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Auftakt zum zweiten Nobelpreisträgertreffen zur globalen Nachhaltigkeit in London

25.05.2009
Vom 26. bis zum 28. Mai treffen sich in London Nobelpreisträger, führende Wissenschaftler und Experten, um über aktuelle Herausforderungen für Umwelt, Wirtschaft und Entwicklung mit Blick auf den Klimawandel zu diskutieren.

Zu den Teilnehmern gehört auch der US-amerikanische Energieminister und Nobelpreisträger Steven Chu. Das Nobelpreisträger-Symposium ist das zweite einer im Jahr 2007 vom Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber, initierten Reihe zum Thema Nachhaltigkeit. Prinz Charles ist Schirmherr der diesjährigen Veranstaltung.

„Angesichts des atomaren Wettrüstens veröffentlichten Albert Einstein und Bertrand Russell 1955 in London ein Manifest, in dem sie die Wissenschaft aufforderten, gesellschaftliche Verantwortung in der Krise zu übernehmen“, sagt Hans Joachim Schellnhuber. „So entstand unter anderem die Serie der Pugwash-Konferenzen, bei denen führende Wissenschaftler aller Disziplinen Wege aus dem Rüstungswettlauf vordenken. Die Bedrohung durch den Klimawandel erfordert, dass wie dort die führenden Denker zusammenkommen und die Suche nach technischen, ökonomischen und politischen Lösungen unterstützen.“

Rund sechzig namhafte Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, darunter mehr als zwanzig Nobelpreisträger, sowie hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik werden über das Ausmaß der Klimakrise und innovative Lösungsstrategien diskutieren. Im Zentrum werden dabei der Waldschutz und die Wiederaufforstung, die Möglichkeiten der Entwicklung einer kohlenstoffarmen Energie-Infrastruktur sowie die Rolle internationaler ökonomischer und politischer Rahmenbedingungen stehen. Das Symposium wird sich zudem mit der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft befassen und die Rolle der Wissenschaft im Angesicht der globalen Nachhaltigkeitskrise adressieren.

Das Londoner Symposium ist das zweite der Veranstaltungreihe „Global Sustainability“ (globale Nachhaltigkeit). Initiiert wurde die Serie von Hans Joachim Schellnhuber, dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Das erste interdisziplinäre Nobelpreisträger-Symposium zur Globalen Nachhaltigkeit fand unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Potsdam im Oktober 2007 statt (www.nobel-cause.de).

Das diesjährige Treffen wird gemeinsam vom University of Cambridge Programme for Sustainability Leadership (CPSL) und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschug (PIK) veranstaltet. Veranstaltungsorte sind unter anderem die britische Royal Society sowie der St. James's Palace. Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderem durch die VolkswagenStiftung.

Potsdamer Wissenschaftler werden auch in diesem Jahr aktiv an der Veranstaltung teilnehmen. PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber wird am Dienstag den Einführungsvortrag zum Symposium halten.

Wolfgang Lucht, Forschungsbereichsleiter für Klimawirkung und Vulnerabilität am PIK und Professor für Nachhaltigkeitswissenschaft an der Humboldt Universität zu Berlin wird in seinem Beitrag auf die Rolle der Wälder der Erde für künftige Generationen und ein intaktes Erdsystem eingehen und wie die Entwaldung durch international koordinierte Maßnahmen gestoppt werden kann. An diesem Veranstaltungsteil werden unter anderem Prinz Charles, der britische Ökonom Lord Nicholas Stern und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai teilnehmen.

Wie durch einen globalen Emissionshandel gefährlicher Klimawandel vermieden werden kann und grüne Konjunkturprogramme die Wirtschaft beleben, wird Ottmar Edenhofer, Chefökonom des PIK und Vorsitender der Arbeitsgruppe „Vermeidung des Klimawandels“des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

Die Ergebnisse des diesjährigen Symposiums sollen in ein Memorandum einfließen. Es soll als Orientierung bei den UN-Klimaverhandlungen in Kopenhagen im Dezember dieses Jahres dienen. Bereits die Teilnehmer des ersten Symposiums in Potsdam hatten ein Memorandum (Potsdam-Memorandum) verabschiedet, das sie an die Klimakonferenz auf Bali 2007 richteten. Das Potsdam-Memorandum stand im Zentrum des offiziellen Beitrags der Bundesregierung zum Programm der UN-Klimakonferenz auf Bali. Die Nobelpreisträger hatten den sofortigen Beginn einer Großen Transformation gefordert und eine Reihe von Maßnahmen beschrieben, anhand derer „ein ‘dritter Weg’ zwischen der Zerstörung unserer ökologischen Lebensgrundlagen und fortwährender Unterentwicklung“ eröffnet werden könnte. Es wird erwartet, dass das für kommenden Donnerstag angekündigte Memorandum hieran anknüpfen wird.


Hinweis zur Dokumentation und Berichterstattung:
Schlussfolgerungen aus den Diskussionen sowie Auszüge von Videoaufzeichnungen von Präsentationen und Interviews werden auf der Website der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. URL: http://www.nobelcause.org

Mehr Informationen im Internet:

Website des zweiten Symposiums "St. James's Palace Nobel Laureates Symposium"
http://www.nobelcause.org/
Prince's Rainforests Project
http://www.princesrainforestsproject.org/
Website des 1. Interdisziplinären Symposiums „Global Sustainability: A Nobel Cause“

http://www.nobel-cause.de/

University of Cambridge Programme for Sustainability Leadership
http://www.cpi.cam.ac.uk/
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die PIK-Pressestelle:
Tel.: 0331/288 25 07
E-Mail: presse@pik-potsdam.de
Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gehört der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) an. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 14.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 6500 Wissenschaftler, davon wiederum 2500 Nachwuchswissenschaftler.

| PIK Potsdam
Weitere Informationen:
http://www.pik-potsdam.de
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

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