Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Aroma des Weins auf der Spur: Fachtagung zu Weinanalytik an der TU Graz

19.07.2011
150 Forscher aus aller Welt treffen sich vom 21. bis 23. Juli an der TU Graz bei der In Vino Analytica Scientia 2011, einer der international bedeutendsten Fachtagungen zur Weinanalytik der Welt.

Dabei steht nicht nur das Messen mit High-Tech-Methoden auf dem Programm, sondern auch das mit den menschlichen Sinnen. Denn diese haben trotz aller technischen Errungenschaften in manchen Bereichen noch immer die Nase vorne.

Wenn eine Flasche eines bestimmten Weines um 1.500 Euro gehandelt wird, dann stellt sich die Frage: Ist tatsächlich das drinnen, was auf dem Etikett steht? Oder: Wie lässt sich vor der Lese die Traubenreife bestimmen?

Fragen wie diesen widmen sich die 150 Wissenschafter, die sich diese Woche in Graz zu einer der weltweit wichtigsten Fachtagungen zur Weinanalytik einfinden, veranstaltet vom Institut für Analytische Chemie und Lebensmittelchemie der TU Graz. Dass dabei die Technik eine dominante Rolle spielt, liegt auf der Hand – doch manchmal hat sie gegen die menschlichen Sinne keine Chance. „In manchen Bereichen“, so Erich Leitner, Organisator der Tagung, „ist die Sensorik einfach sensibler.“

Gerade deswegen versucht die Wissenschaft, den Wein mit unterschiedlichen analytischen Methoden besser zu verstehen. Als Schwerpunktthemen auf dem Tagungsprogramm stehen neben vielen anderen Punkten die Weiterentwicklung von elektronischen Messsystemen, die die menschliche Wahrnehmung imitieren, sowie die Möglichkeiten für Messungen der Traubenreife, für Qualitätsprognose und mehr.

Forschung mitten im Weinberg

Die Forscher bewegen sich dabei wie die Winzer selbst in einem vielschichtigen Spannungsfeld. Zum einen soll alles messbar und erklärbar sein, zum anderen hilft alles Messen und Optimieren nichts, wenn dem Konsumenten der Wein nicht schmeckt. „Wir versuchen, seinem Geschmackssinn auf die Spur zu kommen, zu erklären, warum er einen Wein mag oder nicht“, so Leitner. Nicht zuletzt spielt der Druck des Handels eine große Rolle bei der Weinproduktion, der über Jahre hinweg nicht nur gleichbleibende Qualität, sondern oft auch gleichbleibenden Geschmack verlangt, während der Konsument wiederum auch Regionalität und Jahrgangsschwankungen schmecken möchte.

So wurden die Wissenschafter zu engen Partnern der Winzer. Und auch für die Forscher fängt die Arbeit an, schon lange bevor der Wein gelesen wird. „Wir haben beispielsweise eine Kooperation mit dem Landwirtschaftlichen Versuchszentrum Haidegg, wo wir schon bei der Pflege der Rebe und beim Freistellen der Trauben bis hin zur Analyse der Traubenreife mit eingebunden sind“, erzählt Leitner. Wenn dann die Lese abgeschlossen ist, geht es auch für Leitner im Keller weiter. „Dort geht es darum, die im Weingarten erzielte Qualität zu erhalten. Denn verbessern kann man sie dort nicht mehr.“ Von den Erfahrungen der Forscher und den Ergebnissen der Messungen profitieren auf diese Weise alle heimischen Winzer – und natürlich auch der Konsument.

Und zumindest einer sogar dreifach: Leitner als Forscher, als Konsument und als Genussbotschafter bei seinen Reisen zu den verschiedenen Tagungen in aller Welt.

Rückfragen:
Ao.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Erich Leitner
Institut für Analytische Chemie und Lebensmittelchemie
T: +43 (316) 873 - 32501
sektretariat.analytchem@tugraz.at

Alice Senarclens de Grancy | Technische Universität Graz
Weitere Informationen:
http://www.analytchem.tugraz.at
http://www.invino2011.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe
23.02.2017 | Technische Hochschule Deggendorf

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie