Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

M-Payment: Das Jahr 2008 wird den deutschen Markt verändern

10.01.2008
Der Umbruch im Markt zeigt sich auf der Konferenz MCTA am 28. und 29. Januar.
Die Augsburger Mobile-Commerce-Konferenz MCTA zählt zu den wichtigsten Konferenzen im Mobile-Payment-Umfeld. Zwei Mobilfunkanbieter, die T-Com und ein starker spezialisierter M-Payment-Anbieter gehen Anfang 2008 mit neuen Bezahldiensten für Endkunden in den Markt und zeigen ihre Lösungen erstmals auf der MCTA. Diskussionsveranstaltungen zu M-Banking und den Geschäftsmodellen auf Mobilfunknetzen der Zukunft sowie Tutorials zu mobilen Geschäftsprozessen und Mobile Marketing runden das Konferenzprogramm ab.

Die MCTA zeigt erstmals die neuen Anwendungen

An den Endkunden liegt es nicht - die wollen schon seit Jahren mit dem Handy bezahlen. Immerhin knapp 50 Prozent der Deutschen würden das Handy gern für Zahlungsvorgänge nutzen. Anders als in Japan, Spanien oder neuerdings Belgien zogen nur die Anbieter von Bezahlverfahren bisher nicht recht mit. Während die großen Mobilfunkanbieter und Banken sich über Jahre komplett aus dem Markt hielten, kamen die spezialisierten Mobile-Payment-Anbieter bisher nicht aus ihrer Nische heraus und die wirklich spannenden Anwendungen wurden nicht großflächig adressiert. Das alles soll im gerade begonnenen Jahr anders werden: Eine Reihe von Anbietern drängt mit realen Lösungen in den Markt. Auf der 8. Konferenz Mobile Commerce Technologien und Anwendungen (MCTA 2008) am 28. und 29. Januar in Augsburg werden die neuen Anbieter und ihre Anwendungen erstmals zu sehen sein.

Vodafone und O2 - "Zahl's mit dem Handy"

Es soll der erste ernsthafte Versuch deutscher Mobilfunkanbieter im M-Payment werden. Während in den acht Jahren M-Payment-Geschichte auf dem deutschen Markt noch kein einziger Mobilfunkanbieter ein Verfahren vorgestellt hat, das über ein Pilot- oder Schattendasein hinausgekommen wäre, treten nun gleich zwei der vier deutschen Mobilfunkanbieter gleichzeitig und mit einer ähnlichen Lösung auf den Plan: Vodafone und O2. Details werden derzeit noch gehütet, aber es ist ein offenes Geheimnis, dass die Funktionsweise der Lösung manchem alten Hasen bekannt vorkommen wird - allerdings nicht aus der Hand eines Netzbetreibers. Welche Strategie für Vodafone dahinter steht und wie die Lösung genau aussieht, wird Jochen Bornemann erstmals auf der Konferenz MCTA vorstellen. Er ist Leiter Marketing Wholesale der Vodafone D2 und seit den Zeiten des National Roundtable M-Payment stark im Thema engagiert.

Mobile Payment - über die Festnetzrechnung der T-Com

Im M-Payment-Markt mitmischen wird 2008 auch ein Player, den bisher nur wenige auf der Rechnung hatten: Die T-Com, die ab Februar 2008 das M-Payment-Verfahren "Call & Pay Flexible" anbietet. Und die Rechnung ist auch gleich das Stichwort. Denn der Kunde nutzt zwar sein Handy, um die Zahlung zu autorisieren, die Abrechnung erfolgt dann aber die Festnetzrechnung der T-Com, sodass es bei diesem Verfahren - anders als bei Vodafone und O2 - keine Rolle spielt, aus welchem Mobilfunknetz der Kunde kommt. Zunächst wird es das Verfahren nur für die Bezahlung an Automaten geben - laut den Studien der Universität Augsburg eines der spannendsten Szenarien für das M-Payment überhaupt. Während der Endkunde nur mit der T-Com zu tun hat, wird der Vertrieb des Verfahrens an die Automatenbetreiber exklusiv über den Wiesbadener Automatenspezialisten Peaches GmbH erfolgen, der auch die entsprechenden Module für alle gängigen Automatenstandards liefert. "Mit M-Payment ist natürlich einerseits der Kunde im Vorteil, der am Automaten nicht mehr mit dem lästigen Kleingeld hantieren muss", so Geschäftsführer Markus Gurlitt. "Aber vor allem hat der Automatenbetreiber nicht nur zufriedenere Kunden und Mehrumsatz, sondern spart eine Menge unnötiger Kosten in seinen Geschäftsprozessen ein, so dass sich die Lösung gut für ihn rechnet." Die offizielle Markteinführung des neuen Verfahrens findet auf der MCTA statt - bis Ende 2008 erwartet Gurlitt, dass die Hälfte aller Warenautomaten auf deutschen Bahnhöfen mit seinem System ausgestattet ist. Und für das Bezahlverfahren der T-Com soll die Bezahlung am Automaten erst der Anfang sein.

Mit LUUPAY lassen sich 70 Prozent der deutschen Prepaid-Handys per SMS oder Anruf aufladen

Der dritte im Bunde ist das Bezahlverfahren LUUPAY, angeboten vom E-Geld-Institut Contopronto AS mit Sitz in Oslo. Das Verfahren, das beispielsweise auch in Großbritannien und Polen am Markt ist, ist bereits seit eineinhalb Jahren am deutschen Markt aktiv. Contopronto ist dabei der einzige spezialisierte M-Payment-Anbieter, der sich aus seiner Nische heraus zu Massenanwendungen bewegt. Eine davon ist die Aufladung von Prepaid-Handys mit der Technik von LUUPAY. Obwohl hierfür erst ab Februar überhaupt richtig Werbung gemacht werden wird, laufen schon eine sechsstellige Zahl an Transaktionen monatlich über die Systeme - mit zweistelligen Wachstumsraten im Monat. Sowohl Geschenkaufladungen, z.B. von Vater an Tochter, als auch das Senden von Geldbeträgen von Kunde zu Kunde ist möglich. Besonderen Wert legt LUUPAY dabei auf Jugendschutz. So können Minderjährige bei LUUPAY grundsätzlich nur Transaktionen gegen Vorkasse ausführen - selbst wenn sie bereits im Besitz einer Kreditkarte sind. Reinhold Sigler, Country Director Germany, hat aber 2008 noch einen ganz anderen Anwendungsfall im Auge: "In diesem Jahr wird das mobil bezahlte Nahverkehrsticket auf das Handy kommen - im ganz großen Stil", prognostiziert Sigler - das wäre das zweite spannende Szenario aus den Studien der Uni Augsburg. Auf der MCTA wird LUUPAY eine weitere große Kooperation bekannt geben - es wird spannend auf dem Markt.

2008 kommt Bewegung in den M-Payment-Markt

Bei soviel Innovation stellt sich die Frage, ob das M-Payment-Problem nun endlich gelöst ist auf dem deutschen Markt. Dr. Key Pousttchi, Leiter der Arbeitsgruppe Mobile Commerce an der Universität Augsburg und Initiator der Konferenz, mahnt da zur Vorsicht: "Wir glauben, dass 2008 ein entscheidendes Jahr im M-Payment werden kann. Die Einstiegsszenarien sehen hier schon sehr gut aus. Aber entscheidend wird sein, dass man die Verfahren jetzt schon weiterentwickelt, um den Kunden in absehbarer Zeit, Schritt für Schritt, die ganze Palette anbieten zu können. Sonst bleiben sie Gelegenheitsnutzer."

MCTA: Workshops, Vortragsprogramm und Fachausstellung

An der Mobile-Payment-Fachausstellung werden darüber hinaus Paybox, führender Anbieter für Mobile Payment Enterprise Solutions, die Danet, ein führender Anbieter von Transaktionsplattformen für die Abrechnung von Mobile Content sowie Valuephone, die Plattformlösungen und Endnutzer-Applikationen für mobile Geräte, etwa für Bonussysteme, Coupons oder Zahlungsabwicklung in Kooperation mir der Easycash anbietet. Im Thema Mobile Business Processes ist auch in diesem Jahr wieder die T-Systems stark vertreten. Das Vortragsprogramm zum M-Payment ist auch in diesem Jahr wieder sehr prominent besetzt. Allen voran wird Dave Birch, Director bei Consult Hyperion und ein international bekannter Experte für Bezahlverfahren, einen Überblick über mobile und kontaktlose Bezahlverfahren geben. Dr. Malte Krüger wird die neue Studie der Universität Karlsruhe zu Internetzahlungssystemen für Händler (IZH4) vorstellen. Die aktuellen Ergebnisse eines NFC-Feldversuches zu Payment, Zutritt und Info-Services mit der Mobilkom Austria wird Gerhard Madlmayr von der Fachhochschule Oberösterreich vorstellen, Dr. Key Pousttchi die Zusammenhänge zwischen Usability, Technologieauswahl und Benutzerakzeptanz anhand der neuen M-Payment-Studie MP4 darstellen. András Vilmos wird in einer Special Session zum Stand des EU-Projektes SEMOPS II (Secure Mobile Payment Services) berichten.

MCTA im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

Aber auch das übrige Konferenzprogramm verspricht spannend zu werden. Über das in diesem Jahr extrem starke Thema Mobile Payment hinaus gibt es spannende Schwerpunktthemen wie Mobile Business Processes, Mobile Financial Services und M-Banking, Mobile Marketing und Auswirkungen des UMTS Release 5 auf die Geschäftsmodelle von Mobilfunkanbietern.Die Vorträge und Diskussionen auf der MCTA werden von einer Reihe hochrangiger Experten bestritten. Auf der Tagung unter dem Motto "Science meets industry" werden neben den neuesten Trends auch eine Reihe bestehender Lösungen gezeigt. Die gesamte Konferenz dauert vom 28. bis 29. Januar. Das vollständige Programm ist unter www.mcta.de einzusehen, regulärer Anmeldeschluss ist am 13. Januar (danach ist on-site Anmeldung möglich). Da die Anzahl der Plätze insbesondere im Tutorialprogramm sehr begrenzt ist, wird eine schnelle Anmeldung unter www.mcta.de empfohlen.

Ausführliches Programm und Anmeldung: http://www.mcta.de

Kontakt und weitere Informationen:

Max Schießler
Arbeitsgruppe Mobile Commerce (wi-mobile)
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon +49 (821) 598-4431
Fax +49 (821) 598-4432
max.schiessler@wi-mobile.de
Pressekontakt:
Dr. Key Pousttchi
Arbeitsgruppe Mobile Commerce (wi-mobile)
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon +49 (177) 6319508
key.pousttchi@wi-mobile.de
Die Arbeitsgruppe Mobile Commerce im Web: http://www.wi-mobile.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.mcta.de
http://www.wi-mobile.de

Weitere Berichte zu: Commerce LUUPAY MCTA Mobilfunkanbieter Vodafone

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe
23.02.2017 | Technische Hochschule Deggendorf

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie