Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nuklearmedizin fuer Diagnose und Behandlung

01.04.2008
Die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin tagt in Leipzig und stellt aktuelle Entwicklungen vor: neue nuklearmedizinische Verfahren und Großgeräte für die Diagnose von Erkrankungen wie Alzheimer und Behandlungsmethoden gegen Tumoren.
Zeit: 23.04.2008 bis 26.04.2008
Ort: Congress Center Leipzig, Leipziger Messe
Der Bereich der Nuklearmedizin wird zumeist mit einer gewissen Skepsis und Angst betracht. Strahlung, Atome und radioaktive Substanzen - das kann nicht gut sein, denkt sich der Laie und liegt damit falsch. Kongresspräsident Professor Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Uniklinikum Leipzig erklärt:

"Es gibt zwei besonders zukunftsträchtige Wachstumsgebiete der Nuklearmedizin: neue molekulare Therapieverfahren und molekulare Bildgebung mit nuklearmedizinisch-radiologischen Hybridsystemen. Sie sind aus gesundheitsökonomischer Sicht besonders relevant, weil sie solche Themengebiete wie Demenz, Angst- und Depressionserkrankungen angehen, aber auch eine bessere Therapie und Diagnose von Tumoren ermöglichen."

Neue Röhre für bessere Bildgebung

... mehr zu:
»Alzheimer »Nuklearmedizin »Rezeptor
Für die Diagnose von Erkrankungen nutzt die Nuklearmedizin heute unter anderem sogenannte Positronen-Emissions-Tomographen (PET). Diese bildgebenden Großgeräte können Stoffwechselprozesse im Körper quantitativ sehr gut erfassen und abbilden, zeigen aber nur schlecht die exakten räumlichen Ausdehnungen, z.B. von Tumoren. Hier wird in naher Zukunft ein neues System Abhilfe schaffen: "Die PET-Technik wird kombiniert mit Magnetresonanztomographie (MRT), die eine gute räumliche Auflösung der Bilder vom Gewebe erzielt. Das Hybridsystem wird dann in einem Großgerät integriert", so Professor Sabri. Der aktuelle Stand der Entwicklung dieser neuen Generation von Scannern - es gibt sie noch nicht auf dem Markt, aber Sie sind im Test - wird auf einem Vor-Kongress-Symposium der Tagung diskutiert. "Die Kombination aus der funktionell hochempfindlichen PET und der anatomisch hochauflösenden MRT-Bildgebung bietet die Chance, insbesondere am Gehirn, aber auch an anderen Organen zu einer genaueren Krankheitsdiagnostik zu gelangen. Das Universitätsklinikum Leipzig soll ein solches Gerät erhalten, sobald die Technik verfügbar ist."

Alzheimer wird sichtbar gemacht
Auch die Diagnose von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen wie Depression, Zwang, Parkinson und Alzheimer, könnten diese Scanner in Zukunft erleichtern. Benötigt werden dafür aber auch taugliche molekular-medizinische Testsubstanzen. Hier gibt es ebenfalls Neuerungen. So konnten beispielsweise radioaktive Markerstoffe, so genannte Radiotracer entwickelt werden, die es vermögen Alzheimer früh nachzuweisen. Die Methode basiert auf der aktuellen Forschungserkenntnis der Arbeitsgruppe um Prof. Sabri, dass im Falle von leichten Gedächtnisproblemen (sogenannte "milde kognitive Störung") die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken mit der Menge an nikontinergen Rezeptoren im Gehirn zusammenhängt: Wer weniger bzw. zu wenig nikotinerge Rezeptoren hat, scheint im späteren Leben an Morbus Alzheimer zu erkranken.

Der neue Radiotracer kann das nachweisen, indem er an die vorhandenen nikotinergen Rezeptoren im Gehirn bindet und somit ihre Menge messbar macht. Hierzu wird auch ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstütztes Projekt unter Leitung von Professor Dr. Sabri durchgeführt.

Neues gegen Tumoren

Auch im Bereich Krebsbehandlung mit Hilfe der Nuklearmedizin hat sich einiges getan. Erfolge brachten jetzt neue nuklearmedizinische Medikamente bei der Palliativbehandlung von sogenannten neuroendokrinen Tumoren bzw. deren Metastasen. Das Ziel, das Tumorleiden zum Stillstand zu bringen, wurde bei 30-50% der Patienten erreicht. Morbus Hodgkin hingegen, ein bösartiger Tumor des Lymphsystems, kann sogar geheilt werden. Die Chancen stehen vor allem bei Kindern sehr gut. Problem war in der Vergangenheit eher, dass die Kinder übertherapiert und unnötig durch Strahlen- und Chemotherapie belastet wurden.

Seit kurzer Zeit erst wird PET eingesetzt, um frühzeitig im Verlauf der Therapie zu bestimmen, ob und in wie weit die Tumoren angesprochen haben bzw. wie lange die Therapie fortgesetzt werden muss. Prof. Regine Kluge, von der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Uniklinikum Leipzig betreut eine Europaweite multizentrische Studie, die es ermöglichen soll, dass Kinder und Jugendliche mit Lymphdrüsenkrebs gerade so viel Therapie bekommen, wie sie zur Heilung benötigen . Die Studie wird von der EU gefördert und ist auch ein Thema der Tagung.

Der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin findet nun nach 1998 zum zweiten Mal in Leipzig statt und wird am Abend des 23. April durch die Sächsische Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange eröffnet. Erwartet werden ca. 1500 Teilnehmer. Sandra Hasse

Weitere Informationen:
Kongresspräsident
Prof. Dr. med. Osama Sabri
Telefon: 0341 97-18000
E-Mail: osama.sabri@medizin.uni-leipzig.de
nuklmed.medizin.uni-leipzig.de
Kongresssekretär
Dr. Henryk Barthel
Telefon: 0341 97-18082
E-Mail: henryk.barthel@medizin.uni-leipzig.de
nuklmed.medizin.uni-leipzig.de
Programm und Onlineakkreditierung für Presse unter:
www.nuklearmedizin2008.de
Film zur Nuklearmedizin in Leipzig:
nuklmed.uniklinikum-leipzig.de/download/video_3.wmv
Onlineansicht mit Abbildungen:
http://www.uni-leipzig.de/aktuell/index.php?pmnummer=2008067

Dr. Bärbel Adams | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/presse

Weitere Berichte zu: Alzheimer Nuklearmedizin Rezeptor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise