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BAuA diskutiert mit internationalen Experten Perspektiven des Control Banding

21.06.2011
Dortmund – 50 internationale Experten treffen sich am 21. und 22. Juni in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund zur europäischen Fachtagung „Perspektiven des Control Bandings“ – ein Ausdruck, der für einfache Werkzeuge zur Gefährdungsbeurteilung beim Umgang mit Gefahrstoffen in Betrieben steht.

Das Wissen über die Sicherheit von Chemikalien für Mensch und Umwelt vergrößert sich durch die seit 2008 geltende Europäische Chemikalienverordnung REACH in den nächsten Jahren erheblich. Bereits jetzt nimmt der Umfang der Sicherheitsdatenblätter, mit denen diese Informationen entlang der Produktkette eines chemischen Stoffes weitergegeben werden, erheblich zu. Dies kann zu Problemen führen, da schon heute viele Klein- und Mittelbetriebe (KMU) mit der Umsetzung der vielfältigen Informationen in praktisches Arbeitsschutzhandeln überfordert sind.

Ansätze des Control Bandings nutzen jahrzehntelang angesammeltes Expertenwissen und geben KMU praxisnahe Hilfestellung. Die Ergebnisse der Tagung liefern Beiträge zum Arbeitsprogramm 2010-15 der Internationalen Technischen Arbeitsgruppe „Control Banding“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Control Banding bezeichnet einfache Werkzeuge für Unternehmer, Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte, die Gefährdungsbeurteilungen am Arbeitsplatz durchführen. Zu diesen Werkzeugen gehört auch das Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG), das die BAuA seit 2005 anbietet. Mit wenigen Informationen aus dem Sicherheitsdatenblatt und zum Arbeitsplatz lässt sich der nach der Gefahrstoffverordnung notwendige Bedarf an Arbeitsschutzmaßnahmen ableiten. Über 40 zweiseitige Schutzleitfäden helfen dabei, die richtigen Maßnahmen für häufige Tätigkeiten wie beispielsweise das Umfüllen von Gefahrstoffen auszuwählen.

Die Möglichkeit, Control Banding für die Risikokommunikation im Sicherheitsdatenblatt zu nutzen, ist seit 2010 ausdrücklich in der REACH-Verordnung verankert. Mit praxisgerechten Lösungen befasst sich deshalb ein Workshop der Fachtagung, an dem sich auch die Europäische Chemikalienagentur ECHA beteiligt. Ein zweiter Workshop zieht eine aktuelle Bilanz zur wissenschaftlichen Bewertung bereits angebotener Control Banding-Werkzeuge und diskutiert neue Entwicklungen beispielsweise zur Beurteilung von Brand- und Explosionsgefährdungen. Die Frage, wie Control Banding Ansätze am besten bekannt gemacht und verbreitet werden können, ist Gegenstand des dritten Workshops. Hier hat, neben dem Internet und der Aus- und Fortbildung von Sicherheitsfachkräften die Integration in Bachelor- und Masterstudiengänge – zum Beispiel zur Chemie – eine zunehmende Bedeutung.

Alle Ergebnisse der Fachtagung werden dokumentiert und auf der Internetseite der BAuA (http://www.baua.de) veröffentlicht.

Infos zum EMKG: http://www.baua.de/emkg

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie ermöglichen Unternehmen wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Dortmund und den Standorten Berlin, Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de
http://www.baua.de/emkg

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