Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Zukunft der Mediation in Deutschland

11.02.2008
Handschlag statt Richterspruch

Zur Tagung "Die Zukunft der Mediation in Deutschland" werden am 15. und 16. Februar mehr als 300 Anwälte, Richter und Wissenschaftler an der Universität Jena erwartet

Wenn zwei sich streiten, droht der Gang zum Gericht. Das jedenfalls ist bis heute in Deutschland übliche Praxis: Die meisten Rechtsstreitigkeiten werden hierzulande vor Gericht entschieden. "Auch wenn dies in vielen Fällen unnötig ist", sagt Prof. Dr. Hannes Unberath von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dies belege die hohe Zahl der vor Landgerichten geschlossenen Vergleiche, die deutlich höher sei als die der streitigen Urteile. Die Folge: lang andauernde Verfahren, lange Wartezeiten und hohe Kosten.

"Es wäre besser, unnötige Prozesse von vornherein zu vermeiden", ist Prof. Unberath überzeugt, der den Jenaer Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung innehat. In zahlreichen Modellprojekten werde deshalb derzeit erprobt, wie Elemente der "Mediation" - der gütlichen Einigung zwischen den Streitparteien durch einen neutralen Dritten - in gerichtliche Verfahren eingebaut werden können. "Die Erfolge dieser Versuche sind viel versprechend", sagt Prof. Unberath.

... mehr zu:
»Mediation

Die konkreten Einsatzmöglichkeiten dieser Art der Streitbeilegung stehen im Mittelpunkt der Tagung "Die Zukunft der Mediation in Deutschland", die am 15. und 16. Februar an der Universität Jena stattfindet (Campus, Hörsaal 2). Die Tagung richte sich an all jene, die in Bereichen arbeiten, in denen die Mediation sinnvoll eingesetzt werden kann: das allgemeine Zivilrecht, das Wirtschaftsrecht und das Familienrecht. "Wir wollen vor allem Anwälte, Unternehmens- und Versicherungsjuristen sowie Angehörige psychosozialer Berufe erreichen", so Prof. Unberath, der die Tagung gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Reinhard Greger (Universität Erlangen-Nürnberg) organisiert.

Inhaltlich gehe es beispielsweise um aktuelle Gesetzgebungsverfahren. So befindet sich derzeit eine Mediationsrichtlinie der EU in Vorbereitung. Auch der deutsche Gesetzgeber, so die Erwartung der Experten, werde in nächster Zeit reagieren. Das Bundesverfassungsgericht hat bereits im Februar 2007 deutlich gemacht, dass die einverständliche Konfliktlösung "auch in einem Rechtsstaat grundsätzlich vorzugswürdig (ist) gegenüber einer richterlichen Streitentscheidung".

Doch obwohl die einvernehmliche Konfliktlösung in der Rechtspolitik mittlerweile zu einem Leitmotiv geworden ist, bestehen immer noch erhebliche Wissensdefizite und Akzeptanzprobleme in Sachen Mediation. "Hier wollen wir mit unserer Tagung ansetzen", so Unberath. Neben Vorträgen zum allgemeinen Wert der Mediation für die Justiz stehen während der Tagung, zu der sich bereits mehr als 300 Teilnehmer angemeldet haben, vor allem Erfahrungsberichte aus der Praxis und eine Podiumsdiskussion auf dem Programm.

Die Jenaer Tagung steht unter der Schirmherrschaft von Thüringens Justizminister Harald Schliemann und wird von der D. A. S. Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG mitgetragen.

Weitere Informationen zu Referenten und Themen sowie das komplette Programm der Tagung sind zu finden unter: http://www.rewi.uni-jena.de/mediationstagung.html.

Kontakt:
Prof. Dr. Hannes Unberath
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 942160
E-Mail: mediation[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.rewi.uni-jena.de/mediationstagung.html

Weitere Berichte zu: Mediation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik
22.05.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München
22.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie