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Tagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Darmstadt

07.03.2008
Physiker entdecken das Darmstadtium

In der kommenden Woche, vom 10. bis 14. März 2008, wird Darmstadt Tagungsort einer der jährlichen Frühjahrstagungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Die Tagung wird von der DPG in Kooperation mit der TU Darmstadt organisiert.

Auf dem Kongress kommen etwa 2000 Physikerinnen und Physiker aus der Atomphysik, der Physik der Hadronen und Kerne, der Kurzzeitphysik, der Molekülphysik, der Massenspektrometrie, der Plasmaphysik, der Quantenoptik und der Umweltphysik zusammen. Ergänzt wird die Tagung durch eine Industrie- und Buchausstellung.

Mit dem neuen Wissenschafts- und Kongresszentrum "Darmstadtium" besitzt Darmstadt seit kurzem die Möglichkeit, eine Konferenz in dieser Größenordnung ausrichten zu können. Die Darmstädter Physiker sind dabei die ersten, die mit einer wissenschaftlichen Tagung das Kongresszentrum bis in den letzten Winkel nutzen.

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Stand der Forschung

Inhalt der etwa 1750 Beiträge ist die Darstellung der neuesten Erkenntnisse und der Stand der Forschung in den verschiedenen Fachbereichen. Dazu gehören zum Beispiel Untersuchungen an überschweren chemischen Elementen, die in Sternen ablaufenden Prozesse zur Erzeugung der Elemente oder die Erzeugung des sogenannten Quark-Gluon-Plasmas, eines Materiezustands, aus dem die Natur wenige Mikrosekunden nach dem Urknall bestanden hat.

Aber auch neueste Entwicklungen auf den Gebieten der Physik ultrakalter Quantengase, der Quanteninformationsverarbeitung, der Quantenmetrologie oder der Physik ultrakurzer intensiver Laserpulse werden vorgestellt. In Plenarvorträgen, Symposien und Postersitzungen werden die Fortschritte des letzten Jahres präsentiert und kritisch diskutiert. Neben erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern berichten zum großen Teil auch junge Forscher über die Ergebnisse ihrer Arbeiten etwa 40 Prozent der Teilnehmer sind Diplomanden und Doktoranden.

Hochburg der Physik

Der Tagungsort Darmstadt ist nicht zufällig gewählt. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich in den letzten Jahren auch in Zusammenarbeit mit der GSI zu einer Hochburg der physikalischen Forschung entwickelt. Die zukünftigen Forschungsstrategien des Landes Hessen zielen auf eine weitere Verstärkung der verschiedenen Fachrichtungen im Darmstädter Raum im Rahmen der Forschungsförderung mit der LOEWE-Initiative. Damit ist die TU Darmstadt, teilweise in Zusammenarbeit mit den umliegenden Universitäten und Großforschungszentren, ein attraktiver Studienort.

Preise

Anlässlich der Tagung werden Preise für herausragende Forschungsarbeiten vergeben. Zum einen erhält Dr. Gabriel Martinez Pinedo, ein junger Nachwuchsforscher der GSI, der auch an der TU Darmstadt Vorlesungen hält, für seine neuartigen theoretischen Ansätze zur Beschreibung von Reaktionen von Neutrinos in Stern-Explosionen den Gustav-Hertz-Preis. Zum anderen hat der Arbeitskreis der Fachverbände "Atomphysik, Molekülphysik, Quantenoptik und Plasmen" einen Preis für die beste Dissertation ausgeschrieben.

Öffentlicher Abendvortrag

In einem öffentlichen Abendvortrag am Dienstag, dem 11. März 2008, 20.15 Uhr, spricht im großen Kongresssaal Professor Dr. Dr. h.c. Anton Zeilinger aus Wien über das Thema "Verschränkung von Quantensystemen: Von fundamentalen Fragestellungen zu Anwendungen in der Quanteninformatik". Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Organisation

Eine Mammutveranstaltung dieser Größe ist auch ein Test für das neue Kongresszentrum in Darmstadt, das den Namen des bei der GSI in Darmstadt erstmals erzeugten künstlichen chemischen Elements "Darmstadtium" trägt. Die Frühjahrstagung findet auf allen Ebenen und in allen Seminarräumen des futuristischen Gebäudes statt. So werden teilweise in 17 verschiedenen Räumen gleichzeitig Vorträge gehalten, insgesamt 1.164. Das Studentenwerk Darmstadt hält 16.000 Becher Kaffee für die Pausen bereit.

Das lokale Organisationskomitee - unter der Leitung der Professoren Dr. Norbert Pietralla, Institut für Kernphysik, Dr. Gernot Alber, Dr. Gerhard Birkl und Dr. Thomas Walther, Institut für Angewandte Physik - hat neben einem örtlichen Planungsstab 75 studentische Hilfskräfte angeworben, um die Tagung durchzuführen und zu einem Erfolg für die Universität, das Kongresszentrum, die Region und nicht zuletzt für die Physik werden zu lassen. Finanziell unterstützt wird die Tagung durch die TU Darmstadt, die GSI und die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Jubiläumsveranstaltung

Obwohl es sich um einen nationalen Kongress handelt, hat die in Forscherkreisen hoch angesehene amerikanische Zeitschrift Physical Review Letters den Wunsch geäußert, ihr 50-jähriges Bestehen in einer separaten hierfür organisierten Feierstunde gemeinsam zu begehen. Dies belegt den großen, international anerkannten Stellenwert der deutschen Grundlagenforschung in der Physik, wie sie unter anderem auch in Darmstadt am Fachbereich Physik der Technischen Universität und an der GSI betrieben wird.

Vier Elemente für Darmstadt

Nicht umsonst ist Darmstadt weltweit die einzige Stadt, deren geografische Lage in der Tafel der chemischen Elemente vierfach vertreten ist und zwar durch die Elemente Darmstadtium (Ordnungszahl Z = 110), Hassium (der lateinische Name für Hessen, Z = 108) - zwei Elemente, die erstmals bei der GSI erzeugt wurden - sowie die bereits seit langem bekannten Elemente Germanium und Europium, die bereits im 19. Jahrhundert bekannt waren.

Auftaktpressekonferenz:
Montag, 10. März, 13.00 Uhr
Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadtium,
Alexanderstraße 1, Darmstadt

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://darmstadt08.dpg-tagungen.de/

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