Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arbeit und Gesundheit in schwierigen Zeiten

18.05.2009
Wenn der Arbeitsplatz in Gefahr ist, wenn Ziele termingerecht erreicht werden müssen, wenn Beschäftigte deswegen von sich aus maßlos viel arbeiten - dann hat der Arbeits- und Gesundheitsschutz schlechte Karten.

Seit drei Jahren erforscht das Projekt PARGEMA - Partizipatives Gesundheitsmanagement, wie man unter diesen Bedingungen Arbeitsüberlastung vermeiden und Gesundheitsgefahren zuvorkommen kann.

Wissenschaftliche Analysen der Situation und die Entwicklung praktischer Gestaltungsansätze im Betrieb gehen dabei Hand in Hand. Bei einer öffentlichen Abschlusskonferenz am 22./23. Juni 2009 im Münchner Literaturhaus stellt PARGEMA seine Ergebnisse vor und lädt zur Diskussion ein.

Der Stress in der Arbeit nimmt zu, psychische Belastungen und Erkrankungen spielen eine immer größere Rolle - darüber sind sich alle arbeitswissenschaftlichen Untersuchungen einig. Grenzwerte, wie man sie für körperliche Gesundheitsgefahren festlegen kann, sind hier kaum praktikabel. Neue Organisations- und Steuerungsformen nach dem Motto "Tu, was Du willst, aber schaff Deine Ziele" bringen die Beschäftigten in eine Zwickmühle: Sie müssten selbst auf ihre Gesundheit achten - aber wer kriegt das hin, wenn der Arbeitsplatz in Gefahr ist? Moralische Appelle helfen hier ebenso wenig weiter wie die Parole "Augen zu und durch". Eine Konferenz am 22./23. Juni 2009 im Münchner Literaturhaus präsentiert wissenschaftliche Analysen dieser Situation - und Beispiele praktischer Gestaltungsansätze aus verschiedenen Branchen.

Die Tagung wird veranstaltet vom Forschungs- und Gestaltungsprojekt PARGEMA - Partizipatives Gesundheitsmanagement, das sich seit 2006 mit diesen Fragen befasst. Zentrale These der Forscher: Beschäftigte sind nicht nur Experten ihrer eigenen Arbeit, sondern auch Experten ihrer eigenen Gesundheit - deshalb werden sie als eigenständige Akteure im Arbeits- und Gesundheitsschutz gebraucht. Vier Workshops stellen einerseits die Forschungsergebnisse von PARGEMA, andererseits acht praktische Gestaltungsbeispiele aus den Branchen Finanzdienstleistungen, Kommunikationstechnik, Konsumelektronik, Messtechnik und Metallindustrie in den Mittelpunkt. Sie bieten Fakten und vielfältige Anregungen für Interessierte und Praktiker aus Betrieben und Unternehmen, Betriebsräten und Gewerkschaften, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Wissenschaft und Forschung. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung ist jedoch erforderlich (über http://www.pargema.de/index.php?article_id=93).

An PARGEMA sind sechs wissenschaftliche Institute beteiligt. Das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung - ISF München koordiniert das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und befasst sich mit den Fragen der Arbeits- und Organisationsgestaltung. Die weiteren Forschungspartner sind: Albert-Ludwig-Universität Freiburg, Arbeitsgruppe Arbeits- und Organisationspsychologie; Friedrich-Schiller-Universität Jena, Lehrstuhl Wirtschafts-, Arbeits- und Industriesoziologie; Institut für Autonomieforschung - IfA/Cogito e.V., Berlin; Forschung - Beratung - Umsetzung Rolf Satzer, Köln; Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf. Darüber hinaus umfasst die Struktur des Verbundprojektes zahlreiche Kooperationspartner im überbetrieblichen Transfer und bei der betrieblichen Gestaltung. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und betreut vom Projektträger DLR im Rahmenkonzept "Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz".

Ansprechpartner zu dieser Pressemitteilung:
Frank Seiß, ISF München, +49 89 272921-78, frank.seiss@isf-muenchen.de
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Nick Kratzer, Dr. Wolfgang Dunkel, ISF München, +49 89 272921-0, zentrale@isf-muenchen.de

Frank Seiß | idw
Weitere Informationen:
http://www.pargema.de
http://www.isf-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung
19.06.2018 | Universität Heidelberg

nachricht LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018
19.06.2018 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rätselhaftes IceCube-Ereignis könnte von Tau-Neutrino stammen

19.06.2018 | Physik Astronomie

Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital

19.06.2018 | Messenachrichten

Überdosis Calcium

19.06.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics