Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autofahren anders bezahlen?

02.06.2010
InnoZ-Symposium: „Pkw-Maut und Vignette in Deutschland“
15. Juni 2010 Berlin, EUREF-Gasometer Berlin-Schöneberg
Rund 50 Millionen Pkw nutzen das Straßennetz in Deutschland, aber für den Aus- und Neubau der Straßen fehlen Gelder und selbst die Instandsetzung der Verkehrswege erfolgt nur unzureichend. Rund 47 Milliarden Euro der vom Pkw-Verkehr verursachten Kosten sind nicht durch Steuern und Abgaben gedeckt (Studie Umweltbundesamt April 2010).

Die aktuelle Maut-Diskussion nimmt das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) zum Anlass, um gemeinsam mit der WirtschaftsWoche und mit Unterstützung des EUREF-Instituts Berlin das Symposium „Auto fahren anders bezahlen? Pkw-Maut und Vignette in Deutschland“ ins Leben zu rufen. Am 15. Juni 2010 sind im Berliner EUREF-Gasometer Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eingeladen, um über das „Ob und falls ja, wie?“ von Straßennutzungsgebühren für Pkw zu diskutieren. Dabei geht es unter anderem um die Unterfinanzierung unserer Verkehrsinfrastruktur, technische Optionen, politische Umsetzbarkeit und Fragen zum Umwelt- und Datenschutz. Als Key-Note-Sprecher wird der ehemalige Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee erwartet.

Das Programm ist im Internet abrufbar:
www.autofahren-anders-bezahlen.de

InnoZ-Wissenschaftler Frank Hunsicker geht wegen der notorischen Unterfinanzierung des Straßenbaus davon aus, dass spätestens 2015 Gebühren zur Benutzung von Straßen entrichtet werden. Hunsicker: „Spätestens 2020 werden alle Bundesfernstraßen gebührenpflichtig sein. Eine satellitengestützte Maut beispielsweise kann enorme Chancen in Sachen Verkehrssteuerung und Klimaschutz bieten.”

Autobahnen in schlechtem Zustand
Prof. Karl-Hans Hartwig (Universität Münster), Frank M. Schmid (Schmid Mobility Solutions) und Prof. Klaus J. Beckmann (Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats beim Verkehrsministerium) sprechen auf dem Symposium über Verkehrsinfrastrukturen und Wirtschaftswachstum, aber auch über Möglichkeiten der Verkehrswegefinanzierung. Schmid hatte sich letztes Jahr die Mühe gemacht, Daten zur Fahrbahn-Qualität zu überprüfen. Demnach ist ein Drittel der ersten und zweiten Spur auf Autobahnen in einem schlechten Zustand, 14 Prozent der dritten und vierten Spur sowie 46 Prozent aller Brücken. „Wenn der Warnwert bei einer Fahrspur erreicht ist, bedeutet das Aquaplaninggefahr für alle Verkehrsteilnehmer, die die Spur wechseln“, erklärte Schmid. „Damit müsste eigentlich der gesamte Autobahnabschnitt als sicherheitsgefährdend eingestuft werden." (Handelsblatt 15.9.2009)

Umsetzung der Maut – ein Mammutprojekt
Über die verschiedenen technischen Optionen und ihre Machbarkeit tauschen sich Josef Czako (Kapsch Traffic Com), Rolf Herzog (AGES International), Thomas Pferr (Satellic Traffic Management) und Karl Strasser (Siemens Electronic Tolling) aus. Die Fragen zu Datenschutz, Klima- und Umweltschutz sowie Stauvermeidung greifen Peter Schaar (Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit), Dr. Felix Creutzig (Technische Universität Berlin)und der „Staupapst“ Prof. Michael Schreckenberg (Universität Duisburg-Essen) auf.

Ein wichtiges Thema in der Maut-Diskussion ist die Akzeptanz solcher Gebührensysteme. Dazu stellen sich Dr. Michael Niedenthal vom Verband der Automobilindustrie, Verkehrspsychologe Prof. Bernhard Schlag von der TU Dresden und Kommunikationswissenschaftler Prof. Hans Mathias Kepplinger (Universität Mainz) der Diskussion. Ein Resümee des Symposiums nimmt Prof. Gerd Aberle (Universität Gießen) vor.

Politische Brisanz
Das Thema Pkw-Maut wird im politischen Berlin derzeit – jedenfalls öffentlich – nicht diskutiert. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel die Maut kategorisch ablehnt, zeigt das Verkehrsministerium Sympathie für ein über Gebühren finanziertes Verkehrsnetz – entgegen den Vorgaben der schwarz-gelben Koalition. Das geht aus einer Stellungnahme an den Verkehrsausschuss hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Darin verweist das Ministerium auf die Vorzüge der Lkw-Maut und plädiert dafür, auch beim Pkw-Verkehr „als Kostenkomponenten nur die verursachten Wegekosten zu berücksichtigen und auf der Einnahmenseite keine Steuern, sondern nur Gebühren anzusetzen.“ (Handelsblatt 27. Mai 2010) Auch einzelne Bundesländer wie Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg befürworten eine solche Finanzierungsform, ebenso wie das Umweltbundesamt (UBA): „Die streckenbezogene Maut ist die gerechteste Lösung, weil die Kosten dort bezahlt werden, wo sie entstehen“, so UBA-Präsident Flasbarth in der Berliner Zeitung (15. April 2010).

Pressekontakt
Claudia Büttner
Leiterin Presse und Internet
IBC Informa Business Communication
Ein Geschäftsbereich der EUROFORUM Deutschland SE
Prinzenallee 3
40549 Düsseldorf
E-Mail: claudia.buettner@informa.com
Tel.: + 49 (0) 211/96 86-33 80
Fax: + 49 (0) 211/96 86-43 80

Claudia Büttner | IBC Informa
Weitere Informationen:
http://www.ibc-informa.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht International führende Informatiker in Paderborn
21.08.2017 | Universität Paderborn

nachricht Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik
21.08.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen