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Schule in der Einwanderungsgesellschaft: Internationale Perspektiven aus Forschung und Praxis

04.01.2008
Die Bildungs- und Integrationsforschung stehen in Deutschland an einem kritischen Punkt der Neu-Orientierung. Daher gilt es, sich stärker gegenüber den Erfahrungen in anderen Ländern zu öffnen und die gewonnenen und noch zu gewinnenden Erkenntnisse in praktische Integrationspolitik und -projekte zu übersetzen.

Die vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig in Kooperation mit dem Netzwerk Migration in Europa e.V. und dem Arbeitsbereich Interkulturelle Erziehungswissenschaft der Freien Universität Berlin veranstaltete Konferenz Schule in der Einwanderungsgesellschaft: Internationale Perspektiven aus Forschung und Praxis versucht, einen Beitrag zur Schließung dieser Lücke zu liefern. Wissenschaftler und Praktiker präsentieren und diskutieren Ansätze, Konzeptionen und Erfahrungen entlang der Schnittstelle von schulischer Bildung und Integration.

Die Integration von Einwanderern ist eine vordringliche Herausforderung in den durch Migration geprägten multiethnischen Gesellschaften Europas und Nordamerikas. Die Ausgestaltung dieser Einwanderungsgesellschaften sind zentrale Themen von Politik und Gesellschaft. Über Integrationskonzepte, politische Programme sowie über die rechtliche und soziale Verfasstheit von Institutionen wird aber nicht nur politisch, sondern auch wissenschaftlich zum Teil heftig gestritten. Dabei bilden die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungswesen die wichtigsten Bereiche der gesellschaftlichen Auseinandersetzung.

Besonders in Deutschland stehen den zahlreichen konkurrierenden politischen Positionen bislang eine nur ungenügende Anzahl empirischer Untersuchungen gegenüber, die gesichertes Wissen über den Status der (Bildungs-)Integration und Antworten auf die Frage nach erfolgreichen Modellen, Methoden und praktischen Konzepten liefern. Dies wurde deutlich, nachdem im Mai 2006 die Ergebnisse der Sonderauswertung (Stichprobe der Schüler aus Einwandererfamilien) der durch die OECD durchgeführten PISA-Studie vorgelegt worden waren. Die Tatsache, dass Deutschland bei der Integration von Einwanderern in sein Bildungssystem unter 17 Ländern den letzten Platz einnahm, wurde mit Schrecken und einer gewissen Ratlosigkeit zur Kenntnis genommen.

Die Diagnose machte deutlich, dass es in Deutschland vor allem im Bereich der Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Ergebnisse in die Praxis sowie bei der Übertragung international erfolgreicher Modelle erhebliche Lücken gibt. Bildungs- und Integrationsforschung (bzw. ihre Schnittstellen) stehen somit heute in Deutschland an einem kritischen Punkt der Neu-Orientierung. Es gilt, sich stärker gegenüber den Erfahrungen in anderen Ländern zu öffnen und die

gewonnenen und noch zu gewinnenden Erkenntnisse in praktische Integrationspolitik und -projekte zu übersetzen.

Die vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig in Kooperation mit dem Netzwerk Migration in Europa e.V. und dem Arbeitsbereich Interkulturelle Erziehungswissenschaft der Freien Universität Berlin veranstaltete Konferenz "Schule in der Einwanderungsgesellschaft - internationale Perspektiven aus Forschung und Praxis" versucht, einen Beitrag zur Schließung dieser Lücke zu liefern. Wissenschaftler und Praktiker präsentieren und diskutieren Ansätze, Konzeptionen und Erfahrungen entlang der

Schnittstelle von schulischer Bildung und Integration.

Erkenntnisleitend ist die Frage, was die Schule als Akteur der Erziehung, Bildung und Sozialisation in Einwanderungsgesellschaften leisten kann und wo ihr gesellschaftlicher und gesellschaftspolitischer Ort ist und/oder sein sollte. Die Konferenz richtet sich sowohl an ein akademisches Publikum als auch an Verantwortliche in der Bildungs- und Integrationspolitik sowie an Praktiker der schulischen Bildung.

Verena Radkau | idw
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