Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Armleuchteralgen stehen im Mittelpunkt eines internationalen Symposiums

22.09.2008
Vom 23. bis zum 28. September treffen sich rund 80 Algenspezialisten aus 25 Ländern zu einem Symposium in Rostock. Organisiert wird das Treffen von der International Research Group on Charophytes (IRGC) in Kooperation zwischen den Universitäten Greifswald und Rostock.

Die Armleuchteralgen (Charophyten) sind eine der ältesten Pflanzengruppen auf der Welt. Sie besiedelten die Meere bereits vor 600 Millionen Jahren. Vertreter dieser Algen müssen in einigen Epochen der Erdgeschichte gar die Unterwasserwelt förmlich dominiert haben.

Erhalten sind davon allerdings nur noch ihre kleinen, verkalkten Oosporen, die den Samen der höheren Pflanzen entsprechen. Von den höheren Pflanzen wurde der Lebensraum der Armleuchteralgen schließlich immer mehr besiedelt und eingeengt, so dass die Vielfalt und Artenzahl der heutigen "Armleuchter" nur noch ein Bruchteil von dem ist, was frühere Epochen zu bieten hatten. Für die Biologen stehen diese Algen dennoch im Zentrum des Interesses, nimmt man doch an, dass sie die engsten noch existierenden Verwandten der Vorfahren der höheren Pflanzen sind.

Die Algenspezialisten werden während des Symposiums über fossile Funde sowie über die Ökologie, die Physiologie sowie über die Klassifikation (Taxonomie) der heutigen Vertreter dieser Pflanzengruppe diskutieren. Auch der Artenschutz spielt in den Vorträgen eine wichtige Rolle. Armleuchteralgen sind empfindlich gegenüber Gewässerverschmutzung. Sie verschwinden sehr schnell, wenn ein Gewässer mit Nährstoffen übermäßig belastet ist. Sie können daher als Bioindikatoren für gute Wasserqualität verwendet werden. An die Vorträge und Posterpräsentationen schließen sich zwei Tage Bestimmungsworkshop an, die dazu dienen sollen, die Kriterien zur Bestimmung einiger umstrittener Arten und Artengruppen international zu koordinieren.

Zwei Exkursionen führen zu "armleuchterreichen" Gewässern: Vor dem eigentlichen Symposium wurde das Gebiet der Feldberger Seenlandschaft und der Uckermärkischen Seen untersucht. Dort gibt es eine Reihe wenig belasteter, klarer Seen mit reicher Vegetation von Armleuchteralgen. Auch die Darss-Zingster Boddenkette, die auf dem Weg nach Rostock besucht wird, beherbergt mehrere Arten teils seltener Armleuchteralgen. Die zweite Exkursion findet nach dem Symposium statt und geht nach Schweden, genauer nach Gotland.

Die Insel mit kalkreichen Binnengewässern und den Küstenbereichen ist ein "Armleuchterparadies". Nicht zuletzt für die Spezialisten der fossilen Armleuchteralgen kann diese Exkursion ein "highlight" werden, gibt es doch auf Gotland die ältesten Funde versteinerter Oosporen!

Ansprechpartner/Kontakt für Rückfragen:
Dr. Irmgard Blindow
Universität Greifswald
Biologische Station Hiddensee
Telefon 038300 50251
blindi@uni-greifswald.de
Prof. Hendrik Schubert
Universität Rostock
Institut für Biowissenschaften
Aquatische Ökologie
Telefon 0381 498-6071
hendrik.schubert@uni-rostock.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise