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Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie - Netzwerke zum Erfolg

07.08.2012
Der Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie (AKCC) trifft sich am 7. September 2012 an der Universität Frankfurt am Main zu seinem jährlichen Get-Together.

Die Veranstaltung will unter dem Titel "Netzwerke zum Erfolg" in diesem Jahr die Bedeutung von Netzwerken für Frauen in den Naturwissenschaften aufzeigen und für ein Engagement in Netzwerken und Fachgesellschaften werben. Verschiedene Netzwerk- und Förder-Modelle vom Studium bis in den Beruf werden von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und ihren Partnerorganisationen vorgestellt und diskutiert.

Das Get-Together wird von der AKCC-Vorsitzenden Dr. Hildegard Nimmesgern, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, eröffnet. In ihrer Begrüßung und Einführung macht sie darauf aufmerksam, dass der AKCC dazu beitragen möchte, die Leistungsfähigkeit der Chemie in Wirtschaft und Wissenschaft gerade in Zeiten des demographischen Wandels zu sichern und auszubauen sowie verstärkt Lebensentwürfe zu fördern, in denen Beruf und Familie miteinander vereinbart werden können.

Der AKCC hat dazu drei Initiativen ergriffen: Er will Projekte bzw. Netzwerke zur Frauenförderung in Ausbildung und Beruf unterstützen, sich um bessere Präsenz von weiblichen und männlichen Vorbildern in den Medien kümmern und die Diskussion über Chancengleichheit stimulieren und sensibilisieren. In diesem Jahr nutzt der AKCC die Chance, über die Aktuelle Wochenschau der GDCh (www.aktuelle-wochenschau.de) diese drei Initiativen zu forcieren.

Der Prodekan des Fachbereichs Biochemie, Chemie und Pharmazie der Frankfurter Goethe-Universität, Professor Dr. Holger Stark, wird ein Grußwort an die TeilnehmerInnen richten. Er stellt u.a. die spezifischen Herausforderungen an Frauen während der Hochschulkariere heraus und weist auf verschiedene spezifische und individuelle Fördermaßnahmen des Fachbereichs hin, wie z.B. eine Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit, der Postdoktorandinnen, Habilitandinnen und Juniorprofessorinnen von Routinearbeiten entlastet, so dass sie sich voll auf ihre Qualifikationsprojekte konzentrieren können. Der Elternfonds soll es Doktorandinnen und Doktoranden sowie jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor allem ermöglichen, an Symposien, Konferenzen, Workshops oder Qualifizierungsmaßnahmen teilzunehmen und Unterstützung für die dafür notwendige Kinderbetreuung zu erhalten.

In ihrem Vortrag „Die GDCh - mehr als nur eine Fachgesellschaft“ geht die GDCh-Präsidentin, Professor Dr. Barbara Albert, TU Darmstadt, darauf ein, wie sich die GDCh aktiv für die Gleichberechtigung von Frauen, Männern, Jüngeren und Älteren einsetzt bzw. einsetzen kann; denn die GDCh hat in ihrer Satzung die Förderung von Chancengleichheit von Männern und Frauen in der Chemie und angrenzenden Gebieten verankert. Ihr Leitbild ist eine Gesellschaft, in der Frauen und Männer Beruf, Karriere und Familie gleichberechtigt leben können. Albert sieht die jetzige Generation in der Verantwortung, sich mit den Veränderungen der Arbeits- und Familienwelt von morgen zu beschäftigen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten für zahlreiche Probleme, die sich aus wandelnder Demographie und Ressourcenmangel ergeben können. „Wir müssen schon jetzt vorausschauende, langfristige Konzepte entwickeln. Meiner Meinung nach kann gerade die GDCh hier wesentliche Beiträge liefern; denn ihre Mitglieder engagieren sich bereits seit langem unter anderem im Jungchemikerforum, im Arbeitskreis Chancengleichheit und bei den Seniorexperten. Das bedeutet, bei uns wird das Miteinander von Jung und Alt gelebt, und Themen wie Chancengleichheit, Nachwuchs, Schule und Beruf werden schon heute intensiv diskutiert“, so Albert.

Dr. Ulrike Kéré, Geschäftsführerin des MentorinnenNetzwerks Hessen, stellt in ihrem Vortrag das hessische Mentoring-Modell zur Förderung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik vor. Das bereits im Jahr 1998 gegründete Netzwerk ist ein hochschulübergreifendes Verbundprojekt aller hessischen Universitäten und Fachhochschulen zur Förderung von Frauen in den MINT-Fächern. Mit über 1500 Mitgliedern stellt es das größte Mentoring-Projekt in der europäischen Hochschullandschaft dar. Ziel ist es, Studentinnen und Doktorandinnen in den Übergangsphasen zwischen Studium, Promotion und Beruf kompetent zu begleiten und praxisnah auf eine Karriere in Wirtschaft oder Wissenschaft vorzubereiten. In einjährigen Mentoring-Programmen begleitet jeweils eine berufserfahrene Mentorin eine Studentin oder Doktorandin (Mentee) und berät sie in Fragen rund um Studium, Berufseinstieg und Karriereplanung. Im Anschluss an den Vortrag wird sich ein Mentoring-Tandem vorstellen.

„Der Mix aus Business und Networking macht´s“ - diese Meinung vertritt Dr. Kathrin Rübberdt von der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (Dechema) und stellt in ihrem Vortrag das Dechema-VBU-Businessnetzwerk für Managerinnen in den Life Sciences vor. Wie sich der Verband für Führungskräfte in der Chemie, VAA, für mehr Chancengleichheit und Vielfalt einsetzt, erläutert Dr. Isabella Schmele, Mitglied der Kommission Chancengleichheit & Diversity des VAA.

Nach dem Impulsvortrag „Case for action – Mehr Frauen im Beruf“, gehalten von Professor Dr. Barbara Schwarze, Gender und Diversity Studies, Hochschule Osnabrück, zuständig auch für die Strategische Beratung des Kompetenzzentrums „Komm, mach MINT“, folgt eine Podiumsdiskussion, bei der unter dem Titel „Netzwerken zwischen Pflicht und Kür“ berufstätige Frauen, die sich ehrenamtlich in berufsbezogenen Netzwerken engagieren, andere Aspekte des Netzwerkens diskutieren. Neben einigen schon genannten Referentinnen kommen hier Dr. Susanne Simon, Partner bei Trockle Unternehmensberatung und stellvertretende Vorsitzende des VBU-Netzwerkes, Dr. Birgit Klein vom Hessischen Regierungspräsidium und stellvertretende Vorsitzende der GDCh-Sektion Chemiker im Öffentlichen Dienst sowie Denise Schütz, Doktorandin und Sprecherin des Jungchemikerforums Frankfurt, zu Wort. Moderiert wird die Diskussion von Karen Fuhrmann vom Hessischen Rundfunk. Anschließend besteht bei einem Imbiss noch ausreichend Zeit, Networking zu leben.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und Sektionen, darunter den Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie (AKCC) mit über 250 Mitgliedern. Der AKCC hat sich zum Ziel gesetzt, Akademikerinnen in der Chemie und verwandten Disziplinen zu stärken und zu fördern zum Zweck der beruflichen und gesellschaftlichen Gleichstellung. Frauen und Männer sollen die gleichen Chancen im Beruf und beim Wahrnehmen gesellschaftlicher Aufgaben haben.

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/

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