Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Artenschutz/Internationale Vertragsstaatenkonferenz

01.03.2013
Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen ist notwendig wie nie Zu seinem 40. Geburtstag am 3. März 2013 wird die 16. Vertragsstaatenkonferenz in Bangkok (Thailand) eröffnet

Am 3. März 2013 feiert der Naturschutz ein bedeutsames Jubiläum: Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, welches auch als CITES bekannt ist, feiert sein 40 jähriges Bestehen. Es ist damit eine der ältesten Umweltkonventionen, die vielleicht heute wichtiger ist als sie es je war.

177 Staaten, also praktisch die gesamte Welt, sind der Konvention beigetreten und etwa 5.000 Tier- und weitere 29.000 Pflanzenarten werden durch die Konvention berücksichtigt.

Dieser denkwürdige Tag ist zugleich auch der Auftakt der 16.
Vertragsstaatenkonferenz, die vom 3. bis 15. März 2013 in Bangkok, Thailand, statt findet. In dieser Zeit werden wichtige Entscheidungen für den Erhalt zahlloser Arten getroffen, darunter sind gefährdete Haiarten, der Eisbär, Tropenhölzer und einige Amphibien und Reptilien. Aus Sicht des Bundesumweltministeriums haben dabei die Anträge für die Haie eine herausragende Bedeutung, da deren Rückgang dramatisch ist und unvorhersehbare Folgen für die Ozeane birgt.

Auf Initiative des Bundesumweltministeriums hat die Europäische Union einen Antrag zur Aufnahme des Heringshais in den Anhang II der Konvention vorgelegt. Der Heringshai ist eine weltweit stark gefährdete Haiart, die wegen ihres wertvollen Fleisches vor allem nach Europa exportiert wird und stark überfischt ist. Bei erfolgreicher Listung würden in den internationalen Handel nur noch Heringshaie gelangen, die aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen stammen.

Deutschland arbeitet zum Schutz von Haien zusammen mit den USA, Brasilien und Kolumbien, die ihrerseits weitere global gefährdete Fischarten, nämlich den Weißspitzenhochseehai, verschiedene Hammerhaiarten und den Mantarochen zur Listung vorgeschlagen haben.

Bei der Konferenz sind kontroverse Diskussionen zu diesen Anträgen mit Fischereinationen zu erwarten, die einen solchen Schutz unter Artenschutzabkommen nicht wünschen. Ein international abgestimmtes Fischereimanagement, das den Zusammenbruch der befischten Bestände verhindern kann, existiert für diese Haiarten nicht, so dass es kaum eine Alternative zu einer CITES Listung gibt.

Nashörner und Elefanten werden auch im Mittelpunkt der Konferenz stehen, ebenso der drastische Anstieg von Wilderei und Schmuggel mit illegalen Wildtierprodukten. Insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung asiatischer Staaten hat die Nachfrage nach Luxusgütern oder medizinische Zutaten stark angeheizt.

Mit Elfenbein, Tigerknochen, Schneeleopardfellen, Schuppentieren oder Nashorn-Horn werden Gewinne erzielt, die mit dem Drogenhandel vergleichbar sind. Beispielsweise werden aktuell bis zu 50.000,- US$ für ein kg pulverisierten Nashorn-Horn, als vermeidliches Wundermittel gegen unheilbare Krankheiten, auf dem vietnamesischen Schwarzmarkt erzielt.

Aufgrund der neuen Dimension des Problems und Professionalisierung der Wildtierkriminalität, die zu einem regionalen Sicherheitsproblem geworden ist und Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit zunichte macht, sind interdisziplinäre wie internationale Strategien gefordert. Das BMU hat deshalb einen Antrag bei der Weltnaturschutzunion (IUCN) durchgesetzt, der ein hochrangiges Treffen der Ursprungs-, Transit- und Abnehmerländer von Elfenbein zur Lösung dieser Probleme bis spätestens Juni 2013 zum Inhalt hat.

Ein Antrag zur Aufnahme des Eisbären in die höchste Schutzkategorien, die Listung, von Schlangen und Fröschen sowie von hochwertigen Rosenholzarten stehen bei der Konferenz zur Diskussion.

Jährlich werden millionenfach Tiere und Pflanzen und daraus hergestellte Produkte mit Umsätzen im Milliardenbereich international gehandelt.

Dieser Handel ist ganz verschiedenartig; er betrifft lebende Tiere und Pflanzen aber auch eine Vielfalt daraus hergestellter Produkte und Erzeugnisse wie Lebensmittel, exotische Lederprodukte, Holzinstruments, Touristensouvenirs und Medizin.

Der unkontrollierte Handel kann – wie sich leider häufig erwiesen hat – Tier- und Pflanzen dezimieren und, teilweise in Verbindung mit Lebensraumverlusten oder mit anderen gefährdenden Faktoren, zur Ausrottung frei lebender Tier- und Pflanzenarten führen. Dem wirkt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen entgegen, in dem es den internationalen Handel von einer Prüfung der Nachhaltigkeit abhängig macht.

Deutschland hat in der Geschichte des Übereinkommens erhebliche Beiträge zur Weiterentwicklung geleistet (Initiative zum Schutz gefleckter Raubkatzen, Schutz der Störe, die durch den Kaviarhandel bedroht sind, Heilpflanzenhandel, Süßwasserschildkröten, Frösche). Angesichts der zunehmenden Nachfrage und der zurückgehenden Bestände frei lebender Tiere und Pflanzen ist das Abkommen wichtig wie nie zuvor.

Dr. Dominik Geißler | BMU Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/artenschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen