Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aspekte der Autoimmunität bei Infektionen und Tumoren stehen im Mittelpunkt von Dresdner Fachtagung

28.08.2013
Internationale Experten diskutieren in Dresden neue Forschungsergebnisse zur Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen: Das seit 1990 schon Tradition gewordene internationale „Dresden Symposium on Autoantibodies“ bringt Kliniker verschiedener Disziplinen mit Immunologen und Grundlagenforschern zur Diskussion der verschiedenen Aspekte von Autoantikörpern zusammen.

„Die medizinische und volkswirtschaftliche Bedeutung der Autoimmunerkrankungen wird noch immer unterschätzt“, sagt Privat-Dozent Dr. Karsten Conrad vom Institut für Immunologie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus und Organisationschef der Fachtagung.

Das diesjährige 11. Symposium erwartet vom 1. bis 4. September 2013 etwa 400 internationale Experten aus dem In- und Ausland in der sächsischen Landeshauptstadt. Es wird sich mit den Rahmenthemen „Infection, Tumors and Autoimmunity“ auf die vielfältigen Aspekte der Autoimmunität bei Infektionen und Tumoren, die Relevanz der Tumor-assoziierten Autoantikörper, neue Autoantikörper von klinischer und / oder pathophysiologischer Bedeutung sowie auf methodische Aspekte der Autoantikörper-Bestimmungen konzentrieren.

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Veranstaltung widmet sich der Optimierung der Autoantikörper-Analytik als Grundlage für die Etablierung einer prädiktiven, also die Krankheitsentwicklung vorhersagenden Diagnostik.

Autoantikörper sind Eiweiße des Immunsystems, die körpereigene Moleküle erkennen. Sie stellen ein charakteristisches Merkmal von Autoimmunerkrankungen (auto [griech.] = selbst) dar. Zusätzlich sind sie aber beispielsweise auch bei Krebs oder bei Krankheiten, die mit einem chronischen Verlust an Körperzellen verbunden sind, nachweisbar. Sie können dabei entweder an der Entstehung der Erkrankung ursächlich beteiligt sein, den Verlauf beeinflussen oder aber nur als Begleitphänomen ohne Relevanz für das klinische Bild auftreten. Für eine Reihe von Autoimmunerkrankungen ist die Rolle der identifizierten Autoantikörper noch nicht vollständig geklärt.

Die Immunität des Menschen beruht auf komplexen Reaktionen, die für das betreffende Individuum spezifisch sind. Aufgabe des Immunsystems ist es, fremde und somit für den Organismus gefährliche Eindringlinge (z. B. Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten) sowie Veränderungen (z. B. Tumorzellen) zu erkennen und zu eliminieren. Jeder Mensch besitzt ein eigenes, für ihn angepasstes Abwehrsystem, das fremde Strukturen erkennt und außerordentlich effektiv bekämpft, andererseits gegenüber dem eigenen Körper tolerant bleibt. Unter bestimmten Umständen, die zurzeit noch nicht in allen Einzelheiten geklärt sind, kann jedoch das Immunsystem körpereigene Strukturen angreifen und eine Autoimmunerkrankung auslösen.

Autoimmunerkrankungen können zu den sogenannten Volkskrankheiten gezählt werden, da ca. 5 Prozent der Bevölkerung mit steigender Tendenz im Verlauf ihres Lebens davon betroffen sind, und sie somit nach den Herz-Kreislauf- und den Krebserkrankungen an dritter Stelle der häufigsten Erkrankungen stehen. Allein in Deutschland leiden mehr als vier Millionen Menschen an einer Autoimmunerkrankung. Neben dem persönlichen Leid der Betroffenen haben die Autoimmunerkrankungen eine erhebliche sozialmedizinische und volkswirtschaftliche Bedeutung, da durch die Behandlung, die Rehabilitation und Frühverrentung der Patienten beträchtliche Kosten entstehen.

Trotzdem wird die medizinische und volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Erkrankungsgruppe noch immer unterschätzt. Autoimmunerkrankungen können praktisch alle Organe des menschlichen Körpers befallen, sodass zahlreiche medizinische Fachdisziplinen mit diesem Erkrankungskreis konfrontiert werden. Zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen gehören die rheumatoide Arthritis (eine autoimmune Gelenkentzündung aus dem Formenkreis der rheumatischen Erkrankungen), autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, die Multiple Sklerose oder der Diabetes mellitus Typ 1.

Eine frühe Diagnose ist ganz entscheidend für die Chance, den Krankheitsverlauf der entsprechenden Autoimmunerkrankung positiv beeinflussen zu können. So kann beispielsweise bei der rheumatoiden Arthritis durch eine frühe und sichere Diagnostik und die Einleitung einer frühzeitigen gezielten Therapie die Gelenkentzündung wirksam verlangsamt und mitunter sogar komplett gestoppt werden. Es besteht berechtigte Hoffnung, dass mit der Verbesserung der Vorhersagemöglichkeiten, neuen Erkenntnissen zu den Mechanismen der Krankheitsentwicklung sowie neuen Interventionsmöglichkeiten der Ausbruch der entsprechenden Autoimmunerkrankung ganz verhindert werden kann.

Kontakt
Technische Universität Dresden
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Institut für Immunologie
PD Dr. med. Karsten Conrad
Tel.: 0351 – 458 6540
E-Mail k_conrad@mail.zih.tu-dresden.de
Internet: http://www.tu-dresden.de/medifi/

Konrad Kästner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/medifi/
http://www.gfid-ev.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise