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Im Alter selbstbestimmt leben

24.01.2012
AAL-Kongress in Berlin diskutiert technische Lösungen für Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft / Rachel: "Schwerpunkt der Forschungsförderung"
Über 800 Expertinnen und Experten aus Forschung, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft diskutieren auf dem "Ambient Assisted Living" (AAL)-Kongress heute und morgen in Berlin über technische Lösungen für eine älter werdende Gesellschaft. Unter AAL versteht man Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die neue Technologien und soziales Umfeld miteinander verbinden, um die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten zu erhöhen.

"Menschen wollen auch im Alter selbstbestimmt leben. Technik kann den Wunsch vieler älterer Menschen nach einem möglichst langen selbstständigen Leben unterstützen - egal ob im Beruf, zu Hause, oder unterwegs. Darum setzen wir hier einen Schwerpunkt in der Forschungsförderung", sagte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, bei der Eröffnung des Kongresses, der vom BMBF und vom VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik e.V.) veranstaltet wird. Der AAL-Kongress findet in diesem Jahr zum 5. Mal statt.

"Wir wollen die Herausforderungen der alternden Gesellschaft meistern", sagte der VDE-Vorstandsvorsitzende Hans Heinz Zimmer. "Dazu gehört, Menschen bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und den Alltag komfortabler, sicherer und energieeffizienter zu machen. Es geht um das Zusammenwachsen von Querschnittstechnologien. Wir wollen aber auch wirtschaftliche Potenziale nutzen", so Zimmer.

In diesem Jahr starten über 20 neue vom BMBF geförderte Forschungsprojekte für altersgerechte Assistenzsysteme. Ein Schwerpunkt lautet: "Mobil bis ins hohe Alter". Das Projekt ACCESS zum Beispiel entwickelt ein elektronisches Leitsystem zur barrierefreien Routenplanung und Navigation durch Städte und Gebäude für gehbehinderte Senioren. Andere Projekte werden technische Assistenzsysteme für die ambulante Pflege in strukturschwachen Regionen entwickeln.

Der demographische Wandel ist ein Schwerpunkt der Forschungsförderung des BMBF. Die im November 2011 vom Bundeskabinett verabschiedete "Forschungsagenda für den demographischen Wandel: Das Alter hat Zukunft" benennt dazu sechs Handlungsfelder:

1. Grundsatzfragen einer Gesellschaft des längeren Lebens
2. Kompetenzen und Erfahrungen älterer Menschen für Wirtschaft und Gesellschaft nutzen
3. Älter werden bei guter Gesundheit
4. Gesellschaftliche Teilhabe: Mobil in Verbindung bleiben
5. Sicher und unabhängig Wohnen
6. Mit guter Pflege zu mehr Lebensqualität.
Zur erfolgreichen Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen gehört auch, ältere Menschen direkt einzubinden. Dem engen Dialog von Forschern und Nutzern wird insbesondere der morgige Senioren-Technik-Tag des AAL-Kongresses dienen. Die Teilnehmer werden Exponate aus verschiedenen Forschungsprojekten ausprobieren und bewerten. "Uns ist wichtig, die Betroffenen zu Beteiligten zu machen", sagte Rachel. "Wir wollen die wertvollen Fähigkeiten älterer Menschen erhalten, nutzen und ausbauen. Wenn dies gelingt, profitieren hiervon alle Generationen. Das stärkt insgesamt den gesellschaftlichen Zusammenhalt."
Informationen zum Kongress finden Sie unter: http://www.aal-kongress.de/
Informationen zur Forschungsagenda finden Sie unter: http://www.bmbf.de/pub/alter_hat_zukunft.pdf

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