Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Brot lebt

03.04.2008
Vom Todesbringer bis zur wirtschaftlichen Goldgrube: Universität Hohenheim organisiert 10. Fachsymposium Lebensmittelmikrobiologie, 9. bis 11. April 2008 ab 14:30 Uhr, GENO-Akademie, Steckfeldstraße 2, 70599 Stuttgart

Sie sind für den Gammelfleischskandal verantwortlich und bescheren Salmonellenvergiftung - doch ohne sie könnten wir auch keinen Jogurt genießen: unser Essen konfrontiert uns täglich mit Bakterien & Co - meist ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

Volle Aufmerksamkeit bekommen die Mikroben hingegen auf dem Fachsymposium der Universität Hohenheim. 150 Teilnehmer aus Wissenschaft, Lebensmittelkontrolle und Industrie tauschen sich über neueste Trends der Mikrobiologie in Lebensmitteln aus. Neue Techniken um Krankheitserreger nachzuweisen oder Tiefgefrorenes zu beurteilen sind ebenso Thema, wie neue Verfahren schädliche Mikroorganismen lebensmittelschonend abzutöten.

In die Grundlagenforschung gehen wissenschaftliche Präsentationen zu molekularen und zellulären Themen. Organisiert wird das Symposium von dem Fachgebiet Lebensmittelmikrobiologie der Universität Hohenheim in Kooperation mit den Fachgruppen Lebensmittelmikrobiologie der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) und der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM).

Ein Milliardenheer unsichtbarer Helfer steht Prof. Dr. Herbert Schmidt, Lebensmittelmikrobiologe der Universität Hohenheim, bei seiner Arbeit zur Seite. Außer als Krankheitserreger und Ursache für Verderb sind Bakterien auch zum Wohl des Menschen voll im Einsatz: "Fast alle Milchprodukte, aber auch Brot, Sauerkraut, Rohwürste, Tofu und sämtliche Alkoholika können nur mit ihrer Hilfe hergestellt werden", sagt Prof. Dr. Schmidt.

Den Mikroorganismen prophezeit Prof. Dr. Schmidt eine große Zukunft: Der neue Trend geht zu probiotischen Lebensmitteln wie einer neuen Generation von Jogurts, die mit spezifischen Bakterien angereichert werden und so eine gesundheitsfördernde Wirkung erzielen. Neuer Forschungsbedarf ergibt sich aber auch durch die zunehmenden Lebensmittelunverträglichkeiten.

Ein Beispiel? "In Deutschland gibt es je nach Schätzung 100.000 bis 250.000 Personen, die Reiswaffeln statt Brot kauen müssen, weil sie kein Gluten vertragen, das in Weizen, Roggen und verwandten Getreiden vorkommt", erklärt der Lebensmittel-Mikrobiologe. Ein Forschungsprojekt der Universität Hohenheim soll ihnen wieder zum Genuss von Frühstücksbrötchen verhelfen: "Wir experimentieren mit einem neuen Sauerteig aus Pseudocerealien wie Buchweizen, Amaranth und Hirse. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass wir damit neue Geschmacksrichtungen für das tägliche Brot entdecken."

Auch über das Hohenheimer Forschungsprojekt hinaus geben Bakterien reichlich Diskussionsstoff für das dreitägige Symposium ab. Die Themen reichen von der Hygiene von Wasserspendern und Schankanlagen, über das deutsche Wildschwein als Hepatitis-Überträger, bis hin zu antimikrobiellen Aktivitäten der Pistazienrinde.

Ansprechperson:
Fg. Lebensmittelmikrobiologie (Leitung), Tel.: 0711 459-22305, E-Mail: hschmidt@uni-hohenheim.de

Life Science Center (Sprecher)

Text: Leonhardmair / Klebs

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de/presse

Weitere Berichte zu: Bakterien Krankheitserreger Mikrobiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Ballungsräume Europas
26.04.2017 | Frankfurt University of Applied Sciences

nachricht 200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin
26.04.2017 | AiF Projekt GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie