Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

40 Jahre Forschung in der Welt des Allerkleinsten

07.01.2008
Innsbrucker Institut für Ionen- und Angewandte Physik feiert Gründungsjubiläum

Das Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFUI) feiert am (morgigen) Dienstag sein 40jähriges Gründungsjubiläum. Zur Festveranstaltung in der Aula der Alma Mater in der Tiroler Landeshauptstadt werden rund 200 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet.

Das Institut wurde 1967 unter Professor Maximilian Pahl gegründet. Nach einer ersten Aufbauphase in den 1970er und 1980er Jahren erlebte es unter Leitung der Professoren Werner Lindinger und Tilmann Märk einen ungeahnten Höhenflug. Bei einem der ersten Rankings in Österreich (Profil Sept. 1994) führte das damalige Institut für Ionenphysik die Liste der Top-20-Institute Österreichs an. Zurzeit von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. h.c. Erwin Hochmair geleitet, zählt die Ionen- und Angewandte Physik hinsichtlich Forschungsleistung und Drittmitteleinwerbung zu den fünf Spitzeninstituten der LFUI. Mit seinen 60 Mitarbeitern gilt es als weltweit renommiertes Forschungszentrum, das zahlreiche Pionierleistungen in der Erforschung der Welt des Allerkleinsten, damit den Bausteinen unseres Universums, vorzuweisen hat. Diese weltweite Anerkennung dokumentiert sich einerseits durch zahlreiche Ehrungen für die Mitglieder des Institutes - so erhielten sowohl Tilmann Märk als auch Erwin Hochmair mehrere Ehrendoktorate ausländischer Universitäten - als auch durch die zahlreichen Forschungsaufenthalte prominenter ausländischer Wissenschaftler, darunter auch Nobelpreisträger aus Chemie und Physik, am Innsbrucker Institut.

Die Wissenschaftler der Ionen- und Angewandten Physik erforschen die Eigenschaften von Elektronen, Atomen, Molekülen, Nanoteilchen und Ionen sowie deren Wechselwirkungen mit Bausteinen des Lebens. Diese Welt der winzigsten Teilchen besser zu verstehen, ist eines der ältesten, aber zugleich auch aktuellsten wissenschaftlichen Forschungsfelder. Das Innsbrucker Institut konnte laut eigenen Angaben in den vergangenen vier Jahrzehnten mehrere, global anerkannte Forschungserfolge erzielen. Das belegen zahlreiche Publikationen der insgesamt über tausend Arbeiten in den renommiertesten wissenschaftlichen Zeitschriften, wie Nature, Science, Phys.Rev.Letters und Angewandte Chemie. Derzeit laufen zwei Grundlagenprojekte, die als besonders vielversprechend gelten.

Univ.-Prof.Dr.Paul Scheier und sein „BioNano-Team“ untersuchen im Rahmen mehrerer FWF- und EU-Projekte erstmals auf molekularer Ebene die schädliche Wirkung von Strahlung (im speziellen von langsamen Elektronen) auf die Erbsubstanz. Univ.-Prof.Dr.Armin Hansel und seinem „Umweltphysik-Team“ geht es um die Weiterentwicklung und Anwendung analytischer Methoden zur Untersuchung des Austausches von Spurenstoffen zwischen Biosphäre und Atmosphäre. Dieses Projekt wird von der EU durch ein soeben auf vier Jahre bewilligtes hochdotiertes Marie Curie Industry-Academia Projekt unterstützt.

Unter anderem wurde am Institut in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Nobelpreisträger Harry Kroto weltweit erstmals die ungewöhnlich starke Bindungsenergie des prominenten „Fußballmoleküls“ C-60 geklärt. Faszinierend ist für die Wissenschaft nicht nur, dass diese dritte Form von Kohlenstoff erst 1985 entdeckt wurde (Nobelpreis Kroto, Smalley, Curl 1996), sondern auch, dass C60 die Fähigkeit hat, in seinem Inneren "Passagiere” einzuschließen und zu transportieren, zum Beispiel Gase. Von den bisher laufenden Grundlagenforschungen in Innsbruck werden zum einen Aufschlüsse über Energetik und Kinetik ähnlicher Moleküle erwartet, zum anderen Anwendungen in Industrie und Medizin. Diese könnten nach dem bisherigen Stand der Forschung unter anderem zur Entwicklung neuer Werkstoffe oder Pharmaka beitragen.

Insgesamt sind die Arbeitsgruppen des Institutes für Ionen- und Angewandte Physik dafür bekannt, neueste Erkenntnisse der Grundlagenforschung sofort in die Praxis und somit in die technische und wirtschaftliche Anwendung überzuführen, dies mit innovativen Brückenschlägen vom Feld der Physik in die Umweltforschung und die Medizin sowie in erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Unter anderem gibt es seit Kurzem am Institut gemeinsam mit der Firma Med-El ein Christian-Doppler Labor zur Erforschung der elektrischen Stimulation des Hörnervs durch teilimplantierte Systeme zur Rehabilitation tauber Menschen. Derzeit laufen mehrere angewandte Forschungsprojekte unter anderem gemeinsam mit dem Nobelpreisträger Paul Crutzen zur Einschätzung des Einflusses der Biosphäre auf das Klima, über die Entwicklung neuer Methoden bei der Messung gesundheitlicher Umweltbelastungen, z. B. durch Ozon sowie Feinstaub bzw. dem empfindlichen Nachweis von gefährlichen Stoffen, wie Sprengstoffen und Kampfgasen. Ebenso wird auf Basis von Grundlagenforschungen an der Entwicklung neuer Oberflächenmaterialien für Prothesen gearbeitet. Außerdem wird in Innsbruck an der Entwicklung einer neuen Generation von Werkstoffen geforscht. Cluster - Verbände von wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen sowie Nanoteilchen - größere Cluster mit Dimensionen einiger Nanometer - sind eine Übergangsform zwischen dem Materiezustand gasförmig sowie kondensierten Phasen wie fest oder flüssig. Dieser "Zwischenzustand" bietet unerwartete Möglichkeiten für neuartige Werkstoffe und andere Anwendungen.

Termininfo:
Event: Festakt 40 Jahre Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik
Zeit: Dienstag, 8. Jänner, 15.00-17.00 Uhr, anschließend Buffet
Ort: Innsbruck, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Hauptaula,Innrain 52
Infos:
http://www.uibk.ac.at/ionen-angewandte-physik/bilder/festveranstaltung.pdf
Kontakt:
Univ.-Prof.Dr.Paul Scheier
Univ.Prof.Dr. Armin Hansel
Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik Technikerstrasse 25, A-6020 Innsbruck
Telefon: +43(0)512/507 6243 bzw. +43(0)512/507 6245
Mail: paul.scheier@uibk.ac.at bzw. armin.hansel@uibk.ac.at
Web: http://www.uibk.ac.at/ionen-angewandte-physik/media/
Mag. Gabriele Rampl
Public Relations Bereich Ionenphysik
Kurzgasse 3/10, A-1060 Wien
Telefon: +43(0)650/2763351
Mail: office@scinews.at
Web://www.scinews.at

Gabriele Rampl | Public Relations Bereich Ionenph
Weitere Informationen:
http://www.uibk.ac.at/ionen-angewandte-physik/bilder/festveranstaltung.pdf

Weitere Berichte zu: Ionenphysik Nobelpreisträger Physik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur
21.07.2017 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

nachricht Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien
21.07.2017 | Cofresco Forum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten