Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Daten zu Vor- und Nachteilen minimal-invasiver OPs

21.04.2008
Berlin - Ärzte können Gallenblase, Blinddarm und Leistenbruch heute ohne Bauchschnitt operieren. Etwa 20 Jahre nach den ersten sogenannten Schlüsselloch-Operationen in Deutschland liegen Studien zu Vor- und Nachteilen der minimal-invasiven Operationstechniken vor. Wann das Verfahren Patienten nützt, ist ein Thema des 125. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) vom 22. bis zum 25. April 2008 in Berlin.

"Für eine Vielzahl von - insbesondere gutartigen - Erkrankungen, ist die Überlegenheit oder zumindest Gleichwertigkeit von minimal-invasiven Operationstechniken im Vergleich zu offenen Operationen durch Studien belegt", sagt Professor Dr. med. Köckerling, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Viszeralchirurgie (DGVC), Berlin.

Doch nicht immer gelangen die Vorteile zum Patienten. Beispielsweise ist die endoskopische Entfernung des Blinddarmes für Patienten deutlich angenehmer als eine offene Operation. Denn sie haben weniger Schmerzen und einen kürzeren Aufenthalt im Krankenhaus.

Sogar bei komplizierten Blinddarmentzündungen mit Durchbruch und Bauchfellentzündung gibt es außerdem eine geringere Rate von Wundheilungsstörungen und dadurch geringere Behandlungskosten. Trotzdem entfernen Ärzte nach wie vor nur etwa die Hälfte aller entzündeten Blinddärme minimal-invasiv. "Dies liegt vor allem daran, dass die Aus- und Weiterbildung minimal-invasiver Chirurgen der rasanten Entwicklung der Operationstechniken in vielen Bereichen hinterherhinkt", sagt Professor Köckerling.

... mehr zu:
»Operationstechnik

Die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Minimal Invasive Chirurge (CAMIC) der DGVC hat deshalb Zertifizierungsverfahren für Chirurgen und Kliniken eingeführt. Für das Zertifikat 'Minimal Invasiver Chirurg' sind eine bestimmte Anzahl von Kursen, Hospitationen und minimal-invasiven Operationen sowie Praxis-Tests notwendig. Die Kliniken müssen über eine geeignete Ausrüstung und Instrumente verfügen und an Maßnahmen zur Qualitätssicherung teilnehmen. "Patienten, die sich einem minimal-invasiven Eingriff im Bauchraum unterziehen werden, können sich ihre Klinik aussuchen. Sie sollten dabei auf die entsprechenden Qualifikationen achten", empfiehlt Professor Köckerling.

Terminhinweise:

DGVC/CAMIC-Vortragssitzung
20 Jahre Minimal Invasive Chirurgie:
Was sagen die Daten?
Donnerstag, 24. April 2008, 14.00 bis 15.30 Uhr
Ort: Saal 3, ICC Berlin
DGVC-Vortragssitzung
Freie Vorträge: Minimal Invasive Chirurgie
Freitag, 25. April 2008, 8.30 bis 10.00 Uhr
Ort: ICC Lounge, ICC Berlin
Kontakt für Journalisten:
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Pressestelle, Beate Schweizer
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 / 8931 295, Fax: 0711 8931 167
E-Mail: Schweizer@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org
http://www.chirurgie2008.de

Weitere Berichte zu: Operationstechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften