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Auftaktkonferenz des Tübinger Sonderforschungsbereichs „Bedrohte Ordnungen“

13.03.2012
Der Arabische Frühling, die Finanzkrise und die Atomkatastrophe in Fukushima haben weltweit tiefe Spuren in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur hinterlassen.

Extreme Erlebnisse wie Aufruhr, Revolutionen und Katastrophen beeinträchtigen das alltägliche Leben. Sie machen uns bewusst, wie brüchig und voraussetzungsvoll die Grundlagen unseres Lebens und Handelns sind. Außergewöhnliche Situationen können auch zu einem raschen Wandel von Wahrnehmungs- und Handlungsmustern führen.

Ausgehend von bekannten Bedrohungsszenarien fragt der neu gegründete interdisziplinäre Sonderforschungsbereich 923 “Bedrohte Ordnungen“ (SFB) der Universität Tübingen: Wie ändern sich Ordnungen, die soziale Gruppen oder ganze Gesellschaften strukturieren, wenn sie mit Bedrohungen konfrontiert werden? Die Auftaktkonferenz des Sonderforschungsbereiches 923 will sich vom 29. März bis 1. April 2012 an der Universität Tübingen den Fragen nach Bedrohung und Ordnung im interdisziplinären Austausch mit internationalen Gästen annähern.

Ordnungen gelten im Sinne des Tübinger Forschungsprogrammes als bedroht, wenn für Akteure Handlungsoptionen unsicher werden, Verhaltensweisen und Routinen infrage stehen. Eine Bedrohung besteht auch, wenn sich Akteure nicht mehr aufeinander verlassen können; und wenn eine Bedrohungskommunikation etabliert werden kann. In den vier Projektbereichen des SFB „Aufruhr“, „Katastrophen“, „Ordnungszersetzung“ und „Ordnungskonkurrenz" werden empirische Beispiele untersucht, die sowohl epochen- als auch regionenübergreifend Bedeutung erlangten.

Wo liegen die Chancen und Grenzen aus der jeweiligen Perspektive der teilnehmenden Disziplinen für die vier Projektbereiche? Zu welchen Ergebnissen kommt man bei dem Vergleich mithilfe des Konzepts „Bedrohte Ordnungen“ über Zeiten und Räume hinweg? Wie kann man die forschungsgeschichtlichen Ansätze aus den unterschiedlichen Fachrichtungen für die Untersuchungen des SFB 923 einordnen?

Die Key Note Lecture am Donnerstag, 29. März, 18.00 Uhr in der Neuen Aula, Hörsaal 10

von Dr. Mike Rapport, University of Stirling: Transnational Revolution. The "Domino Effect" as a challenge to the established order ist öffentlich.

Die Vertreter der Medien sind zu der Tagung herzlich eingeladen. Gelegenheit mit den Wissenschaftlern zu sprechen besteht beispielsweise in der ersten Kaffeepause am Freitag, dem 30. März, ab 10.30 Uhr.

Kontakt und Anmeldung:
Andrea Kirstein (Koordination)
Universität Tübingen
Sonderforschungsbereich 923
Telefon +49 70 71 29-75095
Mail: andrea.kirstein@uni-tuebingen.de
Yvonne Macasieb (Öffentlichkeitsarbeit)
Mail: yvonne.macasieb@uni-tuebingen.de
Konferenzprogramm
Donnerstag, 29. März 2012, Abend
Grußworte des Rektors der Universität Tübingen, Prof. Dr. Bernd Engler
Key Note Lecture:
Ort: Neue Aula, Hörsaal 10
18.00 Uhr: Dr. Mike Rapport, University of Stirling
Transnational Revolution. The "Domino Effect" as a challenge to the established order

20.00 Uhr: Empfang

Freitag, 30. März, Vormittag: Projektbereich A „Aufruhr“
Ort: Neue Aula, Großer Senat
Kaffeepause: kleiner Senat
9.00 Uhr: Begrüßung und Einleitung: Prof. Dr. Ewald Frie, Sprecher SFB 923
9.15 Uhr: Prof. Dr. Roger Petersen, Massachusetts Institute of Technology
Interventions, Emotions, and Riots
10.30 Uhr: Kaffeepause
11.00 Uhr: Prof. Dr. Steffen Patzold, Universität Tübingen
"Bellum intestinum" und bedrohte Ordnung um 1100. Medien der Kommunikation und der Faktor Zeit
Freitag, 30. März, Nachmittag: Projektbereich B „Katastrophen“
Ort: Neue Aula, Großer Senat
Kaffeepause: kleiner Senat
14.30 Uhr: Prof. Dr. Greg Bankoff, University of Hull
Engineering Disasters. “Risk Architecture” and the Built-Environment in Europe and Asia

15.45 Uhr: Kaffeepause

16.15 Uhr: Prof. Dr. Klaus Gestwa, Universität Tübingen
Tschernobyl, 26. April 1986. Katastrophenerfahrungen, die nukleare Bedrohung und die sozialen Ordnungen in Ost und West
Samstag, 31. März, Vormittag: Projektbereich C „Ordnungszersetzung“
Ort: Neue Aula, Großer Senat
Kaffeepause: Kleiner Senat
9.00 Uhr: Prof. Dr. Uwe Walter, Universität Bielefeld
Fehlfunktion! Wie die kurzen Rhythmen und Routinen der Politik in der römischen Republik nicht mehr genügten

10.15 Uhr: Kaffeepause

10.45 Uhr: Prof. Dr. Astrid Franke, Universität Tübingen
"The more things change the more they remain the same". Stabilität und Wandel einer ungerechten Ordnung
Samstag, 31. März, Nachmittag: Projektbereich D „Ordnungskonkurrenz“
Ort: Neue Aula, Großer Senat
Kaffeepause: Kleiner Senat
14.30 Uhr: Prof. Dr. Reinhard Schulze, Universität Bern
Die Passage von politischer Normenordnung zu lebensweltlicher Werteordnung. Erste Erkenntnisse aus der Großen Arabischen Revolte 2010/2012

15.45 Uhr: Kaffeepause

16.15 Uhr: Prof. Dr. Irmgard Männlein-Robert, Universität Tübingen
Wozu Feinde? Zur Konstruktion und Funktionalisierung von Feindbildern in konkurrierenden Ordnungen

17.30 Uhr: Pause

Samstag, 31. März, Abend
Ort: Neue Aula, Großer Senat
18.00 Uhr: Abschlussdiskussion mit SFB 923-Sprecher Prof. Dr. Ewald Frie, Regisseurin Johanna Dombois, Köln, und Karikaturist Wolfgang Horsch, Niedernhall

19.30 Uhr Empfang

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de/

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