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„Altern, Sterbeprozess und Lebensende“: Wissenschaftliche Arbeitstagung Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie

05.02.2008
250 Teilnehmer werden am 8. und 9. Februar im Franz-Hitze-Haus erwartet

„Altern, Sterbeprozess und Lebensende“: So lautet das Rahmenthema der 12. wissenschaftlichen Arbeitstagung „Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie“. Organisiert wird die Tagung am 8. und 9. Februar von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Münster (UKM) zusammen mit der Akademie Franz Hitze-Haus, Münster.

Es gibt wohl heute kein ängstigenderes Thema als den Tod. Schon der Umgang mit dem körperlichen Alternsprozess lässt erkennen, dass Altern und damit zumindest langfristig in Verbindung stehende Themen wie Lebensende und Sterbeprozess möglichst weit aus dem Bewusstsein ferngehalten werden sollen.

Andererseits gibt es auch chronisch Erkrankte und Hochaltrige, die sich in ihrer Angst, ihren Angehörigen „zur Last zu fallen“ den Tod herbeisehnen. Profitorientierte Anbieter von sog. „Sterbehilfe“ suchen in diesen Ängsten einen Markt: der kommerziell angebotene schnelle Tod zur Vermeidung einer bewussten Gestaltung des Sterbeprozesses.

Mit diesen Themen und Fragen setzen sich rund 250 Ärzte, Psychologen, Seelsorger und Pflegekräfte während der zweitägigen wissenschaftlichen Arbeitstagung der Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie des UKM im Münsteraner Franz Hitze-Haus auseinander.

In wissenschaftlichen Beiträgen wird untersucht, welche besonderen psychotherapeutischen, pflegerischen und seelsorgerlichen Fähigkeiten der letzten Lebensphase, insbesondere in palliativmedizinischen Situationen benötigt werden. Dabei wird auch die psychotherapeutische Begleitung von Paaren und die Perspektive von Angehörigen Sterbender erörtert.

Eine kürzlich angefertigte Studie zur psychotherapeutischen Versorgung Älterer im Münsterland konnte zeigen, dass der Anteil der über 60-jährigen Menschen, die psychotherapeutisch behandelt werden, im Verhältnis zum Anteil der Allgemeinbevölkerung nach wie vor verschwindend gering ist, wobei der Prozentsatz der Behandlungsbedürftigen der im mittleren Erwachsenenalter entspricht.

Daher will die Tagung auch allen Älteren mit psychischen und psychosomatischen Symptomen Mut machen, psychotherapeutische Hilfe gerade auch bei neu auftretenden Symptomen im Alter in Anspruch nehmen. Denn: Für den Behandlungserfolg ist nicht das Alter der Patienten entscheidend, sondern wie lange die Symptomatik schon besteht. Im Alter erstmals auftretende neue psychische oder psychosomatische Symptome, die erst einige Monate oder ein bis zwei Jahre bestehen, haben ebenso gute Behandlungschancen wie bei jüngeren Erwachsenen.

Ansprechpartner für Fragen Veranstaltung und weitere Informationen:

Univ.-Prof. Dr. med. Gereon Heuft
Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Münster
Domagkstraße 22
48149 Münster
Tel.: (02 51) 83-5 29 01
Fax: (02 51) 83-5 29 03

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

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