz der arteriellen Hypertonie ist in den Industrieländern immens.

Mindestens 20 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, mit zunehmendem Alter ist ein Blutdruckanstieg immer wahrscheinlicher; bei den über 60-jährigen ist jeder Zweite Hypertoniker. Lediglich jeder dritte Mensch mittleren Alters (ca. 44 Jahre) hat noch einen normalen Blutdruck [1].

Als optimal gilt ein Wert unter 120 / 80 mmHg. Über 120 mmHg systolisch (oder diastolisch > 80 mmHg) gilt als grenzwertig, über 140 mmHg (oder diastolisch > 90 mmHg) definiert eine Hypertonie.

Leider verläuft ein chronischer Hypertonus normalerweise ohne Symptome, weshalb er oftmals gar nicht bekannt ist und nur selten akute Beschwerden bereitet. Die möglichen Folgen sind jedoch tragisch: Apoplex, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz, vaskuläre Erkrankungen (pAVK, Retinopathie, Demenz) und chronische Niereninsuffizienz (bis zur Dialysepflicht). Hypertension und Rauchen sind Hauptrisikofaktoren sowie häufigste Ursache für Folgeschäden und einen frühen kardiovaskulären Tod. Akut kann sich eine hypertone Episode durch uncharakteristische Beschwerden bemerkbar machen, so z.B. Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten. Eine hypertensive Krise kann zu Dyspnoe, Angina pectoris, Übelkeit und Sehstörungen führen.

Über 90% aller Hypertoniker haben eine primäre bzw. essentielle Hypertonie. Werden sie nicht "zufällig" bei einer Blutdruckmessung entdeckt, sind Spätschäden die Regel. Über die Hälfte der Patienten ist nicht diagnostiziert. Und nur jeder dritte diagnostizierte Patient wird auch behandelt. Hier kommt häufig eine mangelnde Compliance der Patienten zum Tragen, möglicherweise wird bei leichten Fällen jedoch auch seitens der Ärzteschaft das Problem unterschätzt. Ein Blutdruck unter 140/90 wird in Deutschland nur von jedem fünften Hypertonie-Patienten erreicht! Diabetiker mit Hypertonus werden zwar zu 75% behandelt, aber nur 7,5% erreichen den Zielwert (

Die Ursachen der essentiellen Hypertonie sind vermutlich multifaktoriell und nicht endgültig geklärt. Veranlagung und Lebensgewohnheiten (Bewegungsmangel, salz- und fettreiche Ernährung) tragen zum Bluthochdruck bei. Kommen weitere Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Diabetes mellitus oder Lipidstoffwechselstörungen hinzu, so steigt das Arteriosklerose- bzw. kardiovaskuläre Risiko signifikant an. Fast jeder zweite Todesfall ist kardiovaskulär bedingt und hypertonieassoziiert. Das bedeutet, dass Patienten mit nur leichter bis mittelgradiger Hypertonie ebenfalls diagnostiziert und therapiert werden müssen, wenn die kardiovaskuläre Mortalität gesenkt werden soll.

Dazu müssen die Patienten auf die Gefahren hingewiesen und ermuntert werden, selber auf ihren Blutdruck zu achten, also regelmäßige Selbstmessungen

durchzuführen und sich bei verdächtigen Werten vom Arzt weiterführend untersuchen und ggf. behandeln zu lassen.

Insbesondere Risikogruppen sollten routinemäßig von ihrem Hausarzt über ihre Gefährdung aufgeklärt werden. Dazu zählen Diabetiker, Raucher, Adipöse, Nierenkranke und auch alle Frauen, die hormonelle Präparate nehmen. Die Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga geben genaue Richtpunkte und Therapieempfehlungen. Beispielsweise sollten bei einem rauchenden Diabetiker bereits Blutdruckwerte ab 130 mmHg behandelt werden. Auch ein adipöser Patient mit koronarer Herzkrankheit sollte nach Möglichkeit Werte unter 130/80 mmHg erreichen.

Nur ein generelles Bewusstsein um die Blutdruckproblematik und die konsequente Therapie eines Hypertonus kann schwerwiegende Folgeerkrankungen vermeiden. Darauf aufmerksam zu machen, ist Ziel des Welt-Hypertonie-Tages, der am 17. Mai stattfindet. Dann werden deutschlandweit zahlreiche Veranstaltungen und kostenlose Blutdruckmess-Aktionen stattfinden, zu denen die deutsche Hochdruckliga aufgerufen hat.

Die Deutsche Hochdruckliga (www.hochdruckliga.de) unter dem Vorsitz von Prof. Dr. J. Hoyer bietet auch hervorragendes Patientenmaterial (z.B. Informationsflyer zum Welt-Hypertonie-Tag mit Regeln der Blutdruckselbstmessung) an, das sich zur Auslage in Wartezimmern eignet. Plakate und Broschüren zum Welt-Hypertonie-Tag wurden bereits an viele Arztpraxen versandt. Das Material kann auch noch bei der Deutschen Hochdruckliga angefordert werden.

Helfen Sie uns, die wichtige Präventionsbotschaft des Welt Hypertonie Tages durch das Aufgreifen dieser Meldung publik zu machen. Sollten Sie noch weitere Informationen oder einen Interviewpartner benötigen, wenden Sie sich bitte an:

Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®
Deutsche Hypertonie Gesellschaft
Berliner Str. 46
69120 Heidelberg
Tel. 06221/ 58855-0
Fax 06221/ 58855-25
hochdruckliga@t-online.de
Literatur:
[1] DMW 131, 2006, 2580, zitiert nach Ärztezeitung, 11/2006, S.1
[2] Rump, Lars-Christian aus Ärzte-Zeitung, 26. November 2007, S. 4, Zielwerte für Blutdruck oft nicht erreicht

[3] MMM-Fortschr. Med Nr. 49-50/2007 8149. Jg.), S. 6, Versorgungslage unbefriedigend, zitiert nach Rump, Lars-Christian, Präsident der Hochdruckliga-Tagung 2007

Joachim Leiblein | idw
Weitere Informationen:
http://www.hochdruckliga.de

Weitere Berichte zu: Blutdruck Diabetiker Hypertonie Hypertonus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Graduiertenschule HyPerCells entwickelt hocheffiziente Perowskit- Dünnschichtsolarzelle

17.08.2017 | Energie und Elektrotechnik

Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen

17.08.2017 | Verfahrenstechnologie

Fernerkundung für den Naturschutz

17.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz