Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch Thüringen braucht Kompetenzen im Hochleistungsrechnen

12.10.2015

Leiter des Rechenzentrums der Universität Jena organisiert als Sprecher des Arbeitskreises „Supercomputing“ eine bundesweite Tagung zum Hochleistungsrechnen (19./20. Oktober)

Ob Klimaforschung, Finanzwissenschaft oder Biodiversitätsforschung – in fast alle wissenschaftlichen Disziplinen haben heute Hochleistungsrechner Einzug gehalten. „Man findet praktisch keinen Bereich mehr, der nicht auf computergestützte Simulationen oder Analysen zurückgreift“, macht Dr. Harald Ziegler von der Friedrich-Schiller-Universität Jena deutlich.


Serverraum im Rechenzentrum der Uni Jena. IT-Experten aus ganz Deutschland wollen während der Tagung u. a. die Ausstattung von Forschungsstandorten mit Hochleistungsrechnerkapazitäten diskutieren.

Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Kamen Hochleistungsrechner anfangs vor allem in den Natur- und Ingenieurwissenschaften zum Einsatz, haben sie sich mittlerweile auch in Medizin und Lebenswissenschaften bis in die Sozial- und Geisteswissenschaften verbreitet, unterstreicht der Leiter des Rechenzentrums der Jenaer Universität. Programmiermethoden aus dem Hochleistungsrechnen finden sich sogar auf heutigen Smartphones.

Doch das Hochleistungsrechnen, kurz HPC (engl.: „High-Performance Computing“), hat seinen Preis. „Nicht allein in die entsprechende Rechentechnik muss investiert, sondern auch für deren Unterhalt und die dazugehörigen forschungsnahen Beratungsdienstleistungen muss gesorgt werden“, so Ziegler.

Wie die Versorgungslage in Sachen Hochleistungsrechnen an deutschen Forschungsstandorten aktuell aussieht und wie sich die Rahmenbedingungen dafür in Zukunft entwickeln müssen, darüber diskutieren in der kommenden Woche Vertreter von Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Der Arbeitskreis „Supercomputing“ des Vereins ZKI – Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung in Lehre und Forschung e. V. – lädt am 19. und 20. Oktober zu seiner Herbsttagung an das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften nach Garching bei München ein. Rund 80 IT-Spezialisten aus ganz Deutschland werden dazu erwartet.

„Die Versorgung mit Hochleistungsrechnerkapazitäten in Deutschland weist ein großes Gefälle auf“, weiß Ziegler, der Sprecher des Arbeitskreises „Supercomputing“ ist. Neben drei institutionell vom Bund und den Sitzländern geförderten Höchstleistungsrechenzentren in Jülich, München/Garching und Stuttgart unterhalten die meisten Bundesländer eigene Hochleistungsrechenanlagen für die Forschung.

„Lediglich das Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen verfügen nicht über eine solch leistungsfähige Infrastruktur unterhalb der höchsten Versorgungsebene“, so Ziegler. Die an den dortigen Hochschulstandorten verfügbare Rechentechnik sei erheblich unterfinanziert. Und wenn nun, so sieht es eine aktuelle Empfehlung des Wissenschaftsrates vor, Fördermittel künftig vor allem in wenige spezialisierte Spitzenzentren des HPC fließen sollen, drohe diesen Ländern ein weiterer Abstieg.

„Thüringen darf den Anschluss nicht verpassen“, mahnt Ziegler daher an die Adresse der Landesregierung und fordert diese auf, sich für mehr Investitionen auch in die HPC-Infrastruktur der kleinen Länder stark zu machen. Vor allem Investitionen in Köpfe und Know-how seien dabei ein Wettbewerbsfaktor.

Auch die Tagungsteilnehmer wollen ihr Treffen nutzen, um Vorschläge für eine Verbesserung der Bedingungen zu erarbeiten. So wird sich eine Diskussionsrunde zum Thema „Kompetenzzentren für Nationales Hoch- und Höchstleistungsrechnen“ vor allem mit der Frage der zukünftigen Finanzierung solcher Infrastrukturen widmen.

Zum anderen stehen Anwendungsbeispiele des Hochleistungsrechnens auf dem Programm, etwa ein Forschungsprojekt, das Sprachwissenschaftler der Universität Jena im Rahmen des jüngst gegründeten Michael-Stifel-Zentrums für datengetriebene und simulationsgestützte Wissenschaften bearbeiten.

Weitere Informationen und das Tagungsprogramm sind zu finden unter: http://www.lrz.de/services/termine/zki-supercomputing-2015/

Kontakt:
Dr. Harald Ziegler
Rechenzentrum der Universität Jena
Am Johannisfriedhof 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 940500
E-Mail: harald.ziegler[at]uni-jena.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen
20.01.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise